Do, 09:25 Uhr
03.05.2018
Bau-Gewerkschaft will protestieren
Dampf ablassen in Berlin
Auf den heimischen Baustellen herrscht dicke Luft, so die Bau-Gewerkschaft. Die Stimmung unter den rund 1.230 Bauarbeitern im Landkreis Nordhausen sei denkbar mies, die Arbeitgeber hätten die Tarifverhandlungen zum Scheitern geführt. Am kommenden Montag will man in Berlin "Dampf ablassen"...
Das bringt den Bau zum Brodeln, sagt der stellvertretende IG BAU-Bezirksvorsitzende Harald Buntfuß. Aus dem Kreis Nordhausen werde sich deshalb am kommenden Montag (Hinweis f. d. Red.: 7. Mai) eine Bauarbeiter-Delegation auf den Weg nach Berlin machen, um beim zentralen Bau-Protest in der Hauptstadt ordentlich Frust abzulassen.
Und das direkt da, wo sich die Schlichtungsrunde trifft: Drinnen wird Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Schlichter versuchen, die Arbeitgeber zu einem fairen Angebot zu bewegen. Draußen wird die Bau-Delegation aus dem Landkreis Nordhausen laut und deutlich sagen, was sie will. Da ist mächtig Druck auf dem Kessel. Und den Druck lassen die Bauarbeiter in Berlin ab, so Harald Buntfuß. Für den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden ist es ohnehin ein starkes Stück, dass es so weit gekommen ist: In anderen Branchen drum herum gibt es Tarifabschlüsse. Nur im Baugewerbe blockieren die Arbeitgeber. Und das, obwohl der Bau boomt und die Auftragsbücher voll sind. Zudem sei die Lohnforderung der IG BAU vergleichbar mit der anderer Branchen: 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und gleicher Lohn in Ost und West.
Dass ein Monatslohn als Weihnachtsgeld für alle Bauarbeiter mit in den Tarifvertrag gehört, will den Arbeitgebern partout nicht in den Kopf. Aber daran arbeiten wir …, so Harald Buntfuß. Er setzt auf die Schlichtung am Montag und auf den Protest der heimischen Bauarbeiter. Immerhin gehe es auch darum, den Bau für den Nachwuchs attraktiv zu machen: In Zukunft will die IG BAU erreichen, dass Azubis die vollen Ausbildungskosten ersetzt bekommen. Dazu gehören dann auch die Kosten für die Fahrt zur Berufsschule, fordert Harald Buntfuß.
Darüber hinaus komme es künftig darauf an, dass Bauarbeiter den Weg zur Baustelle bezahlt bekommen. Wenn ein Bauunternehmen Aufträge für eine Baustelle annimmt, die eine Stunde mit dem Auto vom Betrieb entfernt ist, dann ist das o.k. Aber der Chef darf dann nicht erwarten, dass seine Bauarbeiter den Wecker morgens eine Stunde früher stellen, ohne dass sie davon etwas haben, macht der stellvertretende IG BAU-Bezirksvorsitzende deutlich.
Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Nordthüringen
Autor: redDas bringt den Bau zum Brodeln, sagt der stellvertretende IG BAU-Bezirksvorsitzende Harald Buntfuß. Aus dem Kreis Nordhausen werde sich deshalb am kommenden Montag (Hinweis f. d. Red.: 7. Mai) eine Bauarbeiter-Delegation auf den Weg nach Berlin machen, um beim zentralen Bau-Protest in der Hauptstadt ordentlich Frust abzulassen.
Und das direkt da, wo sich die Schlichtungsrunde trifft: Drinnen wird Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement als Schlichter versuchen, die Arbeitgeber zu einem fairen Angebot zu bewegen. Draußen wird die Bau-Delegation aus dem Landkreis Nordhausen laut und deutlich sagen, was sie will. Da ist mächtig Druck auf dem Kessel. Und den Druck lassen die Bauarbeiter in Berlin ab, so Harald Buntfuß. Für den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden ist es ohnehin ein starkes Stück, dass es so weit gekommen ist: In anderen Branchen drum herum gibt es Tarifabschlüsse. Nur im Baugewerbe blockieren die Arbeitgeber. Und das, obwohl der Bau boomt und die Auftragsbücher voll sind. Zudem sei die Lohnforderung der IG BAU vergleichbar mit der anderer Branchen: 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und gleicher Lohn in Ost und West.
Dass ein Monatslohn als Weihnachtsgeld für alle Bauarbeiter mit in den Tarifvertrag gehört, will den Arbeitgebern partout nicht in den Kopf. Aber daran arbeiten wir …, so Harald Buntfuß. Er setzt auf die Schlichtung am Montag und auf den Protest der heimischen Bauarbeiter. Immerhin gehe es auch darum, den Bau für den Nachwuchs attraktiv zu machen: In Zukunft will die IG BAU erreichen, dass Azubis die vollen Ausbildungskosten ersetzt bekommen. Dazu gehören dann auch die Kosten für die Fahrt zur Berufsschule, fordert Harald Buntfuß.
Darüber hinaus komme es künftig darauf an, dass Bauarbeiter den Weg zur Baustelle bezahlt bekommen. Wenn ein Bauunternehmen Aufträge für eine Baustelle annimmt, die eine Stunde mit dem Auto vom Betrieb entfernt ist, dann ist das o.k. Aber der Chef darf dann nicht erwarten, dass seine Bauarbeiter den Wecker morgens eine Stunde früher stellen, ohne dass sie davon etwas haben, macht der stellvertretende IG BAU-Bezirksvorsitzende deutlich.
Industriegewerkschaft
Bauen-Agrar-Umwelt
Bezirksverband Nordthüringen

