Mo, 11:53 Uhr
27.12.2004
Gründungswelle mit Fragezeichen
Nordhausen (nnz). Thüringen hat in diesem Jahr eine Welle von Unternehmensgründungen erlebt. Das ist – auf den ersten Blick – sehr positiv. Doch allerdings warnen Experten vor allzu hoher Euphorie...
Thüringen erlebt eine Gründerwelle. Doch nicht so sehr Unternehmergeist, sondern vielmehr die hohe Arbeitslosigkeit und neue staatliche Fördermöglichkeiten sind Auslöser des aktuellen Booms. Die Industrie- und Handelskammer Erfurt (IHK) befürchtet, dass viele Starts als Pleiten enden. Die IHK Erfurt verzeichnete im Jahr 2004 eine bisher beispiellose Nachfrage arbeitsloser Gründungsinteressierter nach Beratungen und Seminaren, informierte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Die Teilnehmerzahlen wären um 22 Prozent auf fast 7.100 nach oben geschossen. Zudem hätte die IHK 13 Prozent mehr Stellungnahmen zu Anträgen auf Überbrückungsgeld für Arbeitslose abgegeben als noch im Vorjahr. Das Thüringer Landesamt für Statistik bestätigte den Trend. So wurden im ersten Halbjahr 2004 fast 15 Prozent mehr Gewerbeanmeldungen registriert als noch im Vorjahreszeitraum.
Sieben von zehn Gründern, die in individuellen Gesprächen mit IHK-Experten ihr Konzept erörtern, wollen mit der Selbstständigkeit vornehmlich ihre Arbeitslosigkeit beenden, so Grusser. Auch Fördergelder würden immer mehr Arbeitslose in die Selbstständigkeit locken. Bei einer bundesweiten Telefonaktion, an der sich auch die IHK Erfurt beteiligte, hätten 90 Prozent der Anrufer nach Fördermöglichkeiten gefragt, wie den Ich-AG-Zuschuss oder das Überbrückungsgeld. Allerdings stellten auch 60 Prozent der Gründungsinteressierten gezielte Fragen zur Umsetzung ihrer Geschäftsidee. Hier mache sich bemerkbar, dass die Bundesregierung für den Ich-AG-Zugang seit kurzem einen auf Tragfähigkeit überprüften Business-Plan voraussetzt.
Nicht Fördermittel, sondern die potenziellen Kunden sollten im Mittelpunkt des Vorhabens stehen, verweist Grusser auf eine solide Vorbereitung. Ohne Kompass drohe sonst der Schiffbruch und die Pleite wäre vorprogrammiert.
Autor: nnzThüringen erlebt eine Gründerwelle. Doch nicht so sehr Unternehmergeist, sondern vielmehr die hohe Arbeitslosigkeit und neue staatliche Fördermöglichkeiten sind Auslöser des aktuellen Booms. Die Industrie- und Handelskammer Erfurt (IHK) befürchtet, dass viele Starts als Pleiten enden. Die IHK Erfurt verzeichnete im Jahr 2004 eine bisher beispiellose Nachfrage arbeitsloser Gründungsinteressierter nach Beratungen und Seminaren, informierte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Die Teilnehmerzahlen wären um 22 Prozent auf fast 7.100 nach oben geschossen. Zudem hätte die IHK 13 Prozent mehr Stellungnahmen zu Anträgen auf Überbrückungsgeld für Arbeitslose abgegeben als noch im Vorjahr. Das Thüringer Landesamt für Statistik bestätigte den Trend. So wurden im ersten Halbjahr 2004 fast 15 Prozent mehr Gewerbeanmeldungen registriert als noch im Vorjahreszeitraum.
Sieben von zehn Gründern, die in individuellen Gesprächen mit IHK-Experten ihr Konzept erörtern, wollen mit der Selbstständigkeit vornehmlich ihre Arbeitslosigkeit beenden, so Grusser. Auch Fördergelder würden immer mehr Arbeitslose in die Selbstständigkeit locken. Bei einer bundesweiten Telefonaktion, an der sich auch die IHK Erfurt beteiligte, hätten 90 Prozent der Anrufer nach Fördermöglichkeiten gefragt, wie den Ich-AG-Zuschuss oder das Überbrückungsgeld. Allerdings stellten auch 60 Prozent der Gründungsinteressierten gezielte Fragen zur Umsetzung ihrer Geschäftsidee. Hier mache sich bemerkbar, dass die Bundesregierung für den Ich-AG-Zugang seit kurzem einen auf Tragfähigkeit überprüften Business-Plan voraussetzt.
Nicht Fördermittel, sondern die potenziellen Kunden sollten im Mittelpunkt des Vorhabens stehen, verweist Grusser auf eine solide Vorbereitung. Ohne Kompass drohe sonst der Schiffbruch und die Pleite wäre vorprogrammiert.


