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Fr, 12:30 Uhr
05.04.2019
Nordhäuser Museumskonzeption

Kann das Alte endlich weg?

Die drei städtischen Museen Nordhausens wollen sich weiterentwickeln und mehr Besucher anlocken. Wohin die Reise geht, das will die Stadtverwaltung jetzt zusammen mit der Bürgerschaft ausloten, analog und digital...

Die Stadtverwaltung will die Nordhäuser Museen in die Zukunft führen - mit der Beteiligung der Bürger (Foto: Angelo Glashagel) Die Stadtverwaltung will die Nordhäuser Museen in die Zukunft führen - mit der Beteiligung der Bürger (Foto: Angelo Glashagel)

Im stadthistorischen Museum Flohburg kann man kleine Zeichen der Veränderung schon heute beobachten. Die viel gelobte Himmelgartenbibliothek, die einst im Bürgerhaus eine neue Heimat finden sollte, fristete im Sonderveranstaltungsraum des Museums ein Schattendasein. Das wertvolle Erbe der Vergangenheit ist seit kurzem vom Keller in das thematisch passendere Erdgeschoss des Museums umgezogen.

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Ein besserer Platz, der es dem Museum vielleicht auch die Möglichkeit gibt, die Sammlung nicht nur zu präsentieren, sondern auch mit mehr mit ihr zu arbeiten. In der Museusmpädagogik hat man sich bisher wacker geschlagen und versuchte aus den knappen Mittel der musealen Arbeit das Beste herauszuholen. Wacker heißt aber nicht immer gut oder interessant.

Das könnte sich bald ändern, die Stadt möchte ihre Museen frisches Leben einhauchen und hat einen Konzeptentwurf zur Weiterentwicklung von Flohburg, Tabakspeicher und Kunsthaus erarbeitet. Die Zahl der knapp 23.000 Besucher, die man im vergangenen Jahr zählte, soll perspektivisch verdoppelt werden, erklärte heute Museumsleiterin Susanne Hinsching.

Dabei hofft man auf die Rege Beteiligung der Nordhäuser Bürgerschaft. Die Nordhäuserinnen und Nordhäuser sind dazu aufgerufen, sich in digital und analog in den weiteren Prozess einzubringen. Zu diesem Zweck hat die Stadtverwaltung einen Fragebogen und eine korresponiderende Website erstellt und eine kleine Marketingkampagne gestartet.

"Ist das Kunst oder Krempel?"

In fünf Bereichen möchte man die Meinung der Bürgerschaft einholen. Sind die Profile der Museen richtig gewählt? Wie kann die Besucherfreundlichkeit verbessert und der Besuch attraktiver gestaltet werden? Wie sollte die Vernetzung mit den anderen Einrichtungen der Stadt aussehen? Antworten und Vorschläge können per Fragebogen oder online unter www.zukunft-museen.de abgegeben werden. Die Papiervariante der Umfrage ist seit heute in den einzelnen Häusern erhältlich.

v.l.: Pressesprecher Lutz Fischer, Bürgermeisterin Jutta Krauth, Museumsleiterin Susanne Hinsching (Foto: Angelo Glashagel) v.l.: Pressesprecher Lutz Fischer, Bürgermeisterin Jutta Krauth, Museumsleiterin Susanne Hinsching (Foto: Angelo Glashagel)

Man befinde sich an einem Scheideweg, erklärte Bürgermeisterin Jutta Krauth, um die Nordhäuser Museen in ihrer 140jährigen Geschichte in die Zukunft zu führen, müssten neue Nutzergruppen erschlossen werden. Digitalisierung ist dabei ein großes Stichwort, die Angebot der drei Häuser sollen auch vom Wohnzimmer oder dem Klassenraum aus abrufbar sein.

Gut möglich das die Einrichtungen in Zukunft auch mehr Personal erhalten, aktuell sind gerade einmal zwei Personen mit der Ausgestaltung der inhaltlichen Arbeit der drei Museen befasst.

Möglich aber nicht in Stein gemeißelt. Man mache derzeit den ersten Schritt zur Gestaltung der Museumskonzeption. Bis zum 26. April können Meinungen abgegeben werden, Anfang Mai soll der überarbeitete Konzeptvorschlag dann in den Stadtrat eingebracht werden. Zuvor wird man am 18. April den Thüringer Minister für Kultur, Dr. Benjamin-Immanuel Hoff zu einem Stadtgespräch rund um die Museumkonzeption begrüßen.

Der Zeitplan sei zwar "konzentriert", die Beteiligung der Bürgerschaft sei mit dem Beschluss des Stadtrates aber noch nicht an ihrem Ende. "Wir müssen erst einmal sehen wo wir stehen und wo wir hinwollen, sind diese Grundlagen gelegt, dann können wir gemeinsam sehen wie wir die Ziele erreichen wollen", sagte Frau Krauth.

"Als Kulturpolitiker erlebt man es selten das über die Weiterentwicklung von Museen und nicht über sparen und schließen gesprochen wird", sagte die Landtagsabgeordnete Katja Mitteldorf, es sei gut das man nicht im stillen Kämmerlein arbeite sondern kurz- mittel- und langfristige Ziele definiere. Die Zusammenarbeit mit dem Land habe noch "Luft nach oben", das Konzept werde die Stadt auch in die Lage versetzen, mehr Hilfe einzufordern.

In Erfurt sollte man auf offene Ohren stoßen, der Freistaat hat jüngst die "Museumsperspektive 2025" beschlossen. Die Bemühungen der Nordhäuser um die Zukunft ihres kulturellen Gedächtnisses kämen zur passenden Zeit.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Herr Schröder
05.04.2019, 15:03 Uhr
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Rainer H.
05.04.2019, 16:19 Uhr
Nordhäuser Museen als Wahlwerbeveranstaltung der Linken
Was soll das denn bitte sein. Frau Mitteldorf von den "LINKEN" meldet sich nach 5 Jahren kurz vor der Wahl mal zu Wort und bringt gleich noch den Kulturminister Hoff von den LINKEN mit. Ist das umstrittene Museumskonzept nun ein Werbeauftritt der Linken?
Na da bin ich ja gespannt.
Liane Enzinger
05.04.2019, 17:13 Uhr
Museumsbefragung oder Volksbeleidigung?
Diese 5 Fragen unter “Bürgerbeteiligung“ zu verkaufen ist ein Witz, nein eher eine Beleidigung. Die Fragen sind in ihrer Schlichtheit nicht zu unterbieten und haben nur oberflächlich etwas mit einem Neuaufbruch bei den Museen zu tun. Das sind Fragen, die man in einer Kinderzeitschrift stellt.

Entweder, man traut den Nordhäusern nicht mehr zu oder hat Angst vor den Antworten auf mögliche Fragen, die einer echten Beteiligung am Konzept gerecht geworden wären. So serviert man heiße Luft als Alibi. Das alles zeigt einmal mehr, wie groß die Kluft zum Bürger geworden ist. Traurig und bestürzend.

Verwunderlich ist, dass ein ohne Zweifel intellektuelles Schwergewicht wie Staatskanzleichef Prof. Hoff sich für derartigen Nonsens noch hergibt.

Liane Enzinger, M.A.
Liane Enzinger
20.04.2019, 05:06 Uhr
Trauriger Flohburg Abend mit verspäteter Einladung
Waren die fünf !!! Fragen der sicher überdimensioniert und teuer vermarkteten schriftlichen “Bürgerbeteiligung“ schon eine Lächerlichkeit, so war das “Stadtgespräch“ auch traurig. Nur knapp 20 Leute waren dabei, hatte man im Rathaus offensichtlich verpennt, die Einladungen rechtzeitig rauszuschicken. Offensichtlich hatte B.v. Hoff von der Landesregierung diese Peinlichkeiten geahnt und sein Auto in den Stau gelenkt, so dass er nicht dabei sein musste.

Inhaltlich nix Neues aus der Verwaltung, nur das Übliche: Bessere Vermarktung, eigene Internetseite etc pp. Soweit so langweilig. Echte Anstöße oder mutige Konzepte blieben Fehlanzeige. Eher Beleidigung als Beteiligung. Dann besser ganz weglassen.

Liane Enzinger, M A.
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