Di, 14:53 Uhr
10.10.2000
Betrachtet: PANTA RHEI - auch in Nordhausen oder Urbach
PANTA RHEI - dieser griechische Ausspruch für "alles ist in Bewegung" hat wohl auch nach Jahrhunderten nichts von seiner Bedeutung verloren. Nichts wird mehr so sein wie es war, alles wird anders sein als es ist. Auch in Nordhausen, auch in der Goldenen Aue. Da wird ein großes Industriegebiet geplant, seit Jahren wird hinter vorgehaltener Hand von Investoren gesprochen. Klar, das Thema ist äußerst sensibel, doch das künftige Industriegebiet und seine jetzige Planung waren alles andere als verschwiegen. Aber: es ist sensibel. Und alle Gemeinden, alle Räte in der Goldenen Aue wollten das Gebiet. Und da war nie von einem Gewerbegebiet die Rede, immer von einem Industriegebiet.
Glauben viele zugezogene und Ur-Urbacher denn wirklich, es würde bei einer Abwägung einzig auf "ihre schöne Aussicht" Rücksicht genommen, wenn es bei einer Investition um 100, 200 oder 1.000 Arbeitsplätze gehen würde. Könnten die Mitglieder der Bürgerinitiative den Menschen in die Augen schauen, die sehnsüchtig nach produzierender Industrie Ausschau halten, um endlich einen Arbeitsplatz zu bekommen? Doch sie können sich einbringen in die Planungen, auch das ist Demokratie.
In Bleicherode, in Sollstedt oder Nordhausen ist die Luft sauberer geworden. Nicht nur, weil statt mit Kohle nun mit Öl oder Gas geheizt wird. Die Luft wurde auch reiner, weil die wirtschaftliche Landschaft bereinigt wurde. Ich habe in den zurückliegenden acht Jahren viele Politiker erleben dürfen, die sehnsüchtig nach "dem Investor" geblickt hatten. Sie konnten ihn mitunter fast schon präsentieren, dann jedoch war er wieder verschwunden. Gründe dafür gab es genug: Keine Autobahn in der Nähe, keine Tennishalle für die Freizeit, keine Eliteschule für den Nachwuchs. Aber es gab auch Unternehmen, für deren Ansprüche einfach kein Platz da war. Zwischen Bielen und Urbach ist Platz auf mehr als 100 Hektar. Wo schon im Landkreis Nordhausen ist derart viel Fläche nicht unmittelbar in der Nähe eines Vorgartens vorhanden? Wo im Landkreis Nordhausen kann der Quadratmeter Fläche für eine Mark angeboten werden? Mehr zahlen auch weltweit agierenden Firmen auf keinen Fall. Aber sie haben Alternativen in Mexiko, Polen.... und sogar im Eichsfeld. Ich kenne kein Industriegebiet im Landkreis mit solch einer Ausdehnung und solchen Konditionen, auch kein Gewerbegebiet.
Nun soll es den Urbachern vor die Tür gesetzt werden. Einem wird es immer vor die Tür gesetzt, doch im Qualm ersticken, vor Lärm taub werden - das alles ist doch längst Geschichte.
Die Standpunkte der beiden Seiten sind noch nicht verhärtet, noch ist es Zeit, miteinander zu reden. Ein Kompromiß könnte gefunden werden. Doch ein Zerreden des geplanten Vorhabens zwischen Nordhausen und Urbach wird der Region trotz Autobahn einen schweren Schaden zufügen. Und solch schlechte Nachrichten, die sprechen sich schnell herum: In Erfurt, Berlin und Brüssel. Vor allem aber in Chefetagen der Unternehmen, die vielleicht, aber auch nur vielleicht auf der deutschen Landkarte einen kleinen Kreis auf die Region der Goldenen Aue gezeichnet haben. Aber auch hier gilt: Nichts ist statisch - PANTA RHEI!
Peter Stefan Greiner
Autor: nnzGlauben viele zugezogene und Ur-Urbacher denn wirklich, es würde bei einer Abwägung einzig auf "ihre schöne Aussicht" Rücksicht genommen, wenn es bei einer Investition um 100, 200 oder 1.000 Arbeitsplätze gehen würde. Könnten die Mitglieder der Bürgerinitiative den Menschen in die Augen schauen, die sehnsüchtig nach produzierender Industrie Ausschau halten, um endlich einen Arbeitsplatz zu bekommen? Doch sie können sich einbringen in die Planungen, auch das ist Demokratie.
In Bleicherode, in Sollstedt oder Nordhausen ist die Luft sauberer geworden. Nicht nur, weil statt mit Kohle nun mit Öl oder Gas geheizt wird. Die Luft wurde auch reiner, weil die wirtschaftliche Landschaft bereinigt wurde. Ich habe in den zurückliegenden acht Jahren viele Politiker erleben dürfen, die sehnsüchtig nach "dem Investor" geblickt hatten. Sie konnten ihn mitunter fast schon präsentieren, dann jedoch war er wieder verschwunden. Gründe dafür gab es genug: Keine Autobahn in der Nähe, keine Tennishalle für die Freizeit, keine Eliteschule für den Nachwuchs. Aber es gab auch Unternehmen, für deren Ansprüche einfach kein Platz da war. Zwischen Bielen und Urbach ist Platz auf mehr als 100 Hektar. Wo schon im Landkreis Nordhausen ist derart viel Fläche nicht unmittelbar in der Nähe eines Vorgartens vorhanden? Wo im Landkreis Nordhausen kann der Quadratmeter Fläche für eine Mark angeboten werden? Mehr zahlen auch weltweit agierenden Firmen auf keinen Fall. Aber sie haben Alternativen in Mexiko, Polen.... und sogar im Eichsfeld. Ich kenne kein Industriegebiet im Landkreis mit solch einer Ausdehnung und solchen Konditionen, auch kein Gewerbegebiet.
Nun soll es den Urbachern vor die Tür gesetzt werden. Einem wird es immer vor die Tür gesetzt, doch im Qualm ersticken, vor Lärm taub werden - das alles ist doch längst Geschichte.
Die Standpunkte der beiden Seiten sind noch nicht verhärtet, noch ist es Zeit, miteinander zu reden. Ein Kompromiß könnte gefunden werden. Doch ein Zerreden des geplanten Vorhabens zwischen Nordhausen und Urbach wird der Region trotz Autobahn einen schweren Schaden zufügen. Und solch schlechte Nachrichten, die sprechen sich schnell herum: In Erfurt, Berlin und Brüssel. Vor allem aber in Chefetagen der Unternehmen, die vielleicht, aber auch nur vielleicht auf der deutschen Landkarte einen kleinen Kreis auf die Region der Goldenen Aue gezeichnet haben. Aber auch hier gilt: Nichts ist statisch - PANTA RHEI!
Peter Stefan Greiner

