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Mi, 06:39 Uhr
11.07.2018
zu Gast in Nordhausen:

Europäische Kobudô-Sportler

Von Donnerstag vergangener Woche bis Sonntag trafen sich in der Nordhäuser Wiedigsburghalle Kobudô-Sportler (Waffen-Karate) aus ganz Europa. Bereits seit 2011 findet dieses viertägige Sommertrainingslager jährlich statt, organisiert vom Nordhäuser Karateverein...

Europäische Kobudô-Sportler zu Gast in Nordhausen (Foto: S. Schröter)
In den vergangenen Jahren konnten neben Sportlern aus ganz Deutschland und Europa auch schon Teilnehmer aus Sri Lanka, Kanada, Pakistan und dem Iran begrüßt werden und erheben dieses Camp zu einem internationalen Sportereignis.

Zur offiziellen Eröffnung anwesend war der 1. Beigeordnete des Landkreises Nordhausen, Stefan Nüßle. Damit würdigte er die Bedeutung solch internationaler Veranstaltungen, die unsere Region in der Welt bekannter machen.

Haupttrainer bei diesem Lehrgang und technischer Direktor des Ryûkyû Kobudô Tesshinkan in Europa war Frank Pelny, der Cheftrainer des Nordhäuser Karatevereins. Rund 50 Kampfsportbegeisterte folgten seinem Ruf und kamen um die Kampfkunst zu üben, die man auch treffend als Karate mit Waffen bezeichnen kann. Tatsächlich werden diese beiden Künste von den Meistern oft ergänzend nebeneinander praktiziert.

Als Trainer zur Seite standen ihm in diesem Jahr u. a. der gebürtige Nordhäuser Hagen Walter (amtierender Weltmeister) und Pavel Dolgachev (amtierender Vizeweltmeister) aus Kaliningrad. Gemeinsam vermittelten sie den Lehrgangsteilnehmern ein reichhaltiges Repertoire an Wissen und Techniken.

Die erste Trainingseinheit am Morgen befasste sich mit Karate in unterschiedlichen Stilen. Danach folgten nochmals bis zu 5 weitere Trainingseinheiten in Gruppen, eingeteilt in Leistungsstufen, in denen die Handhabung der verschiedenen im Kobudô gebräuchlichen alten Bauernwaffen trainiert wurde.

Eingebunden in das Gasshuku wie das Trainingslager im Japanischen bezeichnet wird war Samstag der 13. Internationale Tesshinkan Europa-Cup. Dieses Jahr war es für die Wettkämpfer auch die Generalprobe für die Anfang August auf Okinawa / Japan stattfindende Weltmeisterschaft. Bei den Schülergraden siegte in der Disziplin Kata (Formen) der Nordhäuser Kevin Freiberg. Anfangs mit einem Quäntchen Glück, später dann mit soliden Leistungen gewann er Runde um Runde im K.O.-System und wurde verdient Europameister.

Bei den Schwarzgurten, die im Anschluss starteten, gab es eine Punktewertung in 2 Durchläufen. Hier hatte am Ende Pavel Dolgachev die Nase vorn vor Hagen Walter. Sehr sehenswert kam danach das Team-Kumite (abgesprochener Freikampf). Je zwei Kämpfer mussten hierbei mehrere Angriffs-, Verteidigungs- und Kontervarianten zeigen. Gewertet wurden dabei vor allem Timing, Distanz und Genauigkeit der Techniken. Leider schied das Nordhäuser Team bereits in der ersten Runde aus, so dass sie den Rest dieses Wettbewerbes nur noch als Zuschauer dabei sein durften.

Besonders spektakulär war allerdings das zum Schluss ausgetragene Bô-Shiai, der Freikampf mit Langstöcken. Dabei wurde mit spezieller Schutzausrüstung und abgepolsterten Langstöcken bis zum Sieg gegeneinander gekämpft. Je nach Geschick der Athleten konnte so der Kampf auch schon mal sehr schnell durch eindeutige Treffer entschieden werden. Zumindest die Bronzemedaille konnten hier die Nordhäuser Christian Hennig und Robert Zinecker gewinnen. Beide teilten sich den 3. Platz.

Am Sonntagmorgen standen dann noch für einige Teilnehmer Prüfungen an. Zwei Teilnehmer bestanden ihren Meistergrad und dürfen nun den schwarzen Gürtel tragen. Außerdem konnten zehn Schülergrade sich hier beweisen und zeigen, dass sie die Voraussetzungen für die nächsthöhere Stufe erfüllten.

Selbstverständlich wurde auch bei diesem Event nicht nur in der Halle geschwitzt. Nach dem Training gab es abends noch bei gemütlichem Beisammensein Zeit und Raum für persönliche Gespräche und vielfältigen Erfahrungsaustausch.

Allen Interessierten bietet der Karate-Do-Kwai Nordhausen ein 4-wöchiges kostenloses Probetraining. In der Sportart Karate gibt es verschiedene, nach Alter gestaffelte Trainingsgruppen für Kinder, Erwachsene und auch eine eigene Senioren-Gruppe. Für Kobudô (Waffenkarate) und SaCO-Selbstverteidigung muss man das 14. Lebensjahr schon erreicht haben. Karate-Aerobic ist gerade bei Frauen sehr beliebt und ideal für die Verbesserung der Fitness geeignet. Außerdem gibt es noch eine Übungsgruppe Qi-Gong. Die Kleinsten (4-7 Jahre) werden entwicklungsgerecht in der Ninja-Kids Gruppe an den Sport heran geführt.

Information bekommt man im Internet unter www.karate-nordhausen.de, per Telefon NDH 60 47 36 oder einfach mal zu den Trainingszeiten in der Spendekirchhof-Turnhalle des Humboldt-Gymnasiums in der Georgengasse vorbeischauen.
Sven Schröter, Karate-Do-Kwai Nordhausen
Europäische Kobudô-Sportler zu Gast in Nordhausen (Foto: S. Schröter)
Europäische Kobudô-Sportler zu Gast in Nordhausen (Foto: S. Schröter)
Europäische Kobudô-Sportler zu Gast in Nordhausen (Foto: S. Schröter)
Europäische Kobudô-Sportler zu Gast in Nordhausen (Foto: S. Schröter)
Europäische Kobudô-Sportler zu Gast in Nordhausen (Foto: S. Schröter)
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