Di, 08:03 Uhr
24.07.2018
Poesie in Limlingerode
Keiner von uns
Hans Magnus Enzensberger ist keiner von uns, wie es in seinen Gedichten heißt. Jedoch erlebte, dokumentierte und prägte er das 20. Jahrhundert der deutschen Literaturgeschichte in beispielhafter Weise. Die Dichterstätte Sarah Kirsch will demnächst in das Werk des Schriftstellers eintauchen...
Am 28.7. um 14.30 Uhr lädt der Freundeskreis der "Dichterstätte Sarah Kirsch" ein, gemeinsam in dieses umfassende dichterische Werk einzutauchen. Die Zeit wird im Nu vergehen! Der 1929 am black friday Geborene prägt die deutsche Nachkriegsliteratur wie kein anderer mit Gedichten, scharfsinnigen Essays, Romanen, Kurzgeschichten.
Er widmet sich auch historischen Sachverhalten und denkt mit Reimsammlungen und Mutmachbüchern, z. B. für Mathematikmuffel, besonders auch an Kinder und Jugendliche. Enzensberger ist sprachlich ein Alleskönner, diese Aussage ist nicht übertrieben. Beeindruckend ist, wie er in den Texten seine klare Weltsicht zugrunde legt.
Wie viele Autoren aus der legendären Gruppe 47 hat er zunächst im Radio unter Alfred Andersch Karriere gemacht, war dann aber mit seinen Büchern derart erfolgreich, dass er als einer der jüngsten Literaten überhaupt mit 33 Jahren den Georg-Büchner-Preis erhielt. Diese frühe Bürde des wichtigsten deutschen Literaturpreises tat seiner Kreativität aber keinen Abbruch. Bis heute schreibt und publiziert Enzensberger, der einst die ganze Welt bereiste und viele Sprachen spricht - er mischt sich ein!
Herausragend ist auch sein "Museum der modernen Poesie", das 1960 erstmals erschien und mehrfach aufgelegt worden ist. Die darin vorgestellten beinahe hundert Dichter aus aller Welt mit ihren 351 Gedichten, waren damals in der Mehrzahl kaum bekannt. Heute ist klar, daß sie die Leitfiguren dieser Epoche der Moderne waren und geblieben sind. Neben der deutschen Übertragung steht das Original. Die Parallelität von 16 Sprachen macht diese Anthologie zu einer einzigartigen Lyriksammlung, zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk.
Am Samstag, dem 28.7., bietet sich also in Limlingerode die Möglichkeit, diesen abwechslungsreichen Streifzug durch das 20. Jahrhundert deutscher Literatur zu erleben, der vom Ehepaar Stefanie und Matthias Schick in erfrischender Art und Weise dargeboten wird.
In der aktuellen HausART zeigt die Künstlerin Karin Kisker aus Nordhausen großformatige farbige Arbeiten (Foto: Heidelore Kneffel)
In der aktuellen HausART zeigt die Künstlerin Karin Kisker aus Nordhausen großformatige farbige Arbeiten: "Blätter zu 'Sibille-wisag' in der Dichterstätte - eine Hommage an ein Himmelgartenbuch von 1493
Diese Inkunabel ist in deutscher Sprache getruckt zu Heydelberg von heinrico knoblochtzern Nach christi unsers herre geburt Tausant fierhundert Nüntzig und drew iar., so der Druckervermerk. Im Schlusskapitel steht der Satz: Also wirkt christlicher Glaube durch die Schrift. Laut Katalog der Wiegendrucke gibt es nur noch wenige Exemplare, es handelt sich also um eine Rarität.
In dem Werk werden 12 Sibyllen mit ihren Weissagungen vorgestellt. Damit der Leser sofort weiß, wovon dieses Buch berichtet, wird auf dem Titelblatt darauf verwiesen, dass zwölf nachbenannte Sybillen Zeugnis ablegen von der Menschwerdung Christi von einer Jungfrau. Davon gepredigt hat Doktor Jost Eichmann zu Heidelberg.
Karin Kisker begeisterte das Werk in Inhalt und Form, so dass sie sich entschloss, dazu ihre Interpretation zu setzen. Die jeweilige Sibylle wird groß ins Format gesetzt und mit einem zur Graphik gewordenen Schriftbild umgeben, in dem die Künstlerin Aussagen zu den weissagenden Frauen aus den Jahrhunderten bis ins Heute darstellt, eingeschlossen ihre eigene.
Matthias Schick /Heidelore Kneffel
Autor: redAm 28.7. um 14.30 Uhr lädt der Freundeskreis der "Dichterstätte Sarah Kirsch" ein, gemeinsam in dieses umfassende dichterische Werk einzutauchen. Die Zeit wird im Nu vergehen! Der 1929 am black friday Geborene prägt die deutsche Nachkriegsliteratur wie kein anderer mit Gedichten, scharfsinnigen Essays, Romanen, Kurzgeschichten.
Er widmet sich auch historischen Sachverhalten und denkt mit Reimsammlungen und Mutmachbüchern, z. B. für Mathematikmuffel, besonders auch an Kinder und Jugendliche. Enzensberger ist sprachlich ein Alleskönner, diese Aussage ist nicht übertrieben. Beeindruckend ist, wie er in den Texten seine klare Weltsicht zugrunde legt.
Wie viele Autoren aus der legendären Gruppe 47 hat er zunächst im Radio unter Alfred Andersch Karriere gemacht, war dann aber mit seinen Büchern derart erfolgreich, dass er als einer der jüngsten Literaten überhaupt mit 33 Jahren den Georg-Büchner-Preis erhielt. Diese frühe Bürde des wichtigsten deutschen Literaturpreises tat seiner Kreativität aber keinen Abbruch. Bis heute schreibt und publiziert Enzensberger, der einst die ganze Welt bereiste und viele Sprachen spricht - er mischt sich ein!
Herausragend ist auch sein "Museum der modernen Poesie", das 1960 erstmals erschien und mehrfach aufgelegt worden ist. Die darin vorgestellten beinahe hundert Dichter aus aller Welt mit ihren 351 Gedichten, waren damals in der Mehrzahl kaum bekannt. Heute ist klar, daß sie die Leitfiguren dieser Epoche der Moderne waren und geblieben sind. Neben der deutschen Übertragung steht das Original. Die Parallelität von 16 Sprachen macht diese Anthologie zu einer einzigartigen Lyriksammlung, zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk.
Am Samstag, dem 28.7., bietet sich also in Limlingerode die Möglichkeit, diesen abwechslungsreichen Streifzug durch das 20. Jahrhundert deutscher Literatur zu erleben, der vom Ehepaar Stefanie und Matthias Schick in erfrischender Art und Weise dargeboten wird.
In der aktuellen HausART zeigt die Künstlerin Karin Kisker aus Nordhausen großformatige farbige Arbeiten (Foto: Heidelore Kneffel)
In der aktuellen HausART zeigt die Künstlerin Karin Kisker aus Nordhausen großformatige farbige Arbeiten: "Blätter zu 'Sibille-wisag' in der Dichterstätte - eine Hommage an ein Himmelgartenbuch von 1493
Diese Inkunabel ist in deutscher Sprache getruckt zu Heydelberg von heinrico knoblochtzern Nach christi unsers herre geburt Tausant fierhundert Nüntzig und drew iar., so der Druckervermerk. Im Schlusskapitel steht der Satz: Also wirkt christlicher Glaube durch die Schrift. Laut Katalog der Wiegendrucke gibt es nur noch wenige Exemplare, es handelt sich also um eine Rarität.
In dem Werk werden 12 Sibyllen mit ihren Weissagungen vorgestellt. Damit der Leser sofort weiß, wovon dieses Buch berichtet, wird auf dem Titelblatt darauf verwiesen, dass zwölf nachbenannte Sybillen Zeugnis ablegen von der Menschwerdung Christi von einer Jungfrau. Davon gepredigt hat Doktor Jost Eichmann zu Heidelberg.
Karin Kisker begeisterte das Werk in Inhalt und Form, so dass sie sich entschloss, dazu ihre Interpretation zu setzen. Die jeweilige Sibylle wird groß ins Format gesetzt und mit einem zur Graphik gewordenen Schriftbild umgeben, in dem die Künstlerin Aussagen zu den weissagenden Frauen aus den Jahrhunderten bis ins Heute darstellt, eingeschlossen ihre eigene.
Matthias Schick /Heidelore Kneffel

