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Mo, 22:29 Uhr
13.08.2018
Dr. Reinhardt zum Park Hohenrode

Gisela Hartmanns Ideen?

Der Nordhäuser Dr. Hans-Jürgen Reinhardt hat in einem nnz-Beitrag seine Zukunftsvisionen zur touristischen Entwicklung der Stadt für Oberbürgermeister Buchmann entwickelt. Auch die folgende Wortmeldung ist von einem Nordhäuser und ebenfalls für den Oberbürgermeister bestimmt...

Park Hohenrode - Blick auf die Villa (Foto: B. Schwarzberg) Park Hohenrode - Blick auf die Villa (Foto: B. Schwarzberg) Blick auf Parkwiese und Villa im Frühjahr 2011. Auch wenn diese Sichtachse entgegen von Frau Hartmanns ursprünglichen Plänen erhalten bliebe: Ein "Parkhotel" würde aus dem Original-Siesmayer-Park Hohenrode einen "Hotelpark" mit allen Konsequenzen machen. Hotelparks mit Parkhotels aber gibt es schon viele in Deutschland. Der letzte Original-Siesmayer-Park hingegen ist eine Einzigartigkeit, mit der sich nur Nordhausen schmücken kann.

Herr Dr. Reinhardt hat in vielem Recht. Die Stadt Nordhausen konnte nach den apokalyptischen und gelinde gesagt „unverhältnismäßigen“ Zerstörungen durch britische Bomber nie wieder an ihren alten kulturelle Reichtum und ihre touristische Anziehungskraft anknüpfen. Reinhardt entwickelt vor diesem Hintergrund gute Ideen, von denen viele auch sinnvoll sind. Die Wiederbelebung des Geheges gehört ebenso dazu, wie einige Verbesserungsvorschläge auf dem Gebiet der Hotellerie. Vielleicht brauchen wir auch ein Viersterne-Hotel – allerdings, so meine ich, nur für eine gutbetuchte Minderheit.

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In erster Linie sollte doch aber die Mehrheit der Bürger, also Normalverdiener, mit touristischen und Übernachtungsangeboten angesprochen werden, Wander- und Radtouristen, einfache Kulturtouristen unter anderem. Auch liegt Nordhausen am Harz, was Reinhardt überhaupt nicht in seine Visionen einfließen lässt.

Und, das Viersterne-Hotel im letzten Original-Siesmayerpark Hohenrode zu errichten, diese Idee hatten wir doch auch schon mal? Gott sei Dank war dieser Spuk zur Zerstörung des Original-Siesmayer schnell wieder vom Tisch.

Dass Frau Hartmann möglicherweise nicht ganz glücklich darüber ist, ihr Lebenswerk, inklusive einer rundherum sanierten und nutzbaren Villa bisher nicht zu einhundert Prozent verwirklichen zu können, ist nach alledem, was sie geleistet hat, verständlich. Dass man diese große Leistung und jene sehr vieler anderer Ehrenamtler aber mit einem Hotel im Park ad absurdum führen möchte, entbehrt jeder Vernunft. Ich weiß aus Gesprächen, dass dies mehrere Engagierte genauso sehen.

Dr. Reinhardt versucht die Quadratur des Kreises: Einen überregional bedeutsamen, dendrologischen Park im Originalzustand zum wichtigsten Touristenmagneten, ja zum Eventzentrum Nordhausens aufzurüsten, mit Café (gibt es zeitweise schon), Kneipp- und sogar mdr-Studio, Viersterne-Hotel und anderem Schickschnack, der anderswo in der Stadt sicher eher seinen Zweck erfüllen würde, - aber doch bitte nicht gerade in Hohenrode.

Dieses dendrologische Kleinod gewänne nämlich in einer touristisch ausgebauten Stadt mit Event-Gehege und Event-Stadtpark gerade durch seine relative Naturbelassenheit, heute selten gewordene Ruhe und eben seine Originalität. Er würde gerade dadurch die Vielfalt touristischer Angebote, Reinhardt gebraucht den Begriff „moderne Vielfalt“, erhöhen helfen.

Der Autor schreibt vom Fehlen der Einzigartigkeiten in Nordhausen. Der Park Hohenrode aber ist doch so wie er ist, eine Einzigartigkeit? - Mit einem Hotel jedenfalls aus bloßen Prestigegründen wäre diese definitiv zerstört. Gerade angesichts der gegenwärtigen Dürre und der noch zu erwartenden Dürren sollten wir in sich geschlossenen Parks keine weiteren Versiegelungen zulassen. Immer mehr Stadtökologen äußern sich ganz aktuell in diesem Sinne.

Von daher vermute ich, dass der Autor altbekannte und zum Teil schon etwas erkaltete Ideen von Gisela Hartmann übernommen hat und nur ein wenig aufwärmen wollte. Zu bekannt erscheinen mir dessen Wünsche zum Park.

Übrigens gehörte „der letzte Original-Siesmayer-Park“ jahrelang zu den am häufigsten von Gisela Hartmann gebrauchten Wortgruppen. Das sollte an dieser Stelle unbedingt noch einmal unterstrichen werden.

Annehmbarer wäre da schon der zweite Vorschlag Reinhardts, das Hotel, so es denn unbedingt vier Sterne haben muss, auf dem Gelände des Lindenhofes zu errichten. Von dort lassen sich doch hervorragend Spaziergänge durchs künftige Event-Zentrum Gehege in den Original-Siesmayer-Park Hohenrode unternehmen?
Bodo Schwarzberg
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Leser1
14.08.2018, 09:42 Uhr
Auf die ganze Stadt bezogen
Es sind noch zu viele alte Netzwerke in den Ämtern die alles neue ersticken was nicht einer aus dem Netzwerk macht. Vieles wird unterm Tisch verhandelt und andere Investoren werden ausgeschlossen.
Herr Taft
14.08.2018, 14:31 Uhr
Finde die Idee eigentlich nicht schlecht
Ein gehobenes Hotel in privater Hand auf einem entsprechenden Gelände. Ich denke, dass genau das ein Garant für den Erhalt des Parks, der Villa und allem drum herum wäre. Fraglich ist allerdings, wieso und warum Gäste ausgerechnet in Nordhausen in einem 4-Sterne-Haus absteigen sollten. Nur wegen des Parks ja wohl nicht. Deswegen braucht es ein ganzheitliches Tourismuskonzept. Ich kenne weder den nnz-Beitrag noch sonstige Einlassungen von Dr. Reinhardt zu dem Thema. Das gute Hotel im Park (vollkommen egal, wessen Idee das ursprünglich wahr) funktioniert in Nordhausen wahrscheinlich nicht alleine.
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