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Mi, 08:24 Uhr
10.07.2019
nnz-Forum

An der regionalen Wirtschaft vorbei

Die städtische Wohnungsbaugesellschaft SWG hat gestern angekündigt, in Nordhausen Nord 30 neue Wohnungen zu bauen. Dabei wird man auf industriell vorgefertigte Systemelemente zurückgreifen. Mit der Vorgabe habe man regionale Unternehmen von vornherein ausgenommen, kritisiert nnz-Leser Ulrich Schlegel...

Vorweg, ich bin neben meiner selbstständigen Tätigkeit ehrenamtlich im Präsidium der IHK Erfurt, der regionalen Wirtschaftsvertretung. Ich finde es sehr bedauerlich, dass ein kommunales Unternehmen Aufträge in dieser Größenordnung vergibt, wo von vornherein ausgeschlossen ist, dass die regionale Wirtschaft keine Chance bei der Auftragsvergabe hat. Wohlgemerkt schon die Planung und Ausschreibung fixiert diesen Fakt!

Wir haben in Nordhausen Baustoffproduzenten und auch ein sehr potentes Bauunternehmen. Beide zahlen hier Steuern, bilden aus und sind bei Veranstaltungen (zum Beispiel Rolandsfest) und Sportvereinen als Sponsor aktiv. Alle diese Dinge spielen in der Gedankenwelt der Verantwortlichen wohl keine Rolle. Auch der parteiübergreifende Aufsichtsrat scheint das gut zu finden.

Beim Thema kommunale Finanzen (Steuern) und Sponsoring ist Dr. Mathias Duft mit Sicherheit verduftet. Ob das im Sinne der Bürger ist?
Ulrich Schlegel
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

10.07.2019, 09.10 Uhr
Flitzpiepe | Genau das Gleiche
hatte ich mir auch gedacht.
Einfach mal so 5 Mio. € direkt in den Schlund einer Firma mit Milliardenumsatz außerhalb des Landkreises gesteckt.
Und weg ist das Geld...
Das macht Spaß, Frau Klaan, gell!
Genauso wie die Änderung der Corporate Identity. Also ehrlich, ich hätte diese hässlichen großen neuen SWG-Werbe-Platten an denkmalgeschützten Gebäuden in der Altstadt nicht zugelassen.

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10.07.2019, 09.40 Uhr
Leser X | Ein bisschen Marktwirtschaft...
... geht nun mal nicht. Der Sozialismus wurde doch auch abgeschafft, weil sich alles rechnen muss. Und in dem Fall soll dies nicht gelten? Nach dieser Logik dürfte jede Firma nur in ihrer eigenen Region Aufträge erhalten. Und andersrum dürfte Herr Schlegel keine Aufträge außerhalb von NDH kriegen.

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10.07.2019, 09.44 Uhr
geogott | Albern
Mit Verlaub Herr Schlegel, wie kann man sich hier die Blöße geben und so ein durchsichtiges Manöver fahren.
Wollen Sie jetzt auch allen Nordhäusern verbieten, dass sie Styropor auf bei Raab Karcher, Raiffeisen oder auf dem Baumarkt kaufen? Müssen jetzt alle bei Ihrem Dämmstoffhandel kaufen!?
Müssen auch alle Häuser in Nordhausen mit Sourell-Ziegeln gemauert werden?
Ich hoffe Sie machen nur im Landkreis Urlaub, sonst würden Sie ja das Geld auch nach außerhalb tragen.
Sicher haben Sie auch einen TV von Löwe und tragen nur Sachen von Trigema.
Sehen Sie wie albern ihre Aussagen sind. Es ist jedem sein gutes Recht da zu kaufen, wo er es für richtig hält.
Wenn lokale Unternehmen eben das schlechtere Konzept und/oder den höheren Preis haben, dann ist es nur legitim sich woanders umzuschauen.

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10.07.2019, 10.06 Uhr
Flitzpiepe | Die SWG
ist aber kein Privatunternehmen sondern ein kommunales Unternehmen.
Da sollten andere Maßstäbe gelten.
'Verantwortung für die Region' wie sich die SWG auf ihre eigene Fahne schreibt, sieht anders aus.

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10.07.2019, 11.04 Uhr
Fönix | @ ge-o-gott, so wie sie hier argumentieren
geht es aber auch nicht. Wo hat Herr Schlegel geschrieben, dass er allen Nordhäusern vorschreiben will, bei wem sie ihre Baumaterialien kaufen sollen und bei wem nicht ? Mit diesen Totschlagsargumenten disqualifizieren Sie sich selber. Herr Schlegel hat lediglich darauf hingewiesen, dass bereits mit der Art der Ausführung der Ausschreibung regionale Lieferanten ausgeschlossen werden. Als regionaler Unternehmer darf er fragen, warum das so ist, als Mitglied des Präsidiums der IHK Erfurt sowieso.

Dass die Billigpreise der Großunternehmen zu erheblichen Teilen darauf beruhen, dass sich der Transportaufwand nicht in angemessenem Umfang in der Preisbildung niederschlägt sondern in einer Mischkalkulation untergeht, ist ein weiterer Fakt, den ich hier aber nur am Rande erwähnen möchte. In Zeiten, wo die Erkenntnis wächst, dass der anthropogen verursachte zusätzliche CO2-Ausstoss die Erderwärmung massiv beschleunigt, sollte die Politik hier schnellstmöglich einen Paradigmenwechsel einleiten und den Warentransport, der zudem unsere Infrastruktur schneller zerstört, als sie repariert werden kann, entsprechend (be-)steuern. Die Zahl und die Ausdehnung der aktuellen Autobahnbaustellen sprechen da für sich.

Reregionalisierung der Wirtschaftskreisläufe ist hier mein Stichwort, dass ich schon seit mehreren Jahren verbal in den Ring werfe. Natürlich geht das nicht immer überall sofort, aber wo möglich, sollte es auch schnellstmöglich zur Maxime werden. Die totale Globalisierung ist da der völlig falsche Weg, damit erschließen sich die Großunternehmen nur niedrige Sozial- und Umweltstandards in der zweiten und dritten Welt zur Gewinnmaximierung und konterkarieren alle Bemühungen um eine CO2-Reduktion.

Selbstverständlich ist der einzelne Kunde frei in seiner Entscheidung, wo er was kauft. Erwarte ich aber schon vom privaten Kunden, dass er ein Mindestmaß an Umweltbewusstsein in seine Kaufentscheidung einfließen lässt, so muss ich das bei einem kommunalen Unternehmen in ganz anderem Umfang voraussetzen. Bekanntermaßen hat hier die Politik einen nicht unerheblichen Einfluss (man schaue sich nur die Aufstellung des Aufsichtsrates an!) und genau diese Akteure wollen uns jetzt mit der CO2-Steuer beglücken. Da sie damit ja nach eigener Aussage keine zusätzlichen Einnahmen generieren sondern den CO2-Ausstoß senken wollen, sollten sie damit mal im eigenen Haus anfangen.

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10.07.2019, 12.38 Uhr
Siegfried Werner | SWG
Wir werden am Ende sehen, um wie viel Millionen Euro sich das ganze nach oben geschraubt hat? Aber die SWG ist ja ein KOMMUNALES Unternehmen, da spielt ja Geld keine Rolle.

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10.07.2019, 13.42 Uhr
Flitzpiepe | Das denke ich wiederum nicht
dass sich die vertraglich vereinbarte Bausumme für die 2 Häuser wesentlich ändert.
Das sind alles Fertigteile, die komplett von Goldbeck geliefert werden. Deren Technologie ist im Gewerbehallenbau sehr ausgereift, beeindruckend und tausendfach bewährt.
Nun drängen sie halt noch in den lukrativen Wohnungsbau mit Kampfpreisen rein. Und die SWG rollt den roten Teppich aus...

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