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Mo, 08:16 Uhr
19.11.2018
Volkstrauertag in Nordhausen

Gedenken im kleinen Kreis

Auch in Nordhausen ist gestern an die Opfer von Krieg und Gewalt erinnert worden. Und wie immer kamen die, die kommen mussten, um die anderen zu erinnern...

Volkstrauertag (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen)
Sie stehen fest im Terminkalender des Rathauses und des Stadtrates - die obligatorischen Veranstaltungen: 3. und 4. April, 8. Mai, 1. September und der Volkstrauertag.

Dann kommen die zusammen, die immer zusammenkommen, um sich einige Worte des Erinnerns und des Mahnen anzuhören. Gestern, auf dem Hauptfriedhof in Nordhausen, war das nicht anders, da "gedachten Bürgermeisterin Jutta Krauth sowie weitere Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft am Sonntag den Opfern der Kriege und Gewaltherrschaft auf dem Hauptfriedhof mit einer Kranzniederlegung", wie es in einer Mitteilung aus dem Rathaus zu entnehmen ist.

Für alle, die gestern nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, hier die Rede von Frau Krauth. "Der Volkstrauertag geht zurück auf einen Vorschlag des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge, um an die unzähligen Opfer des Ersten Weltkrieges zu erinnern. Anfang der 1920er Jahre sollte der Gedenktag der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass die Erinnerung an den Schrecken und all das Leid des 1. Weltkrieges eine Mahnung sei, die den Frieden sichern könne.

Der Volkstrauertag sollte sich damit abheben, vom Heldengedenken des Kaiserreichs, bei dem eher viel Pomp, Revanchegedanken und Revisionsgelüsten im Mittelpunkt standen. Seit der Widerbelebung des Volkstrauertags zu Beginn der 1950er Jahre herrschen Trauer und Friedensliebe vor.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mir fallen dazu die Worte Kurt Tucholskys ein: „Jeder Krieg ist eine Niederlage. Denn Krieg vernichtet Leben.“

Wir gedenken heute den Opfern dem Ersten Weltkrieges und des Zweiten Weltkrieges, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Wir erinnern an die ungeheuren Zerstörungskraft industriell geführter Kriege. Wir erinnern an die Blindheit, mit dem Hass und der Gewalt, die aus nationaler Hybris und ideologischer Verblendung erwuchsen.

Als Nordhäuserinnen und Nordhäuser erinnern wir auch an Massenmorde, den millionenfachen Tod von Kriegsgefangenen durch unmenschliche Behandlung, Hunger und Seuchen. Wir erinnern an die Vertreibung ganzer Bevölkerungsgruppen aus ihrer Heimat und an neue Grenzziehungen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, gemeinsam mit einer hochrangigen Nordhäuser Delegation nahm ich am letzten Wochenende an den Feierlichkeiten zum 100 Jahrestags der Unabhängigkeit Polens in unserer Partnerstadt Ostrów Wielkopolski teil.

Am 11. November 1918 hat Polen die Unabhängigkeit auch wenn nur für 20 Jahre - nach 123-jähriger Fremdherrschaft zurückgewonnen. Der Tag ist damit Bezugspunkt für Generationen von Polen: Das Ende der Teilungszeit mit all ihren Demütigungen und gescheiterten Aufständen, die Wiedergeburt eines eigenen Staates, eines Nationalstaates

Wir Deutsche wissen, Polen hat in seiner Geschichte und unter seinen Nachbarn insbesondere vonseiten uns Deutscher - furchtbar gelitten. Der Bürgermeister unserer französischen Partnerstadt Charleville-Mézieres hat den französischen Staatspräsidenten empfangen, weil in der Nähe liegenden Stadt Sédan der letzte französische Soldat des 1. Weltkrieges ums Leben kam.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben in den letzten Tagen viele Bilder zum Erinnern an das Ende des 1. Weltkrieges gesehen. Wir haben ergreifende Reden gehört. Ein Zitat Albert-Schweitzers über Soldatenfriedhöfe hat sich bei mir tief eingeprägt: Soldatenfriedhöfe sind die großen Prediger des Friedens". Mehr Worte bedarf es nicht!

Im Gedenken an die Toten und Opfer von Krieg und Gewalt legen wir diesen Kranz nieder. In diesem Sinne gedenken wir mit einer Schweigeminute den Opfern der Zerstörung.“
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Kommentare

19.11.2018, 10.09 Uhr
Leser1 | Nix aus den Kriegen gelernt?
Haben einige Politiker bei ihrem Aufschrei nach einer Europaarmee nix aus der Geschichte gelernt? Bei den beiden Weltkriegen haben die verbündeten Länder auch eingegriffen und wir kennen heute was dabei an Leid und Tot rausgekommen ist.
19.11.2018, 10.54 Uhr
Kilian Baltres | Floskeln und Worthülsen zum Volkstrauertag
Floskeln und Phrasen, mehr nicht. Polen und Frankreich das ist nicht die Lebenswirklichkeit in Deutschland in diesen Tagen. Offenbar fehlt den Politikern jedes Einfühlungsvermögen. K. Baltres
19.11.2018, 11.18 Uhr
Leo 1A5 | @LeserX
Kriege gibt es immer und wer hat in den letzten 60 Jahren die meisten angezettelt?

Die NVA hat in 35 Jahren ihres Bestehens nie einen Krieg führen müssen wärend danach Soldaten aus Ostdeutschland an fast jedem Schauplatz mitgemischt haben.

Die EuropaArmee ist eine Chance weil wenn man diese hat,braucht kein Angehöriger mehr in den Einsatz außer den freiwilligen der Europa Armee.

Die Soldaten werden durch die Bundeswehr ausgebildet , verpflichten sich für 5 Jahre zur EU Armee und kommen danach wieder zur Bundeswehr und dienen dort als Ausbilder als Berufssoldat für die Heimat Verteidigung und zum KatastrophenSchutz.

Die Bundeswehr dient nur noch zur Ausbildung, Landesverteidigung und für Naturkatastrophen außer den 12000 deutschen Soldaten der EU Armee die sich auch an Auslandseinsätzen beteiligen mit Frankreich, Belgien,Niederlanden etc. Unter Befehl der EU und der Nato.

Das heißt das Soldaten in Litauen oder Afghanistan statt der Deutschland Fahne auf dem Oberarm das EU Zeichen tragen im Ausland egal ob Tscheche,Pole,Franzose oder Deutscher
19.11.2018, 12.21 Uhr
Paulinchen | Da tue ich mich aber...
...schwer. Sobald es sich um Militärangelegenheiten handelt, kommen bei Bedenken ins Spiel, weil mir da sofort das Potsdamer Abkommen in Erinnerung gerufen wird. Mag durchaus sein, dass es da dem Leser 1 auch so geht. Denke ich an den Spruch von Peter Struck, der den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch als Verteidigung unserer Heimat sah, sträubt sich mir das Nackenfell. Wenn ich mich nicht täusche, dann haben 58 Bundeswehrsoldaten dort für NIX (!) ihr Leben gelassen. Für eine EU-Armee sehe ich einzig und allein nur zum Schutz unserer EU-Außengrenzen ein Betätigungsfeld und dann BASTA.

Mir ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass wir über die Einsätze unserer Soldaten in den 17 Ländern, in denen sie sich ohne meine Zustimmung aufhalten, kaum Info erhalten. Wenn es von dort nichts Gutes zu berichten gibt, dann können unsere Soldaten auch fix wieder nach Hause kommen. Aber wenn man sich mal intensiv mit den derzeitigen Kriegen beschäftigt, kommt man schnell zu der Erkenntnis, Deutschland ist immer (!), wenn auch nur über andere Staaten, in führender Rolle daran beteiligt. Selbst am Krieg in Syrien, der zum Teil mit Chemiewaffen geführt wird, haben wir einige Aktien dran. Aus diesen Gründen bin ich gegenüber allen militärischen Plänen unserer Regierung mehr als nur skeptisch eingestellt.

Meine Meinung ist - wenn die Menschenz. B. auf dem afrikanischem Kontinent nicht fähig sind, sich zu ernähren, dann wären sie auch nicht fähig, sich Waffen und Munition selbst herzustellen. Also dürfen die "schlauen" Industriestaaten keine Kugel und keine Wafffe dort hin liefern. Wenn die letzte Kugel dort verschossen ist, dann beginnt der Frieden auf diesem Kontinent. Sicher, das ist mir durchaus klar, wird es dazu niemals kommen, weil man mit Kriegen sehr viel Geld verdient. Aber gerade wir Deutschen, sollten doch wohl die eine oder andere Erfahrung aus den beiden Weltkriegen, die wir angezettelt haben, gewonnen haben. Vielleicht wäre es bessser gewesen, wenn Deutschland 1990, am 3. Oktober, nicht nur die Wiedervereinigung ausgerufen hätte sondern zugleich seine NEUTRALITÄT.
20.11.2018, 07.33 Uhr
Leo 1A5 | @ Paulinchen
Den ersten Weltkrieg hat nicht Deutschland allein angezettelt , was nicht in Ordnung war von deutscher Seite war der Schliefenplan und über das neutralen Belgien einzumarschieren sowie der Einsatz von Giftgas.

Angezettelt haben ihn die Serben mit den Attentat auf den k.u.k. Thronfolger und Frankreich das Revange für 1870/71 wollte sowie die Briten.

Übrigens wenn jede Europäische Nation sich vernünftig um seine ehemaligen Afrikanischen Kolonien gekümmert hätte auch nach der Unabhänigkeit in den 1960er Jahren wäre solche Sachen wie der Genozid im Kongo(Belgien) nicht passiert.
Übrigens wurde dort kaum mit Schusswaffen gemordet sondern mit der Machete.

Ich bin für eine europäische Armee wo stärkere Länder (Deutschland) 12000 Mann stellen und kleinere wie Belgien,Luxemburg und die Niederlande zusammen auch 12000 Mann stellen.

das wären ca. 180000 Mann aus allen Mitgliedsstaaten insgesamt unter EU Kommando als Eingreiftruppe Europas.

Diese sollte hauptsächlich aus leichteren Truppen und Spezialkräften bestehen (Jäger,Fallschirmjäger,Pioniere,Kommandosoldaten, Sanitäter) und aus Fahrzeugen(TPZ Fuchs,Pandur,Centauro die Luftverlastbar sind nicht mehr als 30 to. wiegen)

Dazu eine gemeinsame Luftkomponente und Marinekomponente jeweils (20000Mann).

Das Ziel muss sein das man schnell reagieren kann wenn ein EU Mitglied sich bedroht fühlt und man Teile der Armee auch zu einer Friedensmission einsetzen kann auch im Rahmen der NATO und ohne unsere amerikanischen Freunde zu sehr zu verstimmen.

Europa ist im Vergleich zu USA,China und Russland total
zurück was die Verteidigung angeht.

Was fehlt ist das passende Konzept für die EU-Armee und dann das auch alle mitmachen sowie klare Regeln für den Einsatz dieser.
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