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Di, 15:00 Uhr
26.02.2019
Jugend forscht an der Hochschule Nordhausen

Früh übt sich wer ein Wissenschaftler werden will

Energiegewinnung über Farbe, Anwendungsgebiete für Recycling-Granulate, Selbstgebaute Solarfahrzeuge, ein Tintenfahrstuhl, und, und, und: an der Hochschule Nordhausen kamen heute wieder junge Forscher zusammen um ihre Projekte im Regionalwettbewerb "Jugend forscht" zu präsentieren...


Das man auch in jungen Jahren ein einfaches Experiment mit wissenschaftlicher Tiefe durchführen kann, das zeigten Hans und Marie-Luise. Die Geschwister aus der Grundschule Wandersleben gehörten heute zu den jüngsten Nachwuchsforschern im Audimax der Hochschule. Ihr Experiment: der "Tintenfahrstuhl".

Das Geschwisterpaar ging der Frage nach wie sich verschiedene Tintensorten und Lebensmittelfarben zur Saugfähigkeit diverser Papiersorten wie Löschblättern, Kaffeefiltern oder Taschentüchern verhalten. Ein Versuch, den jeder in den eigenen vier Wänden durchführen kann. Marie-Luise und Hans gingen aber noch einen Schritt weiter und betrachteten nicht nur das Ergebnis an sich, sondern auch die physikalischen Prozesse dahinter. Sie kamen zu dem Schluss das Farben mit höherer Teilchendichte in ihrem "Fahrstuhl" höher fahren als Farben mit geringerer Dichte.


Auch Tilman Kühne und Thomas Rieger vom Humboldt-Gymnasium Nordhausen befassten sich mit Farben, allerdings unter technischen Gesichtspunkten. Sie erprobten eine sogenannte "Grätzelzelle". Statt des üblichen Halbleitermaterials nutzen sie rote Farbstoffe, um Energie zu absorbieren. "Im Grunde handelt es sich um eine bionische Anwendung auf Basis einer galvanischen Zelle", erklärt Tilmann Kühne, man führe eine technische Photosynthese durch. Rund 50 verschiedene Zellen haben die beiden in ihrer Freizeit gebastelt. "Davon haben etwa 50% den Praxistest bestanden, zum Glück auch die, die wir heute dabei hatten", sagte Thomas Rieger.

Für ihr Experiment erhielten die beiden den ersten Preis in der Kategorie "Arbeitswelt" und dürfen damit am Landeswettbewerb von Jugend forscht teilnehmen. Insgesamt nahmen 19 Projektgruppen aus zehn Nordthüringer Schulen am diesjährigen Regionalentscheid teil, etwas weniger als in den vorangegangenen Jahren.


Die Bandbreite der Forschungsfelder konnte sich dennoch sehen lassen. Pascal Pohl, Sascha Bartosch und Jan Engelmann vom Schiller-Gymnasium Bleicherode befassten sich etwa mit dem Materialeigenschaften von Recyclinggranulaten und bekamen dabei tatkräftige Unterstützung aus der Wirtschaft. Die Firma mtm plastics aus Niedergebra stellte ihnen die nötigen Testmaterialien zur Verfügung um Werkstoffprüfungen und analytische Untersuchungen durchführen zu können. Das Trio erreichte damit am Ende Platz 2 im Bereich Chemie.

In der Biologie gab es gleich zwei erste Plätze. Friedrich Möller hatte sich mit den Eigenschaften von Vögel- und Insektenflügeln befasst, Leonie Sterzl und Celina Gries untersuchten pflanzliche Wirkstoffe mit antibakteriellen Eigenschaften. Toni Reinboth erhielt den ersten Preis im Bereich Physik für seine Überlegungen zu möglichen Verschlusstechniken per Fingerscan. Der erste Preis in Sachen Mathematik und Informatik ging an Chris Lennard Rönick und Timo Heusing, denen schriftliches Rechnen zu langweilig geworden war.

Hinzu kamen zahlreiche Sonderpreise die durch diverse Stifter ausgezeichnet wurden, sodass auch andere Projekte wie Untersuchungen zum Schlafwandel, zu Schafen und Gipswolle, der Wirkung von Vitamin C oder die Anwendung pneumatischer Muskeln geehrt werden konnten.
Angelo Glashagel
Jugend forscht an der Hochschule Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Jugend forscht an der Hochschule Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Jugend forscht an der Hochschule Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Jugend forscht an der Hochschule Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
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