eic kyf msh nnz uhz tv nt
Do, 20:21 Uhr
03.05.2018
Handball Bundesliga Frauen:

Thüringer HC - HSG Bad Wildungen Vipers

Am Samstag, im ersten Spiel des Thüringer HC nach dem endgültigen Erringen der Deutschen Meisterschaft, ist mit der HSG Bad Wildungen Vipers jene Mannschaft zu Gast, die als einzige den neuen und damit siebenfachen Deutschen Meister in der bisherigen Saison bezwingen konnte. „Zweimal in einer Saison schlägt uns keiner“, sagt Herbert Müller und geht das Spiel als Revanche an...


Darin liegt wohl der Reiz dieses eigentlich bedeutungslosen Matches. Aber Herbert Müller will auch den Rest der Saison sportlich angehen, was heißt, nichts wird hergeschenkt. „Das ist die Mannschaft ihren treuen Fans in der Salzahalle schuldig, und auch sportlich will das Team den Kampf um die Plätze hinter Bietigheim und um die EHF-Cup Startberechtigung nicht beeinflussen.“ Mit dem BVB Dortmund und Bayer 04 Leverkusen trifft der THC ja noch auf zwei dieser Kandidaten.

Anzeige Refinery (lang)
Ein sichtlich entspannter THC-Trainer Herbert Müller konnte locker über das Spiel in Großröhrsdorf plaudern. „Die Mannschaft hat gegen den HC Rödertal ihre Pflichtaufgabe konsequent erfüllt“, zieht er sein Resümee. Schon vor dem Anpfiff hat das Trainerteam vom Remis in Buxtehude erfahren (damit war der THC bei 63 Toren Vorsprung in der Tordifferenz rechnerisch Meister), „aber wir haben das der Mannschaft nicht mitgeteilt“, und auch die „Rote Wand“ machte kein Extra-Spektakel.

So kam die Erlösung erst nach dem Schlusspfiff und wie. Die ganze Freude und Anspannung ließen die THC-Mädels in einem unglaublichen Jubelsturm heraus. So schön können das wirklich nur Frauen und Mädchen. Für Herbert Müller hat diese Meisterschaft einen ganz besonderen Stellenwert, nicht nur weil es für ihn der zehnte Titel eines Deutschen Handballmeisters der Frauen ist (2005, 2007 und 2008 mit dem 1.FC Nürnberg), im THC-Team stehen ganze zehn Spielerinnen, für die es der erste Meistertitel ist. So groß ist der Umbruch in der Mannschaft seit 2016.

Für die zurzeit schwangere Kerstin Wohlbold ist es der achte Titel, für Lydia Jakubisova der sechste und Dinah Eckerle kam bisher fünf Mal zu Meisterehren. Weit über 100 Fans hatten die Mannschaft zum entscheidenden Spiel begleitet und Herbert Müller verteilt einen Riesendank an alle Fans, die den Bienenstock in „Rot“ umfärbten und für eine tolle Stimmung und Meisterschaftsfeier gesorgt haben.

Herbert Müller betont, dass er besonders glücklich darüber ist, „dass diese Meisterschaft unter besonderen Umständen errungen wurde.“ Die frühe Verletzung von Anne Hubinger, die Langzeitverletzung von Linksaußen Nina Schilk, fast über die gesamte Saison hinweg, die Schwangerschaft von Mannschaftskapitänin Kerstin Wohlbold seit Dezember, sprechen eigentlich dagegen, dass der THC am Ende mit acht Punkten Vorsprung vor dem letztjährig ungeschlagenen Titelverteidiger ganz oben steht. Rein statistisch haben mit Dinah Eckerle, Iveta Luzumova, Lydia Jakubisova und Josephine Huber nur 4 Spielerin alle 40 Pflichtspiele der Saison bestritten, Nina Schilk und Anne Hubinger brachten es auf drei Bundesligaspiele, Alexandra Mazzucco auf zehn, Macarena Aguilar auf 14 von 23 Spielen.

Unter diesen Umständen geht von Herbert Müller ein „ungeteiltes Kompliment an die gesamte Mannschaft, die von den Charakteren her so gut zusammengepasst hat. „Einmalig die Art und Weise wie jede einzelne Spielerin ihre Rolle angenommen und erfüllt hat. Prunkstück der Mannschaft war sicherlich das Torhüterinnenduo, das beste der ganzen Liga. Gordana Mitrovic (mit 21 die Jüngste im Team) hat eine unfassbare Entwicklung genommen, Iveta Luzumova die Chefin-Rolle mit Weltklasse ausgefüllt. Beate Scheffknecht übernahm die Rolle der Top-Shooterin (erzielte die meisten Feldtreffer der Liga).

Ohne jemanden zu vergessen, betont der Cheftrainer, dass sich Anika Niederwieser in die Rolle der Abwehrspezialistin und -organisatorin gefunden hat und Meike Schmelzer von Linksaußen über den Kreis bis in den Rückraum überall einsetzbar war. Lydia Jakubisova, mit 36 die „Älteste“ im Team, bestätigt den Ruf vom Wein, der im Alter immer besser wird, und Macarena Aguilar rangierte meist aus dem Hintergrund und nahm auch diese Rolle an.“ Dieses Team erwies sich als eine Mannschaft aus einem Guss mit einem sprichwörtlichen Mannschaftsgeist, der schließlich der Schlüssel zum Erfolg war.

Entsprechend feucht und sangesfröhlich war die Feier nach dem Spiel und erst recht im Mannschaftsbus. Herbert Müller hatte noch nie so viele Flaschen im Bus gesehen. In Erfurt ging es zunächst gemeinsam mit Trainern und Mannschaftsleitung in einer vorher reservierten Gaststätte bis in den Morgen, bevor die noch nicht müden Frauen noch in eine DISCO zogen, wo sie sich austobten, bis sie rausgekehrt wurden. Alles gut - das haben sie sich so verdient.

Schon am Montag traf sich das Team beim Fußballtalk „Meyer gegen Geyer“, und ab Mittwoch hatte sie der Ernst der Liga bereits wieder mit dem Training eingeholt. Herbert Müller betont, dass es zur Fairness gehört, auch den Rest der Saison mit aller Konsequenz zu bestreiten, um so konzentrierter richtet er den Fokus auf das nächste Spiel.

Der THC ist im Heimspiel Favorit. Bad Wildungen hat im Hinspiel den THC geschlagen und gegen Buxtehude und Metzingen gepunktet. Die Vipers haben einen guten zehnten Platz und sie sind im FINAL4 in Stuttgart dabei. Der THC will die Revanche und er will den vielen Fans, auch besonders denen, die in Rödertal nicht dabei sein konnten, den Titel zelebrieren.

Nach dem Auswärtsspiel in Dortmund geht es zur Abschlussfahrt nach Mallorca, drei Tage nur, denn dann wird sich im Training auf das abschließende Match gegen Leverkusen, mit Verabschiedung der Spielerinnen, die den THC verlassen, mit Pokal- und Medaillenvergabe, vorbereitet. Für die Nationalspielerinnen gibt es erst nach den abschließenden Spielen der EM-Qualifikation Urlaubsfreuden nach einer langen, kräftezehrenden Saison.
Roman Knabe
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)