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Fr, 21:54 Uhr
30.11.2018
nnz-Forum:

Feiern und nachdenken

Da zum nnz-Artikel über die Einweihung des neuen Peter-Opel-Hauses in Nordhausen keine Kommentare zugelassen sind, gibt es hier einen Leserbrief von Bodo Schwarzberg...


Von Helmut Peter persönlich hörte ich einst die atemberaubende und in Ostdeutschland einmalige Geschichte von der Entwicklung eines Kfz-Schlossers hin zum Chef hunderter Mitarbeiter in Dutzenden Autohäusern.

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Und angesichts der globalen Auto- und für den Planeten Erde existenziellen ökologischen Krise haben Helmut und Andreas Peter enormen Mut bewiesen: Sie haben trotzdem ein neues PKW-Verkaufszentrum eröffnet. Vor der unternehmerischen Leistung der Peter-Familie muss man ohne Wenn und Aber den Hut ziehen. Das gilt auch für das soziale Engagement der Peter-Gruppe, wenngleich mich zumindest noch vor fünf Jahren gewundert hätte, wenn solche sich zumindest damals noch ausschließenden Persönlichkeiten wie Helmut Peter und Gisela Hartmann in trauter Eintracht in die Kamera lächeln. Heute wundert mich das schon etwas weniger.

Wenn Helmut Peter anlässlich der Eröffnungsfeier jedoch davon spricht, die Dieselkrise werde schon überwunden und auch die Zukunft werde im Automobilbau wohl nicht von alternativen Antrieben wie dem Elektroauto bestimmt, so türmen sich doch grundsätzliche Fragen geradezu auf.

Schließlich ist es neben der Braunkohlenwirtschaft ausgerechnet die Autobranche, die in Deutschland dafür sorgt, dass die Kohlendioxidemissionen ungeachtet des Pariser Klimaabkommens und nationaler Klimaziele weiterhin steigen. Da jüngst selbst in den Ministerien eines Donald Trump die Angst vor den unkalkulierbaren ökonomischen und ökologischen Folgen eines Weiterso umgeht (und die sich damit gegen ihren Präsidenten stellen), und das Pentagon durch den Klimawandel Gefahren für die weltweite Sicherheitsarchitektur heraufziehen sieht, verböte sich eigentlich jede weitere Ignoranz.

Helmut Peter, aber auch die anwesende Polit- und Wirtschaftsprominenz hätte die öffentliche Aufmerksamkeit der Autohauseröffnung aber auch dafür nutzen können, sich einerseits bei den Autokunden vieler Jahre für den Dieselskandal zu entschuldigen und zugleich die Schuldigen hierfür zu benennen: nämlich die Führungsgremien von zahlreichen Autokonzernen, die Leben, Gesundheit und Umwelt entgegen so mancher Werbung nicht wirklich interessieren.

Er hätte sagen können, dass die tausenden Autohändler ebenso wie die Kunden zu den Geprellten und Verführten gehören, dass wir letztlich alle Opfer der Auswirkungen eines grenzenlosen Profitstrebens und des jahrelangen Zusehends der Politik sind.

Und er hätte sagen können, dass es angesichts schwindender irdischen Ressourcen und der sich verschlechternden Lebensbedingungen mit immer mehr Klimaopfern und Klimaflüchtlingen zwingend schnell neue und ökologisch unter dem Strich saubere Antriebe geben muss. Aus ganz rationalen Gründen also:

In manchen Weltstädten hat man dies bereits erkannt: In Wien oder Madrid etwa, wo vor allem Verbrennungsmotoren sukzessive verbannt und verteuert werden und auf alternative Verkehrskonzepte gesetzt wird. Aus einer puren, wissenschaftlich begründbaren Notwendigkeit im Interesse des Menschen heraus, werden diese Entwicklungen die Zukunft bestimmen.

Gerade, weil das Missverhältnis zwischen dem wissenschaftlich erfassten Zustand unserer Lebensgrundlagen und dem Handeln von Politik und Wirtschaft immer paradoxere Blüten treibt, sollten wir allmählich versuchen, nachdenklicher und bescheidener zu werden, auch angesichts eines neuen Autohauses in Nordhausen.

In Buenos Aires wird heute Abend der G20-Gipfel und in den nächsten Tagen im polnischen Katowice die nächste Weltklimakonferenz eröffnet. Ich hoffe, dass hier offene Worte fallen.
Bodo Schwarzberg
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Gertrude
30.11.2018, 23:03 Uhr
Nachdenken Herr Schwarzberg,
sollten sie über ihre Ansichten zur Elektromobilität. Beachten sie bitte, dass allein die Produktion der Akkumulatoren eines Eletrofahrzeuges mindestenst soviel CO2-Emission verschlingt, wie ein Diesel-PKW in 100.000 km erzeugt. Die für die Akku-Produktion benötigten seltenen Erden, wie Kadmium, Iridium, Kobalt schürfen Kindersklaven unter menschenunwürdigen Bedingungen in Afrika oder Südamerika im Auftrag chinesischer Staatskonzerne.

Auch dürfte die Haltbarkeit der Batterie sicher nicht mit der Lebensdauer eines Verbrennungsmotors zu vergleichen sein, muss also nach einigen Jahren getauscht werden (+ weitere 100.000 km CO2-Emission) und die Entsorgung der Batterie vernichtet den letzten Rest ihrer schönen Umweltbilanz. Und solange der Strom für das Laden der Batterie aus Braunkohle oder osteuropäischen Atomkraftwerken erzeugt wird, haben wir zzgl. der Netzverluste bei der Übertragung das nächste CO2-Problem. Die Elekromobilität ist also die eigentliche Umweltsünde, wir verlagern die Sünde nur aus unseren Innenstädten in den Rest der Welt, der uns ja nichts angeht, oder?
Ich muss Herrn Peter rechtgeben, dass die einzig sinnvolle Alternative für die fossilen Brennstoffe der Wasserstoffantrieb sein kann, möglichst erzeugt aus Windkraft oder Solar. Leider ist diese Technologie erst im Anlauf in der Großserienproduktion. Aber die Mineralölkonzerne Shell und Total errichten gerade die ersten Wasserstoff-Zapfsäulen, an deren Produktion u.a. Maximator beteiligt ist. Es geht also voran. Trotzdem müssen wir uns sicher noch ein paar Jahre gedulden und bis dahin den Antrieb mit der weiterhin besten CO2-Gesamtbilanz, den Diesel nutzen.
murmeltier
30.11.2018, 23:52 Uhr
Klima, Klima, Klima...
Klima, Klima, Klima. Ich kann es nicht mehr lesen. Kein anders Land spricht über die Klimaziele wie Deutschland. Atomkraft, Diesel, Braunkohle wird alles kaputt gemacht und damit die Seelen der dort arbeitenden Menschen.

Diese Menschen machen diese Arbeiten seit Jahrzehnten und sind stolz, mit ihrer Hände Arbeit was vollbracht zu haben. Als nächstes wird die Kaffeemaschine,der Wasserkocher, die Waschmaschine, der Trockner usw. Verdammt, weil die Umwelt belastet wird. Vergessen habe ich Flugzeuge und große Kreuzfahrtschiffe. Das Reisen und der Transport von Lebensmitteln aus aller Welt werden eingestellt. Und zum Schluss, durch den Migrationspakt haben ja auch Klimaflüchtlinge die Möglichkeit in den Ländern ihrer Wahl aufgenommen zu werden. Damit gibt es faktisch keine Obergrenze mehr für den Zuzug. Ich kann jetzt auch verstehen, warum Herr Spahn die weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters fordert, 70 Jahre oder so. Das ist alles unglaublich. Ich werde als nächstes Politiker. Spätestens, ja welches Jahr, dass möchte ich nicht verraten.....
geloescht.20250302
01.12.2018, 09:03 Uhr
Herr Schwarzberg!
Ihre Meinung und Ihr Engagement seien Ihnen unbenommen!

Aber hoffentlich machen Sie sich niemals gemein mit der so genannten Deutschen Umwelthilfe (DUH). Dass dies ein reiner Abzockverein ist, der mit Umwelt- und Gesundheitsschutz genausowenig am Hut hat wie ein Tabakkonzern, dürfte Ihnen inzwischen auch bekannt sein.

Nur als dezenter Hinweis, damit Sie bei den wichtigen Themen bleiben und keine toten Pferde reiten wollen. Ansonsten sehe ich es wie @ murmeltier und würde der ganzen angeblich grünen Diskussionskultur beinahe schon die Attribute paranoid und schizophren verpassen.
Paulinchen
01.12.2018, 10:53 Uhr
Hallo Herr Schwarzberg,...
...wo ist Ihr Aufschrei gegen die Erhöhung der Straßenbahnpreise in NDH? Wenn sie schon die Stadt Wien ins Feld führen, dann können Sie doch auch sagen, in Wien ist die Straßenbahnkarte preiswerter, als in Nordhausen. Die haben auch Seniorenkarten, die es dieser Altersgruppe erleichtern zu sagen:"Ich brauche gar kein Auto mehr in meinem Alter."

Und was fällt Ihnen und den restlichen Umwelschützern dazu ein? PREISERHÖHUNGEN beim öffentlichen Nahverkehr, das kann es nicht sein! Sägen Sie doch nicht an dem Ast, an dem gerade in dem von Ihnen genannten Autohaus, wo mehrere Hundert Arbeitsplätze hängen. Und das in unserer Region!
Wer war es doch gleich, der in der Pesse das Versprechen abgegeben hat, dass noch in diesem Jahr in der Goldenen Aue ein großer Gewerbebetrieb mit dem Bau beginnt? Habe ich da schon was verpasst (Grundsteinlegung, Spatenstich, Sektparty u.ä.)? Oder ist der Investor schon beim Banker beim Beantragen des Baukredites vom Stuhl gefallen?
----4
01.12.2018, 17:53 Uhr
Kann Paulinchen ergänzen
In Budapest braucht man für den ganzen ÖPNV nur den Rentenausweis. Sogar ein deutscher wird ohne Probleme anerkannt.
Nur in NDH und dem Rest von D zahlt man sich dumm und dämlich.
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