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Mi, 14:50 Uhr
15.05.2019
Grundschule Bleicherode erhielt neue Schulküche

Schulessen mal anders

Wenn's schmeckt, dann ist am Ende auch der Teller leer. An der Bleicheröder Grundschule ist das seit kurzem immer öfter der Fall. Denn was auf den Teller kommt, das entscheiden die Schüler hier jetzt selber. Möglich gemacht hat das der Landkreis, der nicht nur für eine neue Küche, sondern auch für eine neue "Esskultur" gesorgt hat...


Zum Mittag gab es einen Klassiker des ostdeutschen Schulessens: Senfeier mit Kartoffeln und roter Beete. Oder doch lieber Reissuppe mit Eiklar? Salat? Quarkspeise mit Früchten? Wer in der Schulkantine Schlange steht, hat für gewöhnlich wenig Auswahl. "Kübelessen" nennt man das, in den Morgenstunden wird das Essen in der Großküche zubereitet, bis zehn Uhr in die Schulen geliefert und bis zum Mittag verzehrt.

Vitamine und Nährstoffe sind am Ende dieser Kette Mangelware, von Konsistenz und Geschmack ganz zu schweigen. Das Mittagessen ist vor allem ein Magenfüller. An der Bleicheröder Grundschule kann man seit einer guten Woche andere Wege gehen. Alles was frisch zubereitet werden kann, von der Sättigungsbeilage über das Gemüse bis zum Nachtisch, wird vor Ort frisch auf den Teller gebracht. Lediglich Fleisch und Fisch werden noch in der Großküche vorbereitet.

Statt einer kleinen Ausgabestelle an der die gute Küchenkraft das Gericht des Tages auf den Teller knallt können die Grundschüler am Buffett selber auswählen, was und wieviel sie essen wollen. Rund 180 der 220 Schülerinnen und Schüler nahmen bisher an der Mittagsspeisung teil, erzählt Schuldirektor Diethard Groß, seit der Eröffnung der neuen Küche sind es noch ein paar mehr geworden und sogar einige Lehrer essen jetzt mit. Besonders bemerkenswert sei der Rückgang des Bioabfalls gewesen, seit die Kinder selber wählen können, wieviel Essen auf dem Teller landet, habe sich die Menge des Abfalls um die Hälfte reduziert.


Die neue Küche hat man der Initiative des Schulverwaltungsamtes zu verdanken. Insgesamt konnte der Landkreis 100.000 Euro in die neue Küche investieren, der Großteil des Geldes wurde aus Landesmitteln aufgebracht. Die Früchte der eigenen Arbeit einmal in Aktion zu sehen freute besonders die Landtagsabgeordnete Dagmar Becker. Man habe im Parlament lange kämpfen müssen um das Küchenprojekt aus der Taufe zu heben und ordentlich auszufinanzieren, erzählte Becker.

Die Petermannschule ist eine von elf Schulen im Freistaat, die in den "Genuss" des Leuchtturmprojektes gekommen sind. Gearbeitet wird nach den strengen Vorgaben der Deutschen Ernährungsgesellschaft "DEG", die Zubereitung vor Ort übernimmt wie bisher die Großküche der Arbeiterwohlfahrt, die sich in Bleicherode befindet. Zusätzlich zur Renovierung des Speisesaals und der technischen Ausstattung der Küche wird auch jedes einzelne Mahl mit 1,30 Euro gefördert, erklärte der Leiter der Schulverwaltung, Georg Müller. "Das ist auch möglich weil die August-Petermann-Schule die größte Grundschule im Landkreis ist. Perspektivisch wäre es natürlich wünschenswert wenn wir das Schulessen komplett kostenfrei anbieten könnten. Aktuell ist es aber so das der Personalaufwand in der "Mischküche" größer ist und es bei kleineren Schulen mit weniger Kindern schwierig wird, ein solches System wirtschaftlich aufrecht zu erhalten. Bei Neubauten planen wir die Küchen aber bereits so, dass sie theoretisch auch als Mischküchen funktionieren können."

Ein "kleines" Geschenk hatte Landrat Matthias Jendricke mitgebracht: eine Suppenkelle im XXL-Format samt Gravur. "Bleicherode, iss dich fit" steht da zu lesen. Die neue "Esskultur" werde hoffentlich nicht nur in der Mittagspause "Schule" machen, meinte Jendricke, sondern auch zu Hause weiter gelebt werden.
Angelo Glashagel
Neue Schulküche für Bleicherodes Grundschule (Foto: Angelo Glashagel)
Neue Schulküche für Bleicherodes Grundschule (Foto: Angelo Glashagel)
Neue Schulküche für Bleicherodes Grundschule (Foto: Angelo Glashagel)
Neue Schulküche für Bleicherodes Grundschule (Foto: Angelo Glashagel)
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Kommentare

15.05.2019, 17.40 Uhr
Geräte Müller | Bitte fair bleiben!
Ich finde es schön, dass die Kinder nun endlich ein vernünftiges Essenangebot bekommen. Das ist eine gute Sache.
Ich finde es aber unangemessen, wenn man das normale Schulwesen als "aus dem Kübel" quasi diffamiert. Der überwiegende Teil der Caterer richtet sich streng an den Qualitätsstandards der DGE aus und ist teilweise sogar besser.
Des Weiteren wird durch diese Subvention eine Besserstellung eines im Wettbewerb stehenden Unternehmens vorgenommen.
Das Land Thüringen als Förderer sollte hier mal in sich gehen und überlegen, warum diese Möglichkeit nicht allen Kindern geboten wird? Das ist unfair.

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15.05.2019, 18.37 Uhr
N. Baxter | endlich
mal etwas vernünftiges und sinnvolle Investition. Daumen hoch...

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