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Do, 11:50 Uhr
10.02.2005

Fit gegen Rechts

Nordhausen (nnz). „Nordhausen – fit gegen rechts!“ – unter diesem Motto soll vom Nordhäuser Stadtrat eine Initiative ausgehen. Diesen Antrag stellte CDU-Stadträtin Jutta-Karin Busch im Namen Ihrer Fraktion. Einzelheiten dazu mit dem bekannten Klick.


Anlass für diese Kampagne seien die 60. Jahrestage der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, der Zerstörung Nordhausens durch britische Luftangriffe, der Befreiung Nordhausens und des KZ Mittelbau-Dora sowie der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands. Darüber hinaus wolle man ein Zeichen setzen angesichts der beschämenden und von der NPD ausgehenden Vorgänge im sächsischen Landtag.

Im Rahmen dieser Initiative, so Busch, könne man zum Beispiel organisieren, dass wöchentlich Presseartikel erscheinen, in denen sich Stadtratsmitglieder bzw. „andere Persönlichkeiten aus dem demokratischen Spektrum“ äußerten „mit der klaren Zielrichtung `gegen das Vergessen/Wehret den Anfängen´“. Darüber hinaus solle sichergestellt werden, dass an allen geplanten Gedenkveranstaltungen zu den 60. Jahrestagen möglichst viele Menschen teilnehmen. Weiterhin solle geeignetes Informationsmaterial erarbeitet werden, über die regionale Geschichte – beginnend ab 1930 bis zur Katastrophe des 2. Weltkrieges. Des weiteren solle ein fraktions- und parteiübergreifendes Komitee ins Leben gerufen werden, das koordiniert rechtsgerichtete Provokationen in der Stadt abwehren soll.

„Für all diese Aktivitäten müssten und könnten wir die demokratischen Parteien, die Gedenkstätte Mittelbau Dora, die Fachhochschule, die Gymnasien und Berufsschulen, die Kirchen und alle für dieses Anliegen aufgeschlossenen Vereine und Persönlichkeiten unserer Stadt gewinnen“, heißt es im Antrag. Der Ältestenrat des Stadtrates solle entscheiden, mit welchen konkreten Schritten diese vorgeschlagenen Initiativen voran gebracht werden könnten.

Nordhausens Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) hatte zuvor die Stadträte über die geplanten Nordhäuser Veranstaltungen anlässlich der 60. Jahrestage informiert. So würden anlässlich der Bombardierung der Stadt – bei der im Frühling 1945 rund 8800 Menschen ihr Leben verloren hatten – am Morgen des 3. April Gedenkgottesdienste geplant, anschließend solle es einen Sternmarsch zur Gedenkstele vor dem Rathaus geben, wo die alljährliche Kranzniederlegung stattfinden solle. Die Kranzniederlegung solle mit Glockenläuten der Nordhäuser Kirchen begleitet werden.

Am 4. April sollen dann die Gebeine beigesetzt werden, die bei den Vorbereitungsarbeiten für die Landesgartenschau auf dem Petersberg ausgegraben wurden. Die Beisetzung werde mit Pfarrern beider großen Kirchen stattfinden, könne aber aufgrund rechtlicher Vorschriften nicht wie geplant neben dem Judenturm auf dem Petersberg stattfinden. Jetzt denke man über eine Beisetzung auf dem Ehrenfriedhof nach.

Für den 11. April – dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora – solle es mit der Stiftung Gedenkstätte Buchenwald und Mittelbau-Dora eine gemeinsame Veranstaltung geben, deren Details aber noch nicht festständen.

Für den 60. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Kriegsendes sei am Morgen des 7. Mai ein ökumenischer Gottesdienst geplant; der Nachmittag solle im Zeichen des Feierns stehen – möglichst gemeinsam mit russischen und amerikanischen Militär-Musikgruppen. Im Mittelpunkt des 8. Mai stehe das Gedenken mit einer Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmal am Stresemannring, so Bürgermeister Klaus Wahlbuhl.
Autor: nnz

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