eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mi, 15:20 Uhr
29.08.2001

Die unendliche Geschichte - Teil 2?

Nordhausen (nnz). Manchmal scheinen sich die Dinge immer zu wiederholen. Da ist nicht nur die Beigeordnetenwahl vor einem und in diesem Jahr, auch die Folgeerscheinungen ähneln sich. Und so war es nur eine Frage der Zeit, wann im Landesverwaltungsamt in Weimar eine Anfechtung der diesjährigen Wahl einging. Gestern war es soweit.


Die Klage kam auch in diesem Jahr aus den Kreisen der CDU. War es 2000 das christdemokratische Kreistagsmitglied Gabriele Witzel, so preschte jetzt Bernd Liesegang (CDU) vor. Liesegang war nicht nur der ausgewiesene Favorit von Landrat Joachim Claus (CDU), er unterlag erwartungsgemäß auch in beiden Wahlgängen. Jetzt bestätigte Liesegang gegenüber der nnz, dass er ein Schreiben nach Weimar geschickt habe. Darin formuliert ist die Bitte, die Wahl der beiden hauptamtlichen Beigeordneten zu überprüfen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Zur Wahl hatten sich weitaus qualifiziertere Bewerber gestellt, die nicht berücksichtigt wurden“, kommentiert der Kämmerer der Kreisverwaltung seine Entscheidung. Diese habe er aus rein persönlichen Gründen getroffen.

Bereits gestern habe Liesegang Matthias Jendricke (SPD) und heute den Vorsitzenden der PDS-Kreistagsfraktion, Klaus Hummitzsch, informiert. Loni Grünwald habe er nicht erreicht. Die Fraktionschefs von CDU und SPD, Egon Primas und Dagmar Becker, waren nicht zu erreichen, beide haben in Erfurt schwer zu tun. Während Becker im Landtag vermutlich Wutanfälle erleidet, bekommt wahrscheinlich auch Egon Primas Bauchschmerzen. Soll man seinen Worten vor einigen Tagen Glauben schenken, dann ist jetzt eine Situation eingetreten, die er sich nicht gewünscht hatte. Insider in der SPD gehen hingegen von einer gezielten Aktion aus den Kreisen der CDU und der Spitze des Landratsamtes aus. Liesegang sei nicht nur als Letzter auf die Bewerberliste gesetzt worden, sondern habe auch als „Einreicher“ herhalten müssen.

„Alles Quatsch“, so Landrat Claus gegenüber nnz. Er sei über die entstandene Situation „nicht glücklich“. Er habe heute kurz vor 10 Uhr von dem Schritt seines Kämmerers erfahren. Am Verfahren der Amtseinführung werde der Landrat keine Abstriche zulassen (siehe nnz-Archiv). Beide Beigeordnete sollen am Freitag offiziell bestellt werden. Der Überprüfung der Wahl durch das Landesverwaltungsamt sieht der Behördenchef gelassen entgegen, auch das LVA kenne die Haltung des Oberverwaltungsgerichtes zu dieser Tatsache. Und übrigens werde derzeit vermutlich jeder und alles überprüft.

Gelassenheit strahlt auch Klaus Hummitzsch aus. Allerdings habe er nicht mit einem solchen Schritt von Liesegang gerechnet. Er gehe davon aus, dass die Wahl durch das LVA nicht beanstandet werde.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)