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Mo, 07:26 Uhr
22.07.2019
nnz-Forum:

Vielen Dank, Herr Müller

Der Kleingartenverein Uthleben ist ein kleiner Verein. Trotzdem machen dessen Mitglieder beileibe nicht nur ihr Ding. Jetzt allerdings verstehen sie die Welt nicht mehr. Zumindest die der Verwalter des Landkreises...


Wir integrieren uns ins Dorfleben, arbeiten bei Festlichkeiten mit anderen Vereinen aus Uthleben zusammen. Zum Weihnachtsmarkt spenden wir den Erlös aus dem Getränkeverkauf immer an die Senioren für die Weihnachtsfeier, letzten Sommer einen Gefrierschrank voll Eis für den Kindergarten.

Am 24. August dieses Jahres wollen wir mit allen Uthleber Vereinen in unserer Gartenanlage ein Sommerfest durchführen, nach vielen, vielen Jahren wieder das erste Mal. Unsere Festhalle ist im ganzen Dorf bekannt, jeder kann sie für einen kleinen Obolus nutzen.

Leider ist das Mobiliar in unserer Festhalle schon sehr in die Jahre gekommen. Die Tische sind Schulbänke und stammen noch aus tiefsten DDR-Zeiten. Wir nahmen daher mit großer Freude zur Kenntnis, dass im Zuge der Renovierungen des Gymnasiums und des Förderzentrums Bleicherode die alten Schulbänke dort entsorgt werden sollen. Beim Gymnasium kamen wir zu spät, die Schultische waren schon entsorgt. Im Förderzentrum jedoch noch nicht.

Hoffnungsvoll wandten wir uns an einen Mitarbeiter des Schulverwaltungsamtes mit der Bitte, 20 Schulbänke vor der Entsorgung zu bewahren. Den Transport hatten wir schon eigenverantwortlich organisiert, der Entsorgungstermin setzte uns unter Zeitdruck.

Im Glauben, dem Schulverwaltungsamt etwas Gutes zu tun, weil ja Container-, Entsorgungs- und Transportkosten weggefallen wären, freuten wir uns auf unsere neuen (gebrauchten) Tische. Eine Aktion zum beiderseitigen Vorteil, dachten wir. Leider hatten wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Die Entscheidung des Fachbereichsleiters der Schulverwaltung (Herr Müller) traf uns allerdings wie ein Hammer: „Wir verschenken nichts“, so die Auskunft eines Mitarbeiters im Schulverwaltungsamt. Wir hätten auch einen Obulus dafür bezahlt oder eine Spendenquittung erstellt.

Auf unsere Frage, ob wir uns die Tische aus dem Container holen können, hieß es: „Das wäre dann Diebstahl!“

Jetzt fragen wir uns: Hat die Schulverwaltung zuviel (Steuer) Geld, um ein solches Angebot abzulehnen? Immerhin reden wir über zwei Container voll mit Schultischen. Und nein, die Tische wurden nicht eingelagert. Veolia hat sie abgeholt und zur Entsorgung gefahren.

Sind nicht Sie, Herr Müller, Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der SPD der Stadt Nordhausen?
Ist es nicht Ihre Partei, die es sich auf Grund von Stimmenverlusten bei den Wahlen auf ihre Fahnen geschrieben hat, mehr Bürgernähe zu demonstrieren?
Fast alle unserer Gartenmitglieder sind Nordhäuser. Wir werden das nicht vergessen. Auf diese Art von Bürgernähe können wir verzichten.

Deshalb noch einmal ausdrücklich: VIELEN DANK, HERR MÜLLER!
Der Kleingartenverein Uthleben
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

22.07.2019, 11.59 Uhr
Realist 1.0 | So kennt man sie, unsere Nordhäuser SPD und
Voran Herr Müller,die alles andere ist,nur nicht Sozial. Wen es darum geht den politischen Gegner in die Pfanne zu hauen, da ist Herr Müller ganz schnell, aber wen es darum geht einem Sozialen Zweck wie einer Kleingartenanlage einen kleinen Gefallen zu tun, da zeigt Herr Müller seinen waren Karakter. An diesem schönen Beispiel merkt, das Herr Müller und die Nordhäuser SPD, den Knall nicht nicht gehört haben, und aus den letzten Wahlergebnissen nichts aber rein gar nichts gelernt haben.

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22.07.2019, 12.01 Uhr
haps49 | ...schließe mich an!
Sooo wird von Seiten der "regierenden" mit dem Ehrenamt umgegangen!
Viele Vereine des Landkreises "krebsen am Existenzminimum herum". Nicht nur wegen des Mitgliederschwundes, der Bereitschaft von Bürgern ehrenamtlich tätig zu sein. Nein, auch wegen der finanziellen Belastungen. So nehmen auch oder gerade kleine Vereine sehr gerne jede auch noch so kleine Spende in großer Dankbarkeit entgegen. Doch auch hier ziehen sich immer mehr Spender zurück, weil "Aufwand und Nutzen" für solche Firmen in keinem Verhältnis zueinander stehen. Es wird eben nicht gespendet, weil Hilfe gebraucht wird und notwendig ist, sondern nur wenn es auch einen "finanziellen Ruck" in den Kassen gibt.
Und nun kappt man auch noch von öffentlicher Seite die Unterstützung.
Man schmeißt einfach weg!!! Klasse!!!
Wer das versteht, den möchte ich gerne mal zu einem Gespräch einladen.
Mit gesundem Menschenverstand hat DAS nichts zu tun!!!
Aber den muss man(n) wohl vor der Wahl in ein politisches Amt abgeben!!!

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22.07.2019, 12.41 Uhr
Siegfried Werner
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
22.07.2019, 13.02 Uhr
Peppone | Ganz so einfach ist das wohl nicht
Ich denke es ist nicht ganz einfach, ausgesondertes Material von Behörden zu verschenken oder sogar zu verkaufen. Das ist aus Steuergeld angeschafft worden. Dafür gibt es spezielle Verwertungsgesellschaften wie die Vebeg GmbH. Ich glaube nicht, dass der Kleingartenverein Uthleben die Tische und Stühle bei der Vebeg o.a. ersteigern wollte. Da war Entsorgen mit Entsorgungsnachweis vermutlich die einzig gangbare Variante. Aber ich bin mir bei Schuleigentum nicht hundertprozentig sicher.

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22.07.2019, 16.56 Uhr
auto1958 | Herr Müller, diese Vorgehensweise ist einfach nur traurig !!
Ehrenamtliche Arbeit wird auch im Landkreis Nordhausen und in der tollen Parteien-welt mit Füssen getreten. Wenn es die vielen Ehrenamtlichen nicht gäbe sehe es ziemlich düster aus und die Jugendlichen verlieren noch mehr die Lust Ehrenamtlich mitzuarbeiten. Es ist schon sonderbar!!!

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