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Fr, 12:53 Uhr
14.09.2018
Statement aus dem Stadtrat

Ahnungslos oder ignorant?

Mit Erleichterung nimmt die Nordhäuser SPD Fraktion im Stadtrat die Distanzierung der FDP vor Ort von den Aussagen ihres Landesvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Thomas Kemmerich zur Kenntnis...


Soviel Unkenntnis und Ignoranz wie Herr Kemmerich bei seinem Besuch der Rüdigsdorfer Schweiz zum Thema Gipsabbau an den Tag legte war schon für viele Menschen in unserer Region erschreckend.

Ein wenig Grundwissen über die Verhältnisse des Ortes, den ein Bundestagsabgeordneter besucht, sollte ihm doch vorher vermittelbar sein. Das ist anscheinend nur sehr einseitig geschehen. Zumindest ein paar Grundkenntnisse über die europaweit einmalige kleine und doch so besondere Gipskarstlandschaft sollte man sich erwerben, bevor man der Region Ratschläge erteilt.

Der Hinweis, dass die strukturschwache Region nicht allein auf Tourismus setzen kann spricht Hohn, denn seit Jahrzehnten werden hier bereits große Mengen Gips abgebaut und ein Ende ist nicht in Sicht. Die sogenannten Renaturierungen sind bis heute noch nicht einmal ein schwacher Ersatz für die vielen Tier-und Pflanzenarten, die durch den Abbau für immer ihren Lebensraum in unserer Heimat verloren haben.

Lieber Herr Kemmerich, sollten Sie wieder einmal unsere Region bereisen, dann informieren Sie sich besser. Im Jahr 2014 besuchten schon einmal einige Ihrer Parteikollegen die Rüdigsdorfer Schweiz und bekräftigten die Position des überwiegenden Bürgerwillens, dass weitere Neuaufschlüsse jegliche touristische Initiative in der Gipskarstregion des Südharzes konterkariere. Man stellte fest, was auch Herr Kemmrich wissen sollte, dass Tourismus auch Wirtschaft ist und Arbeitsplätze sichern kann.

Anlässlich des FDP Besuches im Jahr 2014 versprach die FDP, über eine Länderinitiative im Bundesrat das Bergrecht zu novellieren. Wie weit sind Sie damit gekommen Herr Kemmerich? Ihr Besuch in unserer Region zeigt leider wieder einmal in bestürzender Weise, wie groß mitunter die Kluft zwischen dem Berliner Politikbetrieb und dem“ flachen Land“ ist.
Barbara Rinke, SPD Stadtratsfraktion
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Kommentare

14.09.2018, 15.02 Uhr
gandalf | Wer im Glashaus sitzt...
Ich bin mir nicht sicher ob es Frau Rinke zusteht, solche großen Töne zu spucken. Denn im Prinzip hat der Mann ja erst mal Recht. Der Südharz ist nun mal strukturschwach und ohne Gipsabbau würde es hier noch trauriger aussehen. Ein Blick ins Industriegebiet "Goldene Aue" oder halb leere Gewerbegebiete sollte reichen um zu erkennen, wie begeistert potentielle Investoren von unserer Region sind.

Und das der Tourismus im Südharz längst vom Rest Thüringens abgekoppelt ist, dürfte ja wohl in nicht unerheblichem Maße auf gravierende Versäumnisse (oder soll man sagen Untätigkeit?) während der 18-jährigen Amtszeit von Frau Rinke zurückzuführen sein.
14.09.2018, 19.52 Uhr
B.Denklich | @gandalf
Ich kann Ihnen nur zustimmen. Gerade Frau Rinke und ihr Ziehsohn sollten sich doch eher bedeckt halten.
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