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Mo, 09:07 Uhr
10.06.2019
Schriftenreihe „Heimatgeschichtliche Forschungen“

Revolution und Demokratie 1918/1919

Nachdem im Februar/März die erfolgreiche Sonderausstellung Revolution und Demokratie 1918/1919 – Der Einzug der Moderne in die Provinz“ stattfand, werden jetzt dank der Förderung durch den Verein „Weimarer Republik“ die zugehörigen Aufsätze der Studierenden in der Schriftenreihe „Heimatgeschichtliche Forschungen“ des Stadtarchivs Nordhausen/Harz gemeinsam mit Dr. Marie-Luise Zahradnik herausgegeben...


Der Band wird zum Vortragsabend des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins am 11. Juni 2019, um 19.30 Uhr, im Museum Tabakspeicher, durch Dr. Zahradnik vorgestellt. Der Vortrag thematisiert die damalige Situation in Nordhausen und geht der Frage nach, ob bezüglich der Nordhäuser Verhältnisse eher von einer „Revolution der Besonnenen“ die Rede sein müsste.

Die Aufsätze des Bandes skizzieren die Ereignisse im November 1918 und daraus zu ziehenden Rückschlüsse. Einleitend wird das Ende des 1. Weltkrieges mit einem Vergleich der Verhältnisse in Nordhausen und im Deutschen Reich dargestellt. Ebenso wird die Einflussnahme von Medien auf die Akteure und die Bewegung beleuchtet. Es wird die Novemberrevolution als „Revolution der Revolutionen“ diskutiert, um dann die Situation in Nordhausen in den Blick zunehmen. Die Folgen der Revolution wie die Gründung der Weimarer Republik und die Gründung Thüringens sind ebenso dargelegt. Ein Fachinterview und ein Impulsbeitrag von einem Gymnasialschüler ergänzen die Publikation.

Der Schrift ist bereits im Frühjahr 2019 die Sonderausstellung in der Flohburg | Das Nordhausen Museum vorausgegangen, gefördert von der Stiftung Kreissparkasse Nordhausen, der Sparkassenkulturstiftung Hessen-Thüringen und Weimarer Republik e.V..

Auf elf Bannern wurden die Ergebnisse der an einem Forschungsseminar an der Hochschule Nordhausen 2018 mitwirkenden Studierenden festgehalten. Dazu riefen der Landesverband Thüringen im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare mit dem Verein Weimarer Republik und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen 2018 zur Mitarbeit auf.

Daraus entstand ein gemeinsames Projekt zwischen dem Stadtarchiv und der Hochschule Nordhausen. Diese bot 2018 ein Forschungsseminar für die Studierenden des Bachelorstudiengangs Öffentliche Betriebswirtschaft/Public Management und des Masterstudiengangs Public Management & Governance an. So erhielten die Studierenden nicht nur die klassische Lehrstoffvermittlung in einem Seminarraum der Hochschule, sondern konnten das Stadtarchiv als Lern- und Forschungsort nutzen.

Der Eintritt zum Vortragsabend des Nordhäuser Geschichts- und Altertumsvereins 11. Juni 2019, um 19.30 Uhr, im Museum Tabakspeicher ist frei.
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Kommentare

10.06.2019, 12.23 Uhr
Joerg B. | „Geschichte ist ...“
Danach habe ich mal schnell gegoogelt und z.B. dieses gefunden:

„Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.“
(Voltaire, eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller, 1694 - 1778) nach www.aphorismen.de

#Na, dann ist doch alles klar!#, wird jetzt so mancher Stammtischphilosoph ausrufen. #Klar, Höcke hat Recht. 75 Jahre lang haben uns die Alliierten ihre Lügen aufgezwungen. Und im Osten unseres geschundenen Vaterlandes war es noch schlimmer: Der von Juden wie Marx erfundene Bolschewismus vergewaltigte sogar die Seelen unserer Kinder und erzog sie im Rahmen der „Reeducation“ mit Hilfe sogenannter „Neulehrer“ zum Hass auf das eigene Volk. Deshalb benötigen wir heute ganz dringend eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad!#

WICHTIG:
Mit dem #-Zeichen, auch Hashtag, (Schweine-)Gatter, Lattenkreuz oder Gartenhag genannt, will ich verdeutlichen, dass es sich bei dem Text dazwischen weder um ein Zitat im eigentlichen Sinne, noch um meine persönliche Meinung handelt.

Die „Weimarer Republik“ „musste“ nicht unbedingt scheitern. Ein „Es musste ja so kommen!“ kennt die seriöse Geschichtsschreibung ebensowenig wie eine beschränkte Weltsicht vom nationalen Maulwurfshügel, wie sie heute von Teilen der AfD propagiert wird.

Am Beispiel des Voltaire-Zitats zeigt sich, dass man bei „klugen Sprüchen“ auch immer hinterfragen sollte, WER etwas unter welchem UMSTÄNDEN gesagt hat. Voltaire lebte in der Zeit des weltlichen und religiösen Absolutismus, in der Volksverdummung und Lüge quasi die herrschenden Staatsdoktrinen waren.

Auch die „Weimarer Republik“ ist ohne ihr Vorgängerregime nicht verstehbar. Generationen von Volksschullehrern vermittelten in der Kaiserzeit ihren Schülern das Weltbild eines Heinrich Gotthard von Treitschke (Googeln!), das ihnen zuvor selbst eingetrichtert wurde.

Treitschke-Zitate:

„Unermeßlich ist die Macht des Neides gerade in freien, demokratischen Nationen. Die Vorstellung der Gleichheit wird krampfhaft festgehalten, eben weil sie nicht wahr ist, weil die Ungleichheit der Personen als solcher uns überall entgegentritt.“

„Von allen menschlichen Begabungen liegt keine dem Weibe so fern wie der Rechtssinn. Fast alle Frauen lernen, was Recht ist, erst durch ihre Männer.“ (Zitiert nach www.gutzitiert.de)

Wer in einem solchen Geiste erzogen wurde, konnte nur schwerlich eine demokratische Gesinnung entwickeln.

Nie war der Zugang zu Information und Bildung so leicht wie heute. Allerdings auch zu Desinformation, Halbbildung, „fake news“ und modernen Dolchstoß-Legenden. Solange über solche Ausstellungen und Vorträge noch berichtet wird – und diese auch besucht werden!? – ist auch diese Demokratie vielleicht noch nicht verloren, auch wenn sie zu gefühlten 50% mehr eine Lobbykratie ist. Wenn allerdings noch einmal die Nacht eines volksverdummenden Populismus über Europa hereinbrechen sollte … so tragen auch die „Altparteien“ CDU, SPD und FDP ihren Teil der Schuld daran – ähnlich wie die entsprechenden Parteien in der „Weimarer Republik“.

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11.06.2019, 01.28 Uhr
Andreas Dittmar | Der Jörg B. und die AfD......
Bleiben wir doch mal in Deutschland beim Thema Antisemitismus. Als Protest gegen den jährlich stattfindenden Al Quds March (googeln) und zum Zeichen der Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürgern ruft man heutzutage eben zum " Kippa tragen" auf . Auch die radikalislamische Hizbollah zu verbieten kommt für Deutschland nicht infrage. Mitgliedern diverser politischer Risikogruppen so einen möglichen Asylanspruch zu verwehren, geht gar nicht. Auch könnte man damit den "Erfolg" der aktuellen Mission von Heiko Maas in Teheran gefährden.

Wer steht übrigens wieder hochgerüstet an der russischen Westgrenze ?

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11.06.2019, 11.21 Uhr
Joerg B. | Björn Höcke mit Kippa?–)
„Nichts ist unmöglich ...“, nicht nur bei einer weltbekannten Automarke. Björn Höcke ist in der Thüringer AfD nun mal nicht irgendein „Hinterbänkler“. Somit erachte ich es – vor dem geschichtlichen Hintergrund der „Weimarer Republik“ – nicht nur für erlaubt, sondern für geradezu geboten, ihn auf gewisse Sätze seiner Dresdner Rede vom 17.1.2017 verbal festzunageln.

Eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ kann ja wohl kaum etwas anderes bedeuten, als dass die Geschichtsbücher um 180 Grad umgeschrieben werden müssten, falls die AfD einmal in Thüringen den Kultusminister stellen würde. Das wird sie das allerdings so schnell nicht tun (können). Wer aber mal in das von manchen so heiß geliebte Russland schaut, kann dort erkennen, wie so eine allmähliche erinnerungspolitische Wende auch in Deutschland ablaufen könnte. "Putin will den Stalin-Anhängern nicht widersprechen", lautet ein Artikel in der Süddeutschen.

"Wer ein Jud' ist, bestimme ich!", dieser dem österreichischen Politiker und Bürgermeister von Wien, Karl Lueger (1844-1910) und später auch Hermann Göring zugeschriebene Ausspruch macht deutlich, wie karrieristische Politiker auch bestimmte latent weiterbestehende Grundüberzeugungen dem gerade opportunem Zeitgeist anzupassen imstande sind. So traue ich manchen aus Björn Höckes Partei durchaus zu, sich „zum Zeichen der Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürgern“ auch mal eine Kippa aufzusetzen. Holocaustüberlebende, die sie ihnen vom Kopf reißen könnten, gibt es ja kaum noch.

Der sonst durchaus notwendige Hinweis auf den Al Quds March und die „Partei Gottes“ hört sich doch sehr nach „Haltet den Dieb!“ an.

„Beim Studium der Geschichte macht mich immer wieder die Tatsache traurig, dass wir sie erst nachher studieren.“
(Alfred Delp, 1907 - 1945 hingerichtet, deutscher Theologe, Mitglied des Kreisauer Kreises)
Quelle: aphorismen.de


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11.06.2019, 11.43 Uhr
Fönix | Sehr geehrter Herr Dittmar,
ich habe mir gestern Abend die Zeit für den Film "Das Tagebuch der Anne Frank" gegönnt. Im Ergebnis dessen und einer darauf folgenden etwas unruhig geschlafenen recht kurzen Nacht sehe ich mich in meiner Haltung bestätigt: Eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" ist das letzte, was Deutschland aktuell braucht. Solange die Protagonisten der AfD und erhebliche Anteile ihrer Mitglieder einer solchen Parole hinterher laufen, bleibt diese Partei für mich unwählbar. Auch wenn sich der Ausgangsartikel schwerpunktmäßig auf die Zeit nach Ende des 1. Weltkrieges bezieht, so ist dieser Zeitraum doch durchaus von Bedeutung. Schließlich wurden in den folgenden Jahren auch und gerade durch die Politik die Fundamente für den späteren Naziterror gesetzt. Es würde Deutschland hinsichtlich seiner internationalen Reputation gut zu Gesicht stehen, zu diesem Gräuelregime und seinen Doktrin größtmöglichen Abstand zu wahren. Die besondere Verantwortung unseres Volkes nicht nur in dieser Hinsicht brauche ich hoffentlich nicht zu betonen.

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