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Di, 15:12 Uhr
24.07.2018
STADTVERWALTUNG, SWG UND WBG SIND ANGESPROCHEN

Mehr Grün gegen extreme Hitze

Hitzewelle ohne Ende. An die 40 Grad könnten es bis zum Wochenende werden. Kein Niederschlag in Sicht. Wir schwitzen in der schwülheißen Luft. Mediziner warnen. Vor allem ältere Leute und solche mit Kreislaufproblemen leiden stark darunter....

Noch rar in der Stadt: Gebäudebegrünung – hier in der Friedrich-Ebert-Straße. (Foto: Kurt Frank) Noch rar in der Stadt: Gebäudebegrünung – hier in der Friedrich-Ebert-Straße. (Foto: Kurt Frank) Noch rar in der Stadt: Gebäudebegrünung – hier in der Friedrich-Ebert-Straße.
Nordhausen. Klimaexperten sind überzeugt: Es wird in kommenden Jahren noch extremere Hitzeperioden geben. Hitzestau in den Städten. Unerträgliche Belastungen für Mensch und Tier. Intensiv unterbreiten in diesen Tagen Forscher und Städteplaner jetzt Studienergebnisse, wie schlechter Luft und dem weiteren Aufheizen begegnet werden könne.

Ihr bisheriges Fazit: Mehr Bäume, blühende Büsche, Grünflächen, sprudelnde Brunnen, Gebäudebegrünung. Neben Stadtverwaltungen stünden auch die großen Vermieter in der Pflicht, ihren Beitrag zu leisten. In der Kreisstadt wären das die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) und die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG). Wir sprachen mit den Chefs.

Die Wohnungsbaugenossenschaft habe für ein grünes Umfeld ihrer Wohnbereiche schon viel getan, betont Vorstand Sven Dörmann. Man habe Bäume, Sträucher und Blumen vor die Wohnblöcke und im Hofbereich gepflanzt. Fassadenbegrünungen seien bislang vor allem aus ökologischen Erwägungen erfolgt. Dörmann verweist unter anderem auf die Wohnscheibe 4. Bei Neubauten würde aber künftig die Gebäudebegrünung einen größeren Stellenwert einnehmen. Sollte, wie Klimaforscher vermuten, in kommenden Jahren die Hitze noch zulegen und länger andauern, bleibe zu überlegen, Klimaanlagen in Wohnungen einzubauen, blickt Sven Dörmann voraus. Allerdings müssten bei allen Überlegungen die Wohnungen bezahlbar bleiben.

Die Wohnungsbaugesellschaft lege besonderen Wert auf energetische Maßnahmen, um die Gebäude noch effektiver gegen Witterungseinflüsse zu schützen. An Klimaanlagen denke man nicht. Sagt Geschäftsführerin Inge Klaan. Wo möglich, erwäge man Dachbegrünungen. Bei allen in diesen Tagen verstärkt geführten Klimadiskussionen sollte man die Kirche im Dorf lassen, ist sie der Meinung. Von der gegenwärtigen Hitzeperiode könne man nicht auf künftige noch extremere schließen. Gebäudebegrünungen seien nicht geplant. Neuanpflanzungen bedürften einer aufwendigen Pflege, die nicht zum Nulltarif zu haben sei.

Eine Idee an die SWG sei uns, mit Verlaub, gestattet, zumal sie umsetzbar sein dürfte: So fallen vor dem Plattenbau gegenüber dem Haus der Dienste in der Bochumer Straße die kahlen Flächen vor den Eingängen auf. Die Trockenheit ließ den im Frühjahr ausgesäten Rasen nicht aufgehen. Außer Rasen ist nichts weiter vorgesehen.

Trist und grau die Reihe der  kleinen Gärtchen vor dem SWG-Block gegenüber dem Haus der Dienste . (Foto: Kurt Frank) Trist und grau die Reihe der kleinen Gärtchen vor dem SWG-Block gegenüber dem Haus der Dienste . (Foto: Kurt Frank) Gerade diesen Vorgärten samt Wohnblock stünde allerdings mehr Grün gut zu Gesicht: Kleine Kugelbäume, die nicht in den Himmel wachsen, Schmetterlingsflieder oder andere blühende Stauden, womit die Städtische Wohnungsbaugesellschaft gleichzeitig etwas Sinnvolles gegen den Insektenschwund und für die Kleinvögel tun könnte. Mit etwas gutem Willen fände sich auch eine Lösung, alles zu pflegen und zu gießen. Vielleicht überlegt sich Geschäftsführerin Klaan den Vorschlag noch. Hier sah es schon mal besser aus.

Noch sind Gebäudebegrünungen rar in der Stadt. In einer Forschungsstudie ist zu lesen: „Gebäudebegrünungen binden wie Bäume und Sträucher auch Feinstaub, wandeln Kohlendioxid in Sauerstoff um, halten Regenwasser zurück, kühlen durch Verschattung und Verdunstung“. Wir fanden sie unter anderem in der Bochumer -und in der Friedrich-Ebert-Straße. Großartig, bieten sie doch auch Vögeln Lebensraum.

Hauptstraße in Salza (Foto: Kurt Frank) Hauptstraße in Salza (Foto: Kurt Frank)
Baumreihen an Straßen und in Vorgärten machen optisch was her, werten das Gesamtbild auf. Beispiele finden sich unter anderem in der Hardenbergstraße, am Birkenweg und in der Hauptstraße Salza. Auch wenn einem Mieter das Laub im Herbst nicht gefallen sollte oder die Küche vorübergehend leicht beschattet wird – ein Laubbesen im Herbst, dafür im Hitzesommern mehr Kühle in der Wohnung ist allemal besser, als Staub, Abgase und aufgeheizte Zimmer. Das sollten das Sachgebiet Park -und Grünanlagen nebst Bauhof der Stadt, WBG und SWG eingehender bedenken, bevor sie die Erlaubnis für Axt und Säge erteilen. Ein Baum sollte nur in Ausnahmefällen fallen.

Nordhausen ist eine grüne Stadt. Umgeben von Wald: Gehege, Stadtpark, Park Hohenrode. Erfreulich, wenn es bei Letzterem gelang, Mittel und Wege zu finden, die in mühevoller Arbeit zahlreich gepflanzten Jungbäume vor dem Verdursten zu bewahren. Diese Zeitung hatte in einem Beitrag dazu angeregt, der auf fruchtbaren Boden fiel. Natürlich ist Nordhausen nicht mit Großstädten zu vergleichen, die sich enorm aufheizen. Alles in Butter sollte es dennoch nicht heißen.
Kurt Frank
 Optisch eine Aufwertung, wirkungsvoll gegen Hitze: Hardenbergstraße. (Foto: Kurt Frank)
Auch Schattenspender vor den Plattenbauten in der Hardenbergstraße.    (Foto: Kurt Frank)
Hübscher Anblick: Grüne Fassade an einem Gebäude in der Bochumer Straße. (Foto: Kurt Frank)
Die  Stirnseite des Hauses in der Bochumer Straße ist vollständig grün. (Foto: Kurt Frank)
 Außer mit Rasen nebst einer Reihe Bodendecker sei eine Bepflanzung dieser unscheinbaren Vorgärten nicht vorgesehen, verlautet aus der SWG. (Foto: Kurt Frank)
Gut gegen die anhaltende Gluthitze: Bäume am Birkenweg. (Foto: Kurt Frank)
Autor: red

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Kommentare
Kritiker86
25.07.2018, 07:35 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Schneckenhengst
25.07.2018, 11:18 Uhr
Dach- und Fassenbegrünung schon Thema in der Umweltakademie NDH1998
Ich stelle gern kompakte Unterlagen auf Anfrage mit Vor- und Nachteilen usw. für die WBG und SWG oder für private Eigenheimbesitzer zur Verfügung. Übrigens die Vorteile überwiegen!
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