nnz-tv Nachrichten aus Nordthüringen Eichsfelder Nachrichten Kyffhäuser Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Sa, 08:16 Uhr
28.04.2018
Für den Mai geplant:

Führung über den jüdischen Friedhof

Ohne die ereignisträchtigen Napoleonischen Gebietseroberungen und den radikal durchgeführten aufklärerischen Reformen zur vollen bürgerlichen und rechtlichen Gleichstellung und die damit folgende Ablösung der einst ständisch-restriktiven Politik, hätte wohl die jüdische Geschichte in Nordhausen einen anderen Weg eingeschlagen...


Infolge der freien Niederlassung und der Möglichkeit des Erhalts des Bürgerrechts siedelten sich seit dem Jahr 1808 zunehmend jüdische Mitmenschen in Nordhausen an, die das städtische und kulturelle Leben bereicherten.

Die wachsende jüdische Gemeinde benötigte Orte zur Ausübung der Religion. So wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Betlokal, dem 1845 eine Synagoge folgte, ein jüdisches Badehaus und eine Religionsschule sowie ein jüdischer Friedhof als wichtige Mittelpunkte jüdischen Glaubens in der Stadt aufgebaut und genutzt.

Bei Führungen über den jüdischen Friedhof in Nordhausen wird oft danach gefragt, welchen Alltag die Juden bis zum Beginn des Nationalsozialismus hatten, wie sich das jüdische Gemeindeleben entwickelte, ob sich jüdische Mitmenschen in Nordhausen gesellschaftlich engagierten und wie sich das überkonfessionelle Miteinander gestaltete.

Einige erhalten gebliebene Akten mit Seelenlisten und Etatrollen, Schriftstücken, Fotografien und Literatur sowie der jüdische Friedhof mit seinen steinernen Zeugnissen beschreiben die Zeit und das Leben vor dem Nationalsozialismus und liefern wertvolle Anhaltspunkte zur Geschichte der Juden in Nordhausen im 19. Jahrhundert.

Besonders der jüdische Friedhof mit seinen steinernen Zeugnissen gibt Einblicke in die Anfänge des jüdischen Lebens in Nordhausen im 19. Jahrhundert und die weitere Entwicklung der jüdischen Gemeinde. Leider ist er das einzige erhalten gebliebene und unter Denkmalschutz stehende Zeugnis einer einst lebendigen jüdischen Gemeindekultur in der Stadt.

Für Donnerstag, 10. Mai 2018, 18.00 Uhr, lädt der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein Interessierte herzlich zur Führung über den jüdischen Friedhof ein.

Treffpunkt ist jeweils an der Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg. Die Führungen sind unentgeltlich, doch würde sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein über eine kleine Spende zur Unterstützung seiner Vereinsaktivitäten sehr freuen.
Dr. Marie-Luis Zahradnik
→ Druckversion
← zum Nachrichtenüberblick

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

→ Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.

 
Wir verwenden Cookies um die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren und geben hierzu Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an Partner weiter. Mehr Informationen hierzu finden Sie im Impressum und der Datenschutzerklärung.