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Do, 19:05 Uhr
27.01.2005

Der Opfer gedacht

Der Opfer gedacht (Foto: nnz) Der Opfer gedacht (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). Mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Nordhäuser Ehrenfriedhof hat heute Abend die Stadt Nordhausen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Mehr als 60 Nordhäuserinnen und Nordhäuser waren gekommen, darunter Vertreter des Stadtrates, der Parteien, von Betrieben, Einrichtungen und Verbänden.


Nordhausens Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) sagte, mit jedem der Millionen Getöteten sei eine einzelne Persönlichkeit zu Grunde gegangen – „und wir gedenken heute auch der Überlebenden, deren Seelen Schaden genommen hat.“ Es sei die Pflicht – vor allem der Deutschen – wachsam zu bleiben, insbesondere angesichts des Einzuges von Neonazis in deutsche Parlamente. „Und sie präsentieren sich dort im auch noch Nadelsteifen.“ Wahlbuhl kritisierte zugleich die Gesetzgebung: „Es kann nicht sein, dass die Kommunen Nazi-Aufmärsche verbieten und kurz darauf kommt grünes Licht vom Gericht für den Aufzug. Hier gibt es eine schlimme Lücke im Gesetz.“

Die 19jährige Nordhäuserin Christin Hausmann trug das Gedicht „Ketten und Licht“ vor, das Abbé Jean Renard geschrieben hatte, ehemaliger Häftling mit der Nummer 39737 des Nordhäuser Konzentrationslager Mittelbau-Dora. Das Gedichte, das die Zustände im Konzentrationslager aber auch die Hoffnungszeichen schildert, endete mit der Zeile „Ich sah in diesem Lager, das den Namen `Dora´ trug, das Leben der Katakomben-Christen einer fernen Zeit sich wiederholen.“
Autor: nnz

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