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Mo, 10:00 Uhr
06.05.2019
Antikorruptionsbericht 2017

Viele offene Fragen

Die Bitte um Einsichtnahme in den Antikorruptionsbericht des Jahres 2017 basiert auf einer Information, die Stadtrat Georg Müller bekommen habe und die offensichtlich eine Diskrepanz zwischen den Informationen des Oberbürgermeisters an den Stadtrat und dem Inhalt des Originalberichtes vermuten lässt...


"Diese Einsichtnahme wurde definitiv verwehrt", sagt Müller. Dementsprechend wurde durch die Fraktionen der Linken und der SPD die Kommunalaufsicht informiert, um die Rechtmäßigkeit einer solchen Verweigerung gegenüber Stadträten zu prüfen.

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Zwischenzeitlich hat die Kommunalaufsicht auf die Thüringer Kommunalordnung verwiesen, welche ausführt: „Der Gemeinderat hat das Recht und auf Verlangen eines Viertel seiner Mitglieder die Pflicht, vom Bürgermeister in diesen Angelegenheiten Auskunft zu fordern und Akteneinsicht durch von ihm beauftragte Ausschüsse oder bestimmte Gemeinderatsmitglieder zu nehmen“.

Das Durchsetzen der Akteneinsicht scheint umso mehr geboten, da zwischenzeitlich ein weiterer Auszug aus dem Antikorruptionsbericht vorliege. "Da geht es um den Geburtstagsempfang eines leitenden Angestellten der Stadtverwaltung im Bürgersaal. An diesen Empfang nahmen Vertreter der Wirtschaft als auch der Politik teil. Die gestellten Fragen der damaligen Antikorruptionsbeauftragten nach Miete für den Bürgersaal und Freistellung bzw. Vergütung der Mitarbeiter, welche für die Betreuung der Gäste abgestellt waren, wurden dahingehend beantwortet, dass der Empfang überwiegend dienstlichen Charakter hatte und dies durch den damaligen Oberbürgermeister bestätigt wurde", so Müller.

Die weiteren Fragen der Antikorruptionsbeauftragten an den vormaligen Oberbürgermeister Dr. Zeh nach Genehmigung des Geburtstagsempfangs, nach Inanspruchnahme von Auszubildenden als auch die Zustimmung der Annahme von Geschenken und die Auflistung über den Umfang und dem Wert wurden nicht schriftlich beantwortet. Daher sollten und müssen diese Fragen erneut gestellt werden.

Im nächsten Stadtrat werden sicherlich mehr als ein Viertel der Stadträte der Akteneinsicht zustimmen, da im vorliegenden Bericht eine weitere Anfrage seitens der Antokorruptionsbeauftragten zum Bauordnungsamt den Stadträten nicht bekannt gemacht wurde.

"Natürlich werden in diesen Wochen alle Auseinandersetzungen als Wahlkampf abgetan, dennoch geht es hier um den grundsätzlichen Umgang der Verwaltungsspitze mit den Stadträten. Der Zeitpunkt wurde nicht durch Wahltaktik bestimmt, sondern durch die tragischen Ereignisse um die Beteiligten ausgelöst", schreibt Müller abschließend.
Autor: red

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Kommentare
Franz Tabak
06.05.2019, 10:48 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
be quit!
06.05.2019, 12:51 Uhr
Qualitätsjournalismus.
Und immer wieder die gleiche Tour - Oberbürgermeister und die gesamte Stadtverwaltung stehen im Fokus der NNZ. Dinge die in anderen Städten selbstverständlich sind, eine Zusammenkunft aus Wirtschaft und Verwaltung werden hier angeprangert - anstatt man froh ist, wenn alle Zahnräder halbwegs ineinander greifen und dadurch eventuell Arbeitsplätze gesichert werden, Wohnungen saniert werden und eben dies durch eine funktionierende Wirtschaftsförderung.. Solche Nichtigkeiten werden hier zum Dreh- und Angelpunkt der Nordhäuser Entwicklung.

Liebe NNZ Journalisten, prüft doch bitte auch die Vorgänge im Landratsamt und der Servicegesellschaft (bezugnehmend auf die oben genannten Parteien) mit einer solchen akribischen Finesse - Thematisiert Stellenvergaben, Ausschreibungsverfahren und all Das, was dort nach eigenem Ermessen abläuft. Und verfallt nicht in stumpfsinniges parteiisches Jubeln für Feuerwehr, Fußballplatz und eine irrwitzige Straßenbahnlinie in schrumpfende ländliche Gebiete. Nur allein die Überlegungen und die damit einhergehende gut bezahlte Arbeitszeit einiger Angestellter, ist dabei schon eine größere Steuerverschwendung als 2-3 helfende Azubis bei einem Wirtschaftsempfang.

Dieser ganze "Kindergarten" zwischen Stadt und Landkreis steigert nur die Politikverdrossenheit der Allgemeinheit und stärkt die "falschen" Parteien. Die nächste Wahl, wird mit ihrer Beteiligung dafür wieder das beste Zeugnis sein.

PS: um wilden Vermutungen vorzubeugen - hier schreibt kein Angestellter der Verwaltungen, kein Wirtschaftsboss und auch kein Mitglied einer Partei, nur jemand mit Lesebrille.
Nörgler
06.05.2019, 13:27 Uhr
be quit
Das ist echt stark. "wenn alle Räder in einander greifen", dann ist das genau der Anfang von Korruption. Der Oberbürgermeister wird doch nur von der SPD und der Linken angegangen, weil er genau diesen Bericht unter Verschluss hält. Wenn darin nur Pille Palle aufgelistet wird, dann kann das doch jeder lesen. Zumindest jeder Stadtrat. Ach ja, und Azubis müssen kellnern, wenn ein Amtsleiter in Diensträumen seinen 50., Geburtstag feiert. Verstehe ich das richtig?
Nordhäuser65
06.05.2019, 13:53 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
be quit!
06.05.2019, 14:59 Uhr
@Nörgler
Da ist der Name Programm? Es geht darum, dass es weitaus wichtigere Probleme gibt und die für mich alle unter dem Überbegriff -Korruption- zusammenlaufen. Wenn man selbst als Außenstehender (aus eigenen Erfahrungen, Berichten von Angestellten und anderen zuverlässigen Quellen - kein schnöder Stammtischmist) schon weiß wie es in mancher öffentlicher Institution in Nordhausen abläuft - dann verwundert es schon sehr, dass vergleichsweise Kleinigkeiten immer und immer wieder thematisiert werden, anderes jedoch ungesagt und noch viel schlimmer: ungeahndet bleibt. Wenn Personen jedoch eine eingeschworene Fanbase haben, dann kann eben auch der wichtigste Nordhäuser Medienauftritt feste Opfer- und Täterrollen vergeben.

Mit keiner Silbe erwähnte ich in meinem Text, dass die Stadträte diesen Bericht nicht einsehen sollen - es scheint ja klare Regeln zu geben und die folgende Abstimmung wird ja zu einem demokratischen Ergebnis führen. Es geht mir darum, dass strategisch Berichterstattung in eine Richtung erfolgt. Und eben dieses Vorgehen nicht dem Ideal des Journalismus entspricht (oder entsprechen sollte).

Da diese Veranstaltung schon mehrfach Thema war, meine vage Vermutung aus den Berichten: Es schienen ja Vertreter der Wirtschaft und Hauptakteure des Stadtgeschehens anwesend gewesen zu sein - und eben nicht Familie, Freunde und die Vereinskumpels des örtlichen Kegelklubs. Vielleicht ja doch eine Veranstaltung mit der Zielsetzung der Wirtschaftsförderung, um die Aufgabe der Stadt als Bindeglied wahrzunehmen? So wie sie Vielerorts üblich ist.
Aber Stadtverwaltungs-Bashing ist viel amüsanter (und einfacher).

Und zu letzterer, leicht überspitzter Frage: Es soll Auszubildende & Studierende geben, die ganz gerne mal kellnern. Schlecht kann ich mir vorstellen, dass dort ein Zwang bestand. Aber Herr Nörgler kann dies mit Sicherheit besser einschätzen als ich.
Nörgler
06.05.2019, 15:23 Uhr
Hallo Quitter!
Da haben wir ja die Auftrag des Rathauses mehr als erfüllt. Tolle Leistung. Nur danken wird das niemand.
Hans Dittmar
06.05.2019, 15:30 Uhr
SPD ließ Korken krachen und wer zahlte?
Wie viel Dummheit die SPD an den Tag legt, zeigt die Kindergartengruppe der Sozialdemokraten. Anstatt mit sachlichen Themen in den Wahlkampf zu ziehen, will man einzelne Personen diffamieren.
Ich hoffe die SPD lässt sich dabei gleich noch die Antikorruptionsberichte von 2007 bis 2014 vorlegen.

Frau Rinke feierte 2007 ihren 60.Geburtstag im Foyer des städtischen Theaters. https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=37408

Ihren 65. Geburtstag feierte Frau Rinke auf der seinerzeit teuersten Baustelle der Flohburg. Durch das Programm führte der Bürgermeister. https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=105437

Und natürlich auch unser Bürgermeister und jetziger Landrat feierte seinen 40. Geburtstag. Wo? Im Tabakspeicher. Und dazu wurden ordentlich Einladungen gedruckt und die Mitarbeiter des Ordnungsamtes (der Chef er war) war Einweiser für die Gäste am Parkplatz.
Und das Beste, mit einem Flyer war Herr Jendricke um Spendengelder für seinen Wahlkampf. siehe: https://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=105927

Ist das geil!? Wie viele Leute wurden hier beschäftigt? Wer hat das alles bezahlt?

@ Nörgler
Was war jetzt noch mal der Auslöser 2017?
Rainer H.
06.05.2019, 15:57 Uhr
SPD feiert - Volltreffer Herr Dittmar
Ich habe mir den Beitrag von Herrn Jendrickes 40. Geburtstag durchgelesen. Die Kommentare waren natürlich das Beste. Korruptionsvorwürfe ohne Ende.

Da kann man nur sagen, toll SPD. Einfach voll vor die Wand! Danke NNZ - für das Archiv!
Kilian Baltres
06.05.2019, 16:51 Uhr
Dieser Streit bringt NDH nicht weiter
Man fühlt sich zurückvesetzt. Nichts hat sich geändert, Stadt gegen Kreis und umgekehrt wegen Sachen, die der Bürger so wie so nicht überprüfen kann. Neuanfang war versprochen, jetzt soll er auch kommen! Aber, vielleicht ist es doch richtig wenn völlig neue Leute die Verantwortung hier übernehmen. K. Baltres
Realist 1.0
06.05.2019, 18:06 Uhr
Da kann sich Hans-Georg Müller rausreden und winden wie er will
Von wegen kein Wahlkampf. In meinem letzten Kommentar zu dem Themenbereich habe ich schon geraten, Herr Müller wenn eine Partei wie die Nordhäuser SPD im Glashaus sitzt sollte man nicht Brandsteinen um sich werfen. Ich möchte nicht wissen wie oft es die Nordhäuser SPD, 1994 bis 2012 die Korken knallen gelassen haben. Da gebe ich be quit! vollkommen recht mit seinem Kommentar, es wäre mal Interessant was eigentlich für Eskapaden im Landratsamt ablaufen, mir kann niemand erzählen das Herr Jendricke eine komplett reine Weste hat.
HUKL
06.05.2019, 21:54 Uhr
Auch nach Geburtstagen folgen oftmals unangenehme Nachfragen.....
Dank des aufmerksamen Lesers, Hans Dittmar werden bei dieser Problematik auch noch Erinnerungen wach:

Obwohl anlässlich der 60- jährigen Geburtstagsfeier von Frau Rinke, die 2007 in Nordhausen regierte und liebend gerne einige Jahre danach noch in der Landeshauptstadt einen Ministerposten gehabt hätte, im Theater – Foyer nicht nur von den anwesenden ca. 200 hochkarätigen Gästen u.a. als Attraktion von den fleißigen Wasserverbandmitarbeitern ein tolles und bestimmt auch zeitaufwendiges Puzzle aus über 2000(!) Bildern erhielt, wurde damals kaum eine Umfrage gestartet, ob dieses vielleicht in der Arbeitszeit entstand!

Als sie erneut fünf Jahre später auf der Baustelle der „Flohburg“ zu ihrem nächsten runden Ehrentag eine ähnliche Anzahl der Gratulanten begrüßen konnte, formulierte sie ihre Dankesworte für alle dort anwesenden Politik- Aktivisten sämtlicher Parteien bescheiden mit den Worten; „ich habe doch nur das getan, was man von mir auch erwartet hat“!

Wenn das unsere gewählten gegenwärtigen politischen Führungskräfte und aufgeschreckte Bürger von Nordhausen gehört hätten, gäbe es bestimmt keine Umfrage zum oben genannten Diskussionsthema!!!

Auch der schlitzohrige heutige Landrat Jendricke konnte schon immer feiern. Er hatte geschickterweise seinen geladenen Gästen an seinem 40. Geburtstag, der schon 2012 war, bekanntlich auf der den Rückseiten der zahlreichen Einladungen um eine milde Spende für seine geliebte SPD gebeten......

Mit Bescheidenheit kommt man demnach gut voran!
geloescht.20250302
06.05.2019, 21:56 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrages
Andreas Dittmar
07.05.2019, 10:50 Uhr
immer noch kein Schritt weiter ?
Korruption ist kein Wahlkampfthema sondern eine Straftat. Das Datenschutzbelange einer umfassenden Veröffentlichung durch die Presse entgegenstehen, ist auch für mich verständlich. Die Verwehrung von Informationen gegenüber Stadträten jedoch, wirft Fragen auf. Warum hat man nicht sofort alle Möglichkeiten ausgeschöpft ? Die E-Mail, welche hier allumfassend thematisiert wurde, ist nur ein kleiner Schritt. Kommt nach einer Woche keine Antwort, muss man den nächsten Schritt machen. Ich persönlich habe nichts gegen Geburtstagsfeiern in öffentlichen Einrichtungen, wenn der Gastgeber die kosten aus der eigenen Tasche zu den Konditionen trägt, wie alle Anderen auch. Wenn hier wer schummelt, muss das zeitnah Konsequenzen haben.
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