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Do, 14:05 Uhr
24.03.2005

Die zweite Auflage erscheint

Nordhausen (nnz). Es ist keine Frage, dass sich das am 1. April erscheinende Landkreismagazin den Aprilereignissen des Jahres 1945 in unserer Region widmet. Was darin zu lesen sein wird? Mit dem bekannten Klick sind Sie schlauer....


Eine Augenzeugin, Ursula Panse, erzählt, wie sie, die aus Breslau evakuiert wurde und in Nordhausen bei Verwandten unterkam, die Bombardierungen am 3. und 4. April erlebte. Sie hatte 1942 den Urlaub in der Stadt am Südharzrand verbracht und erinnert sich: „Damals war ich beinahe verliebt in die Stadt und ihre Umgebung, besonders in die Altstadt mit ihren Treppen und Wällen, wo sich an manchen Stellen Ludwig Richter und Karl Spitzweg geradezu in die Gegenwart drängten.“ Sie flüchtete am 4. April 1945 in den Keller des Taschenberges Nr. 2 und schreibt: „Das waren keine 15 Minuten, sondern eine Ewigkeit, - pausenlosem, ohrenbetäubendem Heulen und Detonationen ohnmächtig ausgeliefert, seelisch erstarrt und keiner Gedanken fähig, höchstens zu einem Stoßgebet. In dieser Verfassung waren wir wohl alle im Raum, 6 Frauen und 5 Männer. Die ersten Minuten konnten wir uns noch sehen, was irgendwie tröstend wirkte. Doch bald herrschte totale Finsternis, da eine Schuttlawine das kleine Kellerfenster eindrückte. Der Staubqualm trieb uns heraus, - oder waren wir verschüttet? Das Bomben hörte zum Glück auf, und was für ein großes Glück, wir kamen alle heil heraus... Aber in was für eine Welt!“

Dem Beitrag sind Zeichnungen von Karl Bornträger hinzugegeben und eine des Malers und Grafikers Otto Knöpfer aus Erfurt von der Ruine der Frauenbergkirche, 1952 in sein Skizzenbuch eingezeichnet. Sie wird hier das erste Mal veröffentlicht. Der Nordhäuser Adolf Scheer schrieb nach dem Krieg ein Gedicht, das er den Trümmerfrauen widmete. Es wird im Landkreismagazin gleichfalls erstmals gedruckt.

Am 11. April 1945 befreite die amerikanische Armee das KZ Mittelbau-Dora. Für die KZ-Gedenkstätte wurden in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts plastische Kunstwerke geschaffen, die das Erinnern an die KZ-Geschichte am Südharz künstlerisch ausdrücken. Im Magazin wird die Bogenmauer vorgestellt, mit Kupferreliefs gestaltet, die der Künstler Heinz Scharr entwarf und ausführte. Dargestellt ist der Leidenszug der Häftlinge. Scharr schuf einen Fries von 14 überlebensgroßen Personen, die in ihrer Gestaltung zeigen, in welcher Verfassung die gequälten Menschen waren, in denen jedoch trotz alledem ein hohes Maß von Würde liegt. Allein, zu zweit oder zu dritt sind sie unterwegs. Eine liegende Rose am Ende der Kupferwand zeigt Hoffnung für die Zukunft.

Auch an den 200. Todestag des Dichters Friedrich Schiller am 9.3.2005 wird erinnert, für den im Mai 1905 ein Schillerhain mit einer Schillerbank im Stadtpark von Nordhausen errichtet wurde. Überhaupt ließ sich die Stadt Nordhausen damals allerlei zur Ehrung dieses begnadeten Dramatikers, Lyrikers und Essayisten einfallen. Man kann dies im Magazin im Detail nachlesen. Vielleicht wird ja der Granitstein vom Brocken, an dem seit 1964 das Schillermedaillon angebracht ist, an diesem 9. Mai von dem einen oder anderen aus der Region aufgesucht.

An der Regelschule „Hainleite“, z.Z. umfassend rekonstruiert, ist ein farbenfrohes Wandbild zu sehen, „Don Quichote und Sancho Panza“, 1986 von Jost Heyder aus Erfurt geschaffen. Diese Kunst am Bau blieb erhalten, anders als das große Wandgemälde „Den Kindern der Welt“ in der Stolberger Straße 131 in Nordhausen von Werner Wagner aus Weimar, das bei Rekonstruktionsarbeiten unsichtbar gemacht wurde. Veranstaltungen aus der Region komplettieren das Landkreismagazin für die Monate April bis Juni 2005.
Autor: nnz

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