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Mi, 10:07 Uhr
02.03.2005

Das gelbe Glück

Nordhausen (nnz). Solange der Mensch lebt, ist er auf der Suche nach dem Glück. Wo das wahre Glück in Nordhausen zu finden wäre, das konnte die nnz in der Rolandstadt erkunden. Wurde es aber auch gefunden...


Vielleicht geht es Ihnen auch so? Sie wollen irgendeine Dienstleistung der Deutschen Post AG in Anspruch nehmen und müssen dazu das Nordhäuser Postamt kontaktieren. Sie suchen sich eine Tageszeit aus von der Sie annehmen, es müsste ohne Anstehen möglich sein ein Paket abzugeben.

Ich glaube behaupten zu können, dass Ihnen dieses Glück höchst selten oder überhaupt nicht widerfahren wird. Die postalische Menschenschlange ist nicht von temporärer Natur, sie ist permanent. Das nervt, das verdirbt die gute Laune, die ich mir in diesen Zeiten krampfhaft auf zu bauen versuche. Immer sind es nur drei Mitarbeiterinnen, die mit der Bewältigung der Schlange beschäftigt sind. Und da geht es bei vielen Anstehern um weit mehr als die Dienstleistungen rund um ein Paket oder Päckchen.

Seit an einem normalen Postschalter - von denen es immer weniger in der Fläche gibt – auch die Geschäfte der Postbank getätigt werden können, ist das Wartekollektiv nicht nur vorprogrammiert, sondern auch garantiert. Gerade die Geschäfte mit der gelben Bank sind es, die aufhalten. Trotz Internet und Telefon – das Geld, das der Kunde einzahlen will, das kann er nicht in den Computer stecken und Auszahlungen von einem Postbank-Sparbuch können auch nur „vor Ort“ absolviert werden.

Und dann haben die Postler ja auch noch einen Sonderauftrag. „Haben Sie schon ein kostenloses Girokonto“, werde ich jedes zweite Mal gefragt, wenn ich ein Paket abgeben oder ein Briefmarkenheft kaufen will. Na klar, habe ich ein gebührenfreies Girokonto. Und zwar so eines, wo nicht mindestens 3.000 Euro monatlich eingehen müssen, wie beim Postbank „Extra Plus“. Allein diese Mindestforderung der gelben Bank geht nach Einschätzung der nnz meilenweit am real existierenden Gehaltsgefüge in den neuen Bundesländern vorbei.

Wie dem auch sei: Ich überlege mir jetzt schon, welche Antwort ich denn geben werde, wenn ich vielleicht am Freitag wieder angesprochen werde. Vielleicht überlege ich mir aber auch Wege und Möglichkeiten, wie ich der Farbe Geld künftig aus dem Weg gehen kann. Das wahre Glück wäre es, wenn ich in die mit Werbeelementen vollgestopfte Schalterhalle in Nordhausen komme und sofort mein Paket abgeben könnte. Aber dann kommt ja immer noch die lästige Frage nach dem kostenlosen Konto...
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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