Di, 12:10 Uhr
02.10.2018
Kita-Diskussion in Harztor
Das muss gemeinsam gestemmt werden
In der Diskussion um die Trägerschaft der Kindertagesstätten in der Gemeinde Harztor zeichnet sich weiter Entspannung ab. Aktuell betreibt die Johanniter-Unfall-Hilfe die drei Einrichtungen der Gemeinde, an einer Lösung der Problematik arbeitet jetzt auch die Landesebene des Trägers. Man zeigt sich zuversichtlich, dass Kompromisse gefunden werden können...
Seit bald 25 Jahren betreibt die Johanniter-Unfall-Hilfe drei Kindergärten in den Ortsteilen der Gemeinde Harztor, das sollte sich nach Wunsch der Verwaltung demnächst ändern, dem Träger wurde mit der Kündigung gedroht, die Kommunikation zwischen der Johanniter-Leitung, den Elternvertretern und der Gemeinde sei zuletzt unzureichend gewesen, kritisierte Bürgermeister Stephan Klante. Im Kern der Auseinandersetzung stand unter anderem die "Servicepauschale", die der Träger erheben will um gestiegene Kosten der Vor- und Zubereitung des Kindergartenessens decken zu können.
Zuletzt hatte sich bereits Entspannung in der Streitfrage abgezeichnet, seit der vergangenen Woche ist die sofortige Kündigung vom Tisch, bis zum Februar des kommenden Jahres will man sich ins Benehmen setzen wie es weiter gehen kann.
Wie ein Kompromiss aussehen könnte, damit befassen sich inzwischen auch die Landesebene die Johanniter. Man habe der Gemeinde bereits ein Vertragsmuster vorgelegt, sagte Katharina Höhne, die im Regionalvorstand der Johanniter seit Juli auch für die Kindergärten zuständig ist. "Wir haben alle Türen aufgemacht", erklärt Höhne, dass die Gemeinde ein Interesse daran habe die gestiegenen Kosten umzulegen sei nachvollziehbar.
"Wir haben alle Türen aufgemacht" - Carsten Grimme und Katharina Höhne von der Johanniter-Unfall-Hilfe (Foto: Angelo Glashagel)
Die waren in den letzten vier Jahren von rund 562.000 Euro auf 1,05 Millionen Euro gestiegen. Die reinen Zahlen müsse man derweil differenzierter betrachten, meinte Höhne, in den letzten zehn Jahren sei die Zahl der zu betreuenden Kinder von 250 auf 300 gestiegen, zudem habe man gesetzliche Vorschriften umsetzen und die Betreuungsschlüssel anpassen müssen, von ehemals 29 Erziehern sei die Zahl des pädagogischen Personals auf rund 40 Personen gestiegen. Hinzu kämen gestiegene Sachkosten für die Unterhaltung zusätzlicher Räumlichkeiten und Flächen. "Das ist definitiv viel Geld. Aber gute Fachkräfte müssen auch angemessen entlohnt werden", erklärt Höhne, die Johanniter bedienten sich dabei eines eigenen, öffentlich einsehbaren Tarifwerks, hier gebe es keinen Spielraum. Für die Gemeinde habe es bei den Kosten keinen "Überraschungseffekt" gegeben, der Haushaltsposten sei jedes Jahr beschlossen worden, erklärte Carsten Grimme, Bereichsleiter für Strategie und Kommunikation.
Die Diskussion um die Servicepauschale findet derweil nicht nur am Südharzrand statt, sondern sei landesweit in vielen Kitas eingeführt worden, hier gebe es Kompromissvorschläge des Landesvorstandes an die Elternvertreter. Auch in Nordhausen betreiben die Johanniter drei Kindergärten, hier hat sich die Stadt dazu entschieden die Kosten der Pauschale zu übernehmen.
In Harztor haben die Eltern den Johannitern nach der Ankündigung der Gemeinde den Rücken gestärkt, in Ilfeld protestierten vor zwei Wochen rund 100 Kinder und Eltern für den Erhalt der Trägerschaft durch die Johanniter. "Eigentlich sind alle zufrieden", sagt Höhne, inhaltlich habe niemand etwas an der Arbeit der Kindergärten auszusetzen. Das die Eltern auch in schweren Zeiten hinter den Kindergärten stehen, zeige eine positive Grundhaltung.
Zu bedenken habe man auch die existentiellen Sorgen der rund 50 Beschäftigten in den Kindergärten. Es gelte nun erst einmal "Ruhe" in die Kitas bekommen und einen gemeinsamen Weg zu finden wie mit den Kosten umgegangen werden soll. "Die Zahl der Kinder wird in Harztor weiter steigen, damit muss man klar kommen und wir können das gemeinsam stemmen. Jetzt müssen wir aber erst einmal die erste Baustelle fertig stellen", sagt Höhne.
Angelo Glashagel
Autor: redSeit bald 25 Jahren betreibt die Johanniter-Unfall-Hilfe drei Kindergärten in den Ortsteilen der Gemeinde Harztor, das sollte sich nach Wunsch der Verwaltung demnächst ändern, dem Träger wurde mit der Kündigung gedroht, die Kommunikation zwischen der Johanniter-Leitung, den Elternvertretern und der Gemeinde sei zuletzt unzureichend gewesen, kritisierte Bürgermeister Stephan Klante. Im Kern der Auseinandersetzung stand unter anderem die "Servicepauschale", die der Träger erheben will um gestiegene Kosten der Vor- und Zubereitung des Kindergartenessens decken zu können.
Zuletzt hatte sich bereits Entspannung in der Streitfrage abgezeichnet, seit der vergangenen Woche ist die sofortige Kündigung vom Tisch, bis zum Februar des kommenden Jahres will man sich ins Benehmen setzen wie es weiter gehen kann.
Wie ein Kompromiss aussehen könnte, damit befassen sich inzwischen auch die Landesebene die Johanniter. Man habe der Gemeinde bereits ein Vertragsmuster vorgelegt, sagte Katharina Höhne, die im Regionalvorstand der Johanniter seit Juli auch für die Kindergärten zuständig ist. "Wir haben alle Türen aufgemacht", erklärt Höhne, dass die Gemeinde ein Interesse daran habe die gestiegenen Kosten umzulegen sei nachvollziehbar.
"Wir haben alle Türen aufgemacht" - Carsten Grimme und Katharina Höhne von der Johanniter-Unfall-Hilfe (Foto: Angelo Glashagel)
Die waren in den letzten vier Jahren von rund 562.000 Euro auf 1,05 Millionen Euro gestiegen. Die reinen Zahlen müsse man derweil differenzierter betrachten, meinte Höhne, in den letzten zehn Jahren sei die Zahl der zu betreuenden Kinder von 250 auf 300 gestiegen, zudem habe man gesetzliche Vorschriften umsetzen und die Betreuungsschlüssel anpassen müssen, von ehemals 29 Erziehern sei die Zahl des pädagogischen Personals auf rund 40 Personen gestiegen. Hinzu kämen gestiegene Sachkosten für die Unterhaltung zusätzlicher Räumlichkeiten und Flächen. "Das ist definitiv viel Geld. Aber gute Fachkräfte müssen auch angemessen entlohnt werden", erklärt Höhne, die Johanniter bedienten sich dabei eines eigenen, öffentlich einsehbaren Tarifwerks, hier gebe es keinen Spielraum. Für die Gemeinde habe es bei den Kosten keinen "Überraschungseffekt" gegeben, der Haushaltsposten sei jedes Jahr beschlossen worden, erklärte Carsten Grimme, Bereichsleiter für Strategie und Kommunikation.
Die Diskussion um die Servicepauschale findet derweil nicht nur am Südharzrand statt, sondern sei landesweit in vielen Kitas eingeführt worden, hier gebe es Kompromissvorschläge des Landesvorstandes an die Elternvertreter. Auch in Nordhausen betreiben die Johanniter drei Kindergärten, hier hat sich die Stadt dazu entschieden die Kosten der Pauschale zu übernehmen.
In Harztor haben die Eltern den Johannitern nach der Ankündigung der Gemeinde den Rücken gestärkt, in Ilfeld protestierten vor zwei Wochen rund 100 Kinder und Eltern für den Erhalt der Trägerschaft durch die Johanniter. "Eigentlich sind alle zufrieden", sagt Höhne, inhaltlich habe niemand etwas an der Arbeit der Kindergärten auszusetzen. Das die Eltern auch in schweren Zeiten hinter den Kindergärten stehen, zeige eine positive Grundhaltung.
Zu bedenken habe man auch die existentiellen Sorgen der rund 50 Beschäftigten in den Kindergärten. Es gelte nun erst einmal "Ruhe" in die Kitas bekommen und einen gemeinsamen Weg zu finden wie mit den Kosten umgegangen werden soll. "Die Zahl der Kinder wird in Harztor weiter steigen, damit muss man klar kommen und wir können das gemeinsam stemmen. Jetzt müssen wir aber erst einmal die erste Baustelle fertig stellen", sagt Höhne.
Angelo Glashagel


