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Do, 11:29 Uhr
04.10.2018
Berichte aus den Hotspots der Artenvielfalt

Die Arnika bleibt im Landkreis (2)

Bodo Schwarzberg kennt sich aus in Wald und Flur des Landkreises. Die Mitglieder des BUND sind auch in am "Hotspot 19" der Artenvielfalt aktiv, um die Biodiversität erhalten zu helfen. Besondere Aufmerksamkeit bekommt hier eine Pflanze, die hier eine ihrer letzten Rückzugsgebiete im Südharz hat...

Kennen Sie den Hotspot 19 des Bundesamtes für Naturschutz? Es handelt sich hierbei in wesentlichen Teilen um den sich an den Hotspot 18 (Südharzer Zechsteinrand) nördlich anschließenden Harz. Im Landkreis Nordhausen hat man bisher wenig vom Hotspot 19 gehört. In loser Folge wird von nun an über Beobachtungen und Entwicklungen in den beiden Hotspots berichtet.

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Das Bundesamt für Naturschutz benennt für den Hotspot 19 unter anderem die montanen Fichtenwälder des Hochharzes, die Rot-Buchenwälder der Nord- und Südabdachung des Harzes und die Harzer Bergwiesen als weit überregional bedeutsam.

Mitglieder des Kreisverbandes Nordhausen sind auch in diesem Hotspot der Artenvielfalt aktiv, um die Biodiversität erhalten zu helfen. Betreut, näher untersucht bzw. beobachtet wurden bisher mehrere Wuchsorte bemerkenswerter Pflanzenarten, wobei der Sachsen-Anhaltische Harz eingeschlossen ist.

Im Landkreis Nordhausen konzentriert sich eine Maßnahme auf die Erhaltung eines der letzten Arnikabestände des Südharzes. Die nnz berichtete.

Zunehmend müssen in unsere Beobachtungen die Folgen des Klimawandels einbezogen werden. Das extreme Dürrejahr 2018 könnte bei einigen sehr seltenen und kühle- sowie feuchteliebenden Arten zu Verlusten geführt haben.

Die Arnika ist eine überwiegend montan verbreitete, eher ein kühles Klima bevorzugende Pflanzenart. Allerdings besiedelt sie (heute nur noch extrem selten) auch magere Heideflächen zum Beispiel in der Lüneburger Heide, also im Tiefland.

Obwohl sie an wechselfeuchte oder gar wechseltrockene Verhältnisse gut angepasst ist, bestand für den einzigen größeren Bestand im Landkreis Nordhausen Grund zu der Befürchtung, dass zumindest einige Pflanzen den Dürresommer mit fünfmonatiger weitestgehender Regenpause nicht überstanden haben. Die Pflanzen „zogen ihr Laub schon sehr zeitig ein“, das heißt, es wurden nach der Blüte keine weiteren Blätter gebildet bzw. die bereits vorhandenen starben schneller ab als sonst. – Anpassung oder Exitus?

Die Arnika ist eine überwiegend montan verbreitete, eher ein kühles Klima bevorzugende Pflanzenart (Foto: Bodo Schwarzberg) Die Arnika ist eine überwiegend montan verbreitete, eher ein kühles Klima bevorzugende Pflanzenart (Foto: Bodo Schwarzberg)

Es kann zumindest vorläufig Entwarnung gegeben werden. Gestern wurden an mehreren Stellen zunächst einige lebende Rhizome nachgewiesen, die bereits die Erneuerungsknospen für die Pflanzenentwicklung des Jahres 2019 tragen (Foto).

Besonders erfreulich ist, dass 23 Jungpflanzen, die sich ab Herbst 2017 aus ausgefallenen Achänen (Früchte) auf abgeplaggtem Grund entwickelt haben, die Dürre ebenfalls überstanden haben. Das ist immerhin noch die Hälfte jener Pflanzen, die 2017 zunächst aufwuchsen (Foto). Sie treiben seit dem 25 mm-Regen vom 23. September einige Herbstblätter. Jedoch scheint es so zu sein, dass das Dürrejahr ihre Weiterentwicklung behindert, ja vielleicht um ein Jahr zurückgeworfen hat. Arnika kann durchaus bereits im dritten Jahr blühen. Ihre Kultur jedoch ist schwierig.

Die Arnika gehört zu den Pflanzenarten, für deren weltweite Erhaltung Deutschland eine besondere Verantwortlichkeit zukommt. Ihr recht kleines Areal befindet sich im Wesentlichen in Mitteleuropa, wo sie stark zurückgeht. Von den Botanikern des 19. Jahrhunderts als häufig oder sehr häufig angegeben, wird sie zum Beispiel im „Rothmaler“, der "Exkursionsflora von Deutschland" (10. Auflage 2005) für Nordthüringen nur noch als „selten“ bezeichnet.

Durch die Pflegemaßnahmen bzw. BUND-Einsätze (u.a. Mahd, Bodenverwundungen, Abplaggen) an einem ihrer letzten Wuchsorte im Südharz konnte eine Erholung des Bestandes erreicht werden. Perspektivisch sollen weitere ehemalige Wuchsorte, gekoppelt mit einer entsprechenden Pflege, von hier aus wieder besiedelt werden. Denn auf fast allen Bergwiesen im Südharz ist sie mittlerweile der Nutzungsaufgabe zum Opfer gefallen.
Bodo Schwarzberg
Autor: red

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Kommentare
Fönix
04.10.2018, 13:07 Uhr
Zwar hege ich mittlerweile
erhebliche Bedenken ob der Selbstdarstellung des Autors, der sich schon im ersten Satz als "Auskenner" beschreibt, und das Ganze auch noch in der dritten Person formuliert. Dabei möchte ich die fachliche Expertise des Herrn Schwarzberg keinesfalls in Frage stellen, die sehe ich als unbestritten.
Auf keinen Fall möchte ich es versäumen, Herrn Schwarzberg und die interessierten Leser zum wiederholten Male auf Folgendes hinzuweisen:
Der "Hotspot Nr. 18" des BfN heißt und beinhaltet :
"SÜDHARZER ZECHSTEINGÜRTEL; KYFFHÄUSER UND HAINLEITE"
Die wertbildende biologische Vielfalt dieses Gebietes ergibt sich in erster Linie aus der engen räumlichen Verbindung dieser sehr unterschiedlich ausgestatteten Landschafträume und beschränkt sich keinesfalls auf den "Südharzer Zechsteinrand".
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