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Sa, 22:12 Uhr
17.11.2018
nnz-Forum

Miteinander, statt übereinander reden

Die Debatte um die Nutzung von Rohstoffen geht hier munter weiter. Gut so, denn es werden Argumente ausgetauscht. Ein weiteres Beispiel...

Sehr geehrter Herr Marx,

jeder aufmerksame Leser Ihres Beitrages wird erkennen, so auch ich, dass Sie bei Ihrer Antwort auf meine Fragen, die sehrwohl komplexer Natur sind weil sie verschiedene Problemkreise der laufenden Diskussion berühren, nicht nur die Gipsindustrie auf die Sie sich fokussieren, sachlich ihre Auffassung vortragen. Dafür gebührt Ihnen und der gesamten Bürgerinitative Anerkennung. Hierzu stelle ich fest, dass wir bei unseren Gedanken garnicht so weit auseinander liegen, wenn es um den Austausch von Sachargumenten und berechtigten Fragen geht.

Dennoch möchte ich auf einige Anmerkungen Ihrerseits "mal ganz einfach" meine Auffassung zum Ausdruck bringen.

Ja, es ist systhembedingt wenn die Unternehmen ihre Betriebsgewinne erhalten und möglichst optimal steigern wollen. (K.Marx hat mal formuliert,...bis hin auf die Gefahr des eigenen Galgens) Deshalb ist es gut, wenn den Managern mit unterschiedlichen (Rechts-) Methoden auf die Finger geschaut wird. An dieser Stelle bin ich grundsätzlich bei Ihnen. Wenn Sie jedoch damit die Thematik Braunkohle/ Energiewende sowie die "Rodung des Hambacher Forstes" verbinden, regen Sie mich, sicher nicht nur mich, zum Nachdenken an.

Die Vor- bzw. Nachteile der Energiewende liegen auf der Hand. Derzeit neigt sich die Waage (mit Fakten belegbar) in Richtung Nachteile. Ob sich das mittel-, bzw. langfristig im Interesse der Normalverbraucher ändert bleibt abzuwarten. Die Verursacher dieser "Energiewende" sind bekannt.

Beim "Konflikt" - Hambacher Forst - ist festzustellen, dass ich solch eine Austragung von Meinungsverschiedenheiten, die gegen geltendes Recht und gegen den Rechtsstaat gerichtet ist aufs schärfste verurteile! Wer mehr als 40 Baumhäuser in ca 20 Metern Höhe in Baumgipfeln illegal!! errichtet, wer Beamtinnen und Beamte bei ihrer Dienstausführung mit Fäkalien u.a. bewirft, muss sich fragen lassen, wo Er/ Sie leben? In der Bundesrepublik Deutschland, in einem demokratischen Rechtsstaat, oder in einem Staat wo Anarchi bzw. Rechtlosigkeit das Primat haben? Das Oberverwaltungsgericht wird die Sachlage juristisch prüfen und mit großer Sicherheit zu einem Spruch kommen, an den sich danach alle zu halten haben!

So wird es auch in Bezug auf die Entscheidungen zum RROPL und (möglichen) Klageverfahren, egal von welcher Seite angestrebt, sein. Aber muss es erst soweit kommen? Besser ist es und hier wiederhole ich mich, miteinander zu sprechen. Und!, dies auf Augenhöhe. Sie haben, sehr geehrter Herr Marx,..."mit der Gipsindustrie wenig zu bereden"...? Auf Grund Ihrer vorgetragenen Sachargumente gäbe es sehr wohl viel zu bereden. Gehen Sie in die Werke in Ellrich, Walkenried und Rottleberode und sprechen Sie mit der Belegschaft. Schauen Sie sich vor Ort an, was in den Unternehmen investiert wurde, um den Forderungen nach umweltgerechter Produktion im Sinn von nachhaltigem Produzieren und Wirtschaften zu entsprechen.

Reden Sie, damit meine ich beide Seiten, miteinander und nicht übereinander. Das beziehe ich auf alle Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens. Nur so wird es gelingen die komplizierten Fragen unserer schnelllebigenden Zeit, politischer- und und wirtschaftlicher Turbolenzen und der zunehmenden sogenannten Globalisierung zu beherrschen und möglichst salomonisch zu lösen.

"Hierzu bedarf es Mut, Ausdauer und politischen Willens", um mit Ihren Worten, sehr geehrter Herr Marx, meine Gedankenführung zu beenden.

Hochachtungsvoll und
Mit freundlichen Grüßen
W. Jörgens
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

17.11.2018, 22.57 Uhr
Andreas Dittmar | Miteinander Kompromisse finden
Aus meiner Sicht MUSS mit der Gipsindustrie geredet werden. Das "unter Schutz stellen" von Berwerkseigentum ist kalte Enteignung. Auch Prozessieren kostet Geld mit Ausgang OFFEN . Sinnvoller ist es, auf alternative Methoden zur Rohstoffgewinnung zu setzen und diese zu fördern. So kann man vernünftige Kompromisse aushandeln. Dann sollte man aber nicht mit umgekrempelten Hosentaschen als Bittsteller im Büro erscheinen.

Man darf auch nicht vergessen, dass Gips in der Medizin eingesetzt wird. Auf solche Argumente sollte man vorbereitet sein. Ein weiterer Punkt : Wer in Thüringen Rohstoffe abbaut, sollte auch dort seine Steuern zahlen.
18.11.2018, 09.08 Uhr
Fönix | Der letzte Satz
von A. Dittmar ist ein ganz entscheidender. Wie so oft ist auch hier die Politik der eigentliche Brandstifter, setzt auf das Prinzip "Teile und Herrsche". Die Akteure und die Betroffenen werden aufeinandergehetzt, (Regierungs-)Parteien und handlangernde Beamtengefolgschaft lehnen sich entspannt zurück bzw. hecken in aller Ruhe und Inkompetenz einen irren Plan nach dem anderen aus.

Ohne wirkliche Steuergerechtigkeit und vor allem ohne Sachkompetenz kehrt da nie Ruhe ein, aber das ist nach meiner Wahrnehmung auch gar nicht gewollt. Hier hilft nur noch der eiserne Besen, aber bitte nicht von Rechtsaußen, da wird alles nur noch schlimmer.

Mal sehen, was die kommenden Wahlen bringen. Wenn nicht Entscheidendes passiert, geht Deutschland schweren, ganz schweren Zeiten entgegen. Viele in der letzten Zeit geführte Gespräche mit kompetenten Vertretern von Hochschulen und aus der Industrie bestärken mich in meiner Auffassung, dass Deutschland derzeit gerade den Anschluss in vielen Schlüsselbranchen und vor allem im Bildungssektor endgültig verliert.

Da hilft das Lieblingsargument der politischen Demagogen, dass in Burkina Faso alles noch viel schlimmer ist, nicht wirklich weiter. Unsere Gesellschaft zerbricht derzeit nicht nur, sie ist geradezu am Zerbröseln. Wir Bürger müssen dringend, auch und gerade in eigenem Interesse, mehr politische Verantwortung übernehmen. Bei den kommenden Wahlen sollten wir damit anfangen.

Eine wichtige Voraussetzung wäre allerdings, den Aufwand zu betreiben, sich sachgerecht zu informieren, um die wahren Ursachen unserer Probleme und die entsprechenden Zusammenhänge zu erkennen und einordnen zu können.
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