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Di, 15:30 Uhr
28.08.2018
Unternehmensnachfolge in Nordhausen

Ganz in Familie

Seit Jahren bemühen sich Wirtschaftsverbände, manchmal flankiert von der Politik, mehr junge Menschen für die Nachfolge in Unternehmen zu begeistern. In Nordhausen gibt es dazu ein Beispiel wie es funktioniert. Allerdings über einen musikalischen Umweg...

Frank und Max Kirchhoff in der Produktionshalle der Firma (Foto: nnz) Frank und Max Kirchhoff in der Produktionshalle der Firma (Foto: nnz)
Maximilian Kirchhoff, kurz Max, wollte, bis er sein 17. Lebensjahr erreicht hatte, Musiker werden. Wollte das richtig studieren und damit - irgendwann einmal - auch Geld verdienen. In unterschiedlichen Musikprojekten griff der junge Mann in Nordhausen in die Saiten verschiedener Klampfen, versuchte sich auch im Singen. Letzteres war nicht so sehr von Erfolg gekrönt.

So richtig vom musikalischen Musikwunsch beseelt wurde Max auf einer Fahrt mit dem Rock-Liner von Udo Lindenberg. Für diejenigen, die damit nichts anfangen können, kurz erklärt: Der Alt-Rocker chartert jährlich einen großen Kreuzfahrtdampfer und lädt Fans seiner Musik ein. So auch 2011. Da war Max mit seiner Familie mit an Bord und eines Nachts um 3 Uhr lud Lindenberg alle jungen Musiker ein, um seinen Song "Candy Jane" zu interpretieren. Einer davon war Max, der so gut gespielt hat, dass er beim großen Udo-Konzert, dem Höhepunkt einer Ozean-Tour, im Background mit musizieren durfte.

"Das war schon echt geil vor 3000 Leuten zu spielen und anschließend Autogramme zu geben", bekennt sich Max Kirchhoff heute. Doch kann man von der Musik leben? Das fragte er irgendwann mal den Gitarristen von Knorkator, Sebastian Baur. Der hatte ihm das Studium der Musik kurz und knapp ausgeredet und Max beerdigte den Traum von der musikalischen Profi-Karriere, denn sein Vater, Frank Kirchhoff, hatte da in Nordhausen was "am Laufen" - die Firma PK Systems. Dort hatte er sich seit seinem 14. Lebensjahr mit Arbeit in den Ferien sein Taschengeld aufgebessert.

Nach dem Realschulabschluss ging es für Max weiter zum Staatlichen Berufsschulzentrum in Nordhausen, Fachrichtung Technik und dort absolvierte er sein Abitur, was ihm die Tür zum Maschinenbaustudium an der TU in Dresden öffnete.

In der sächsischen Landeshauptstadt gibt es seit 2016 die Theorie, in den sechs Wochen Semesterferien die Praxis im Familienunternehmen. Vater Frank nahm ihn mit zu Kundenbesuchen bei VW, nach Polen oder zu AGC, einem der größten Glasproduzenten in Europa. Richtig stolz ist Vater Frank auf die Reise seines Max im März dieses Jahres nach China. Dort löste er - allein unterwegs - gemeinsam mit dem chinesischen Partner von PK Systems bestehende Lieferschwierigkeiten und führte erfolgreich die Preisverhandlungen.

"Das war schon was Besonderes für unsere Familie und ich war mir spätestens da sicher, das unser Familienunternehmen auch weiter in der Familie bleibt", sagt Frank Kichhoff. Mit den beiden Kirchhoff-Männern arbeiten auch Frank Kirchhoffs Schwester Stephanie, seine Schwägerin Doreen und sein Schwager David in verantwortungsvollen Positionen im Gewerbegebiet an der Helme. Wenn Not am Mann ist, hilft auch Bruder Marcel jederzeit aus.

Max Kirchhoff indes wird sich noch drei bis vier Jahre "bemühen", also studieren, und wird sich dann im Familienunternehmen anstellen lassen, bevor er sich Firmenanteile verdient", wie Vater Kirchhoff scherzhaft sagt.

In der Zwischenzeit wird in der Firma, in der aktuell 29 Frauen und Männer beschäftigt sind, die Umfirmierung vorbereitet. Das "P" wird verschwinden und durch ein "F" ersetzt. Der neue Buchstabe steht dann nicht etwa für Frank, sondern für Familie.
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

28.08.2018, 22.20 Uhr
Checker | Unternehmensnachfolge…
Unterm Strich ist somit noch garnichts geklärt.
Wenn überhaupt, dann dieses Unternehmen noch existiert, der Junior es dann noch will bzw. sein Studium zu Ende gebracht und nicht vorzeitig alles über Bord geworfen hat. (Was ja bei der heutigen Jugend nicht unüblich ist)

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