Mi, 10:17 Uhr
19.01.2005
Krieg und Frieden
Krieg und Frieden (Foto: nnz)
Limlingerode (nnz). Die Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode macht immer wieder mit interessanten Veranstaltungen auf sich aufmerksam. Ende Januar (29.1.) soll ein Künstler vorgestellt werden, der zum Beispiel in Bleicherode bleibende Spuren hinterlassen hat. Dazu ein Beitrag von Heidelore Kneffel.Im Sommer 2004 bekam ich einen Anruf aus den Städtischen Museen Jena/Galerie im Stadtmuseum. Man werde am 5. September eine große Ausstellung über Gerhard Marcks haben und auf den Ausstellungstafeln und im Katalog auf die Doppelstatue Krieg und Frieden in Bleicherode hinweisen. Ich weiß nicht, ob den Einwohnern Bleicherodes und den Bürgern in den anderen Städten und Gemeinden des Landkreises Nordhausen wirklich bewusst ist, dass Krieg und Frieden, dass diese beiden Jünglinge, in Bronze gegossen, von einem der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts stammen, denn Marcks gehört in die Reihe zur Ernst Barlach, Georg Kolbe und Wilhelm Lehmbruck.
Seine Skulpturen gelten als Inbegriff einer aus der klassischen Tradition schöpfenden und zugleich modernen Formensprache. Man sollte sich in Bleicherode auf einen Dialog mit der Doppelstatue einlassen. Gerhard Marcks gehört zu den Mehrfachbegabten. Neben seinen Plastiken, Holzschnitten, Zeichnungen und Aquarellen sind seine Tagebücher und Briefe Beweis einer sprachlichen Begabung. Hinzu kommen Gedichten, denn immer wieder trieb es ihn, Verse aufzuschreiben. Dieser Teil seines Schaffens wird in der Dichterstätte Sarah Kirsch am 29. Januar 2005 gewürdigt im Kontext zu seinem in Bleicherode stehenden Denkmal.
An diesem letzten Januarsamstag wird ab 14.30 Uhr auch die HausART X•1/2005 eröffnet: Pastelle und Radierungen von Günther Groh. Bei meinen Begegnungen mit dem Ehepaar Eva und Günther Groh merkte ich, dass für beide die Beziehung zu der Persönlichkeit des Gerhard Marcks’ eng ist. Mit des Künstlers Reflexionen über die Welt und deren Menschen, auf ihr Leben in Höhen und Tiefen, in Weisheit und Dummheit, in Schönheit und Hässlichkeit, in Freuden und Leiden, in Stärken und Schwächen stimmen Grohs oft überein, und in den Büchern, die sie über Gerhard Marcks besitzen, ist manche Stelle angestrichen.
So scheint es den Mitgliedern des Fördervereins legitim, Grafiken und Pastelle Günter Grohs aus Privatbesitz auszustellen, zumal Groh, der viele EOS-Schüler in Nordhausen und Bleicherode zur Kunst führte, im Jahr 2005 achtzig Jahre auf der Welt ist.

