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Di, 06:41 Uhr
18.01.2005

Immer wieder montags...

Immer wieder montags... (Foto: nnz) Immer wieder montags... (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). Auch im Jahr 2005 sollen die Demos vor dem Nordhäuser Rathaus weitergehen. Sie wenden sich gegen Hartz IV oder die Agenda 2010. Gestern war auch das politisches System dieses Landes in Frage gestellt worden...


Wer nein sagt zur Agenda 2010 stellt auch logischer Weise das politischen System der BRD in Frage. Darüber waren sich die 135 Teilnehmer der gestrigen Montagsdemo in Nordhausen einig. Auch darüber, dass „kosmetische Operationen zur Verschönerung des Antlitzes dieser gesellschaftlichen Ursache“ untaugliche Versuche bleiben werden. Beweise für diese Einschätzungen lieferten eine Vielzahl der Diskussionsthemen am offenen Mikrofon. Ob nun die sogenannten Nebeneinkünfte von Abgeordneten, „getürkte“ Medienberichte über die Erfolgsstorie Hartz IV, oder zu Fragen der Steuergerechtigkeit, wonach grosse Konzerne durch geschickte Manipulation kaum noch Steuern zahlen.

Dieses politische System mache nicht nur Abgeordnete korrupt, sondern jeden Einzelnen im Kampf um die Erhaltung des Arbeitsplatzes. Dieser „Teufelskreis“ könne nur durchbrochen werden, meinte Sprecher Jürgen Nagel in seinen Ergänzungen zu den Diskussionen, wenn Solidarität zu einem machtvollen Proteststurm führen würde. „Mit unseren kleinen ‚Protestlüftchen’ bewegen wir nicht einmal die Haarspitzen der politischen Verantwortlichen in diesem Land. Erst, wenn denen der Sturm um die Nase weht, werden sie hellhörig“.

Auch Fragen des solidarischen Miteinander standen zur Diskussion. Eine Möglichkeit wäre die Form einer Hilfe und Unterstützung der Hartz IV-Betroffenen durch unentgeltliche Nachbarschaftshilfen. Dieser Vorschlag soll am 2. Februar unter dem Thema „Von Mensch zu Mensch. Vom Ich zum Wir“ im Rahmen des 3. Bürgersozialforums Gestalt anneben. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die dieses Forum vorbereitet. Gegenwärtig liegen eine Vielzahl von Bereitschaftserklärungen zum Mittun vor.
Autor: nnz

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