Di, 13:36 Uhr
11.09.2001
nnz-Forum: Reemtsma - was bleibt?
Nordhausen (nnz). Zu der beabsichtigten Schließung des Reemtsma-Standortes Nordhausen meldet sich die Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue zu Wort.
Wie in Kreisen von Konzernbetrieben mit den regionalen Gegebenheiten umgegangen wird, beweisen die jetzigen Schließungsabsichten für die Nordhäuser Produktionsstätte des Hamburger REEMTSMA Konzerns. Der traditionsreiche Nordhäuser Betrieb soll nach jüngsten Presseberichten geschlossen werden. Zwischen 200 und 300 Arbeitsplätze in der Region hängen an dieser Konzernentscheidung. Nicht mitgerechnet die Einbußen für diverse regionale Dienstleister dieses Betriebsteiles. Die Jahre (10) der Abschreibung sind vorbei, die Fördertöpfe ausgeschöpft, die Karawane zieht weiter. Zurück bleiben wir!
Doch was ist mit den Einzelschicksalen vor Ort? Was ist mit den Familienvätern- und Müttern, die hiergeblieben sind und sich in der Hoffnung auf blühende Landschaften daran gemacht haben, die eigenen vier Wände zu schaffen und sich eine Eigentumswohnung oder ein Häuschen zugelegt haben. In den Vorstandsetagen solcher Konzerngiganten offenbar ist dies kein Thema. Doch machen wir mal einen Gedankensprung in Richtung Industriegebiet "Goldenen Aue". Hier sollen über 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche einer Industrieansiedlung geopfert werden. Über 1.000.000 m² !!! Von 1000enden Arbeitsplätzen ist die Rede und wieder und immer wieder wird davon gesprochen, daß das Industriegebiet unbedingt in der "Goldenen Aue"benötigt wird.
Abgezielt wird auf die Ansiedlung von Großbetrieben jeglicher Art, da die ja dauerhaft Arbeitsplätze schaffen. Am Ende stehen in der Goldenen Aue Industrielandschaften, statt das Korn für unser tägliches Brot. Die Schließung des REEMTSMA-Zweigwerkes ist ein Grund mehr, daß wir Nordhäuser die Regionalentwicklung mit der noch vorhandenen einheimischen Wirtschaft in den Griff bekommen müssen und das innovative Potential, gebunden in der Fachhochschule dadurch sichern, daß vor allem durch eine klare und transparente Haushaltspolitik Entwicklungstendenzen für Studenten und Bürger als auch für Investoren und Unternehmen bereits auf Jahre hinweg ersichtlich sind.
Wer jetzt als verantwortlicher Politiker nicht begreift, der schreie weiter nach der Notwendigkeit eines Industriegebietes in der Goldenen Aue und ausschließlich dort, der verschleudere weiterhin die knapp bemessenen Einnahmen der Gemeinden, als Eigenanteil für eine Planung und Erschließung von Industriegebieten und Gewerbeflächen, wo vielleicht in 10-12 Jahren nur noch Industriebrachen stehen. Niemand, der hier politisch agiert, kann ein wirtschaftspolitisches Entwicklungskonzept als Leit-und Zielgedanken für unseren Landkreis vorlegen. In unserem Landkreis scheint man immer den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Hier scheint jegliches Gespür für eine gemeinsame Ausrichtung verloren gegangen zu sein. Wichtiger scheint die persönliche Profilierung und der Machterhalt. Ist es so naiv von uns Bürgern, zu verlangen, das diejenigen, die sich in politische Ämter haben wählen lassen, zukunftsfähige und nachhaltige Politik betreiben. Manche scheinen langfristige Probleme zwar bereits erkannt zu haben, doch sie werden um den Preis kurzfristiger politischer Erfolge über den Haufen geworfen und Mittel eingesetzt, die sinnvoll und dezentral in die mittelständischen und Kleinbetriebe investiert, die besseren regionalen Effekte hätten bringen können.
Die BI "Rettet die Goldene Aue" schaut dabei bereits über den Tellerrand und interessiert sich nicht nur für das was heute aktuell ist, sondern möchte Entwicklungsmodelle unterstützen, die möglichst auch kommenden Generationen, nicht nur einzelnen Personengruppen, Arbeit und Brot in der Region sichern. Die Unterstützung einer innovativen Abfallbehandlung im Landkreis Nordhausen wird dabei nur ein erster Meilenstein sein. Wir haben eine Entwicklungskonzept erarbeitet und werden dafür öffentlich werben. Das Entwicklungskonzept der verschiedenen Parteien für unseren Landkreis werden wir einfordern.
BI Rettung der Goldenen Aue
Autor: nnzWie in Kreisen von Konzernbetrieben mit den regionalen Gegebenheiten umgegangen wird, beweisen die jetzigen Schließungsabsichten für die Nordhäuser Produktionsstätte des Hamburger REEMTSMA Konzerns. Der traditionsreiche Nordhäuser Betrieb soll nach jüngsten Presseberichten geschlossen werden. Zwischen 200 und 300 Arbeitsplätze in der Region hängen an dieser Konzernentscheidung. Nicht mitgerechnet die Einbußen für diverse regionale Dienstleister dieses Betriebsteiles. Die Jahre (10) der Abschreibung sind vorbei, die Fördertöpfe ausgeschöpft, die Karawane zieht weiter. Zurück bleiben wir!
Doch was ist mit den Einzelschicksalen vor Ort? Was ist mit den Familienvätern- und Müttern, die hiergeblieben sind und sich in der Hoffnung auf blühende Landschaften daran gemacht haben, die eigenen vier Wände zu schaffen und sich eine Eigentumswohnung oder ein Häuschen zugelegt haben. In den Vorstandsetagen solcher Konzerngiganten offenbar ist dies kein Thema. Doch machen wir mal einen Gedankensprung in Richtung Industriegebiet "Goldenen Aue". Hier sollen über 100 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche einer Industrieansiedlung geopfert werden. Über 1.000.000 m² !!! Von 1000enden Arbeitsplätzen ist die Rede und wieder und immer wieder wird davon gesprochen, daß das Industriegebiet unbedingt in der "Goldenen Aue"benötigt wird.
Abgezielt wird auf die Ansiedlung von Großbetrieben jeglicher Art, da die ja dauerhaft Arbeitsplätze schaffen. Am Ende stehen in der Goldenen Aue Industrielandschaften, statt das Korn für unser tägliches Brot. Die Schließung des REEMTSMA-Zweigwerkes ist ein Grund mehr, daß wir Nordhäuser die Regionalentwicklung mit der noch vorhandenen einheimischen Wirtschaft in den Griff bekommen müssen und das innovative Potential, gebunden in der Fachhochschule dadurch sichern, daß vor allem durch eine klare und transparente Haushaltspolitik Entwicklungstendenzen für Studenten und Bürger als auch für Investoren und Unternehmen bereits auf Jahre hinweg ersichtlich sind.
Wer jetzt als verantwortlicher Politiker nicht begreift, der schreie weiter nach der Notwendigkeit eines Industriegebietes in der Goldenen Aue und ausschließlich dort, der verschleudere weiterhin die knapp bemessenen Einnahmen der Gemeinden, als Eigenanteil für eine Planung und Erschließung von Industriegebieten und Gewerbeflächen, wo vielleicht in 10-12 Jahren nur noch Industriebrachen stehen. Niemand, der hier politisch agiert, kann ein wirtschaftspolitisches Entwicklungskonzept als Leit-und Zielgedanken für unseren Landkreis vorlegen. In unserem Landkreis scheint man immer den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. Hier scheint jegliches Gespür für eine gemeinsame Ausrichtung verloren gegangen zu sein. Wichtiger scheint die persönliche Profilierung und der Machterhalt. Ist es so naiv von uns Bürgern, zu verlangen, das diejenigen, die sich in politische Ämter haben wählen lassen, zukunftsfähige und nachhaltige Politik betreiben. Manche scheinen langfristige Probleme zwar bereits erkannt zu haben, doch sie werden um den Preis kurzfristiger politischer Erfolge über den Haufen geworfen und Mittel eingesetzt, die sinnvoll und dezentral in die mittelständischen und Kleinbetriebe investiert, die besseren regionalen Effekte hätten bringen können.
Die BI "Rettet die Goldene Aue" schaut dabei bereits über den Tellerrand und interessiert sich nicht nur für das was heute aktuell ist, sondern möchte Entwicklungsmodelle unterstützen, die möglichst auch kommenden Generationen, nicht nur einzelnen Personengruppen, Arbeit und Brot in der Region sichern. Die Unterstützung einer innovativen Abfallbehandlung im Landkreis Nordhausen wird dabei nur ein erster Meilenstein sein. Wir haben eine Entwicklungskonzept erarbeitet und werden dafür öffentlich werben. Das Entwicklungskonzept der verschiedenen Parteien für unseren Landkreis werden wir einfordern.
BI Rettung der Goldenen Aue
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht zwingend mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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