Do, 17:48 Uhr
02.08.2018
nnz-Betrachtung
Top, die Wette gilt!
Es hat geregnet. Welch ein Wunder: Nach langer Zeit fielen Tropfen auch mal über Nordhausen hernieder. Entspannung? Mitnichten! Es waren nur Tropfen auf den heißen Stein. Die Erde, bis auf 1,20 Meter ausgedörrt, bleibt steinhart. Bäume, Sträucher, deren Blätter immer runzliger werden, lechzen nach Wasser. Mehr denn je. Bitte gießt die Bäume!, dieser Beitrag von Bodo Schwarzberg, Autor und Naturschützer, ist aktueller denn je. Dem dürstenden Stadtgrün, an dem viele achtlos vorüber gehen, gilt zunehmend seine Sorge...
Bäume werden privat gepflegt (Foto: Kurt Frank)
Bäume halten durch, weil ein älteres Ehepaar sich um sie kümmert
Den Wert von Bäumen kennt heute jedes Schulkind: Sauerstoffproduzent, Abgas- und Staubfänger, Schattenspender. Besonders in diesem denkwürdigen Sahara-Sommer. Womöglich übertrifft er noch den des Jahres 2003. Im August war der mit 40 Grad erst zur Hochform aufgelaufen.
Mit Wasserwagen, Eimer, Kanne, Mehr Grün gegen extreme Hitze und Hitze, Dürre, Todesfälle – Veröffentlichungen, mit denen wir nachhaltig Sinn und Notwendigkeit unterstrichen, für einen guten Zweck zu gießen.
Ihren Standpunkt dazu taten auch Inge Klaan, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG), und Sven Dörmann, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG), kund. Mit unterschiedlichen Aussagen. Wir kennen das Gute und loben es. Hinreichend. Beide Großvermieter investierten und investieren erhebliche Summen, um Wohnungen aufzufrischen, neue zu bauen, Wohnumfelder zu begrünen. Alles, werden sie nicht müde zu betonen, zum Wohle ihrer Mieter. Darüber zu schreiben, mögen Unternehmen gern. Ohne Ausnahme. Das war so in alten Zeiten und ist es heute nicht minder. Die kleinen Dinge des Alltags scheinen hingegen belanglos zu sein. Bleiben wir beim Thema, dem Stadtgrün.
Die Geschäftsführerin sprach von einer mangelnden Pflegebereitschaft. Pflegeverträge mit Hausgemeinschaften, wie es sie einst gab, seien Geschichte. Ob aus Sparmaßnahmen oder anderen Überlegungen, jedenfalls sollen unter anderem die Vorgärten beim Wohnblock der SWG gegenüber dem Haus der Dienste in der Bochumer Straße weder mir Mini-Bäumen noch mit Sträuchern oder Blumen bestückt werden. Alles kostenintensiv. Vorgesehen sei nur Rasen. Bleibt da die Städtische Wohnungsbaugesellschaft nicht erheblich unter ihren Möglichkeiten? Treffender ausgedrückt: Sie stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus.
Ich bin überzeugt: Es gibt Familien, die würden schon die Gießkanne in die Hand nehmen, das Gärtchen vor dem Eingang gut pflegen, vorausgesetzt, SWG und WBG treffen mit ihnen individuell ein Übereinkommen. Ein Dankeschön für deren Bemühungen, in welcher Form auch immer, muss dann auch für die Mühen folgen. Öffentlichkeitswirksam. Bei einem gemütlichen Treff. Mit Kaffee und Kuchen oder sonst wie.
Geschieht das nicht, zeigen sich die Folgen. So sind die kleinen kugeligen Bäume im Hof hinten den Altbauten der WBG in der Hardenbergstraße, vor Jahren gepflanzt, nur noch deshalb am Leben, weil sie ein älteres Mieter-Ehepaar aus dem Hauseingang nach der Anpflanzung lange Zeit fleißig mit Wasser versorgte. Die gleichzeitig in die Erde gebrachten Heidelbeersträucher überlebten hingegen nicht. Die Firma, die sie setzte, überließ sie ihrem Schicksal.
Überlebenskampf der Hortensien (Foto: Kurt Frank)
Die vor den Eingängen eingebrachten Hortensien machten aus Wassermangel ebenfalls die Mücke. Nur wenige Exemplare sind noch da, weil sich ihrer eine Mieterin erbarmte und sie täglich mit Wasser versorgt.
Werden Bäumchen, Sträucher oder Blumen gepflanzt, muss die Chance zum Überleben gegeben sein. Dauerhaft. Durch individuelle Übereinkünfte mit pflegewilligen Mietern. Das war zwar im geschilderten Fall nicht gegeben, doch Menschen hatten erbarmen. Die Unternehmen brechen sich doch keinen Zacken aus der Krone, wenn sie Fleiß entsprechend würdigen. Die Nachbarschaftsfeste der Wohnungsbaugenossenschaft Miteinander feiern –miteinander zuhause wären ein Anlass.
Manche Haus-Vorgärten sehen zum Erbarmen aus. Vielleicht haben sich die Wohnungswarte beider Vermieter schon die Mühe gemacht, einmal die schönsten zu ermitteln und deren Pfleger ausfindig gemacht. Erfolgten Dankeschön und Anerkennung? Noch einmal: Wer für mehr Grün sorgen, es schützen und erhalten will, muss vorbeugen. Auch für kommende Sommer mit bis 40 Grad im Schatten. Ich gehe mit Sven Dörrmann und Inge Klaan jede Wette ein: Individuelle Abmachungen mit Mietern führen zum Erfolg. Top, die Wette gilt!
Kurt Frank
Autor: red
Bäume werden privat gepflegt (Foto: Kurt Frank)
Bäume halten durch, weil ein älteres Ehepaar sich um sie kümmertDen Wert von Bäumen kennt heute jedes Schulkind: Sauerstoffproduzent, Abgas- und Staubfänger, Schattenspender. Besonders in diesem denkwürdigen Sahara-Sommer. Womöglich übertrifft er noch den des Jahres 2003. Im August war der mit 40 Grad erst zur Hochform aufgelaufen.
Mit Wasserwagen, Eimer, Kanne, Mehr Grün gegen extreme Hitze und Hitze, Dürre, Todesfälle – Veröffentlichungen, mit denen wir nachhaltig Sinn und Notwendigkeit unterstrichen, für einen guten Zweck zu gießen.
Ihren Standpunkt dazu taten auch Inge Klaan, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG), und Sven Dörmann, Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG), kund. Mit unterschiedlichen Aussagen. Wir kennen das Gute und loben es. Hinreichend. Beide Großvermieter investierten und investieren erhebliche Summen, um Wohnungen aufzufrischen, neue zu bauen, Wohnumfelder zu begrünen. Alles, werden sie nicht müde zu betonen, zum Wohle ihrer Mieter. Darüber zu schreiben, mögen Unternehmen gern. Ohne Ausnahme. Das war so in alten Zeiten und ist es heute nicht minder. Die kleinen Dinge des Alltags scheinen hingegen belanglos zu sein. Bleiben wir beim Thema, dem Stadtgrün.
Die Geschäftsführerin sprach von einer mangelnden Pflegebereitschaft. Pflegeverträge mit Hausgemeinschaften, wie es sie einst gab, seien Geschichte. Ob aus Sparmaßnahmen oder anderen Überlegungen, jedenfalls sollen unter anderem die Vorgärten beim Wohnblock der SWG gegenüber dem Haus der Dienste in der Bochumer Straße weder mir Mini-Bäumen noch mit Sträuchern oder Blumen bestückt werden. Alles kostenintensiv. Vorgesehen sei nur Rasen. Bleibt da die Städtische Wohnungsbaugesellschaft nicht erheblich unter ihren Möglichkeiten? Treffender ausgedrückt: Sie stellt sich selbst ein Armutszeugnis aus.
Ich bin überzeugt: Es gibt Familien, die würden schon die Gießkanne in die Hand nehmen, das Gärtchen vor dem Eingang gut pflegen, vorausgesetzt, SWG und WBG treffen mit ihnen individuell ein Übereinkommen. Ein Dankeschön für deren Bemühungen, in welcher Form auch immer, muss dann auch für die Mühen folgen. Öffentlichkeitswirksam. Bei einem gemütlichen Treff. Mit Kaffee und Kuchen oder sonst wie.
Geschieht das nicht, zeigen sich die Folgen. So sind die kleinen kugeligen Bäume im Hof hinten den Altbauten der WBG in der Hardenbergstraße, vor Jahren gepflanzt, nur noch deshalb am Leben, weil sie ein älteres Mieter-Ehepaar aus dem Hauseingang nach der Anpflanzung lange Zeit fleißig mit Wasser versorgte. Die gleichzeitig in die Erde gebrachten Heidelbeersträucher überlebten hingegen nicht. Die Firma, die sie setzte, überließ sie ihrem Schicksal.
Überlebenskampf der Hortensien (Foto: Kurt Frank)
Die vor den Eingängen eingebrachten Hortensien machten aus Wassermangel ebenfalls die Mücke. Nur wenige Exemplare sind noch da, weil sich ihrer eine Mieterin erbarmte und sie täglich mit Wasser versorgt.
Werden Bäumchen, Sträucher oder Blumen gepflanzt, muss die Chance zum Überleben gegeben sein. Dauerhaft. Durch individuelle Übereinkünfte mit pflegewilligen Mietern. Das war zwar im geschilderten Fall nicht gegeben, doch Menschen hatten erbarmen. Die Unternehmen brechen sich doch keinen Zacken aus der Krone, wenn sie Fleiß entsprechend würdigen. Die Nachbarschaftsfeste der Wohnungsbaugenossenschaft Miteinander feiern –miteinander zuhause wären ein Anlass.
Manche Haus-Vorgärten sehen zum Erbarmen aus. Vielleicht haben sich die Wohnungswarte beider Vermieter schon die Mühe gemacht, einmal die schönsten zu ermitteln und deren Pfleger ausfindig gemacht. Erfolgten Dankeschön und Anerkennung? Noch einmal: Wer für mehr Grün sorgen, es schützen und erhalten will, muss vorbeugen. Auch für kommende Sommer mit bis 40 Grad im Schatten. Ich gehe mit Sven Dörrmann und Inge Klaan jede Wette ein: Individuelle Abmachungen mit Mietern führen zum Erfolg. Top, die Wette gilt!
Kurt Frank

