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Do, 14:12 Uhr
09.12.2004

Spuren hinterlassen

Nordhausen (nnz). Das Jahr 2004 war nicht nur das Jahr der Landesgartenschau in Nordhausen, sondern es ist auch das „Rietscheljahr“. Ernst Rietschel hat auch in der Rolandstadt seine Spuren hinterlassen...


Nordhausen, die Stadt zwischen den beiden magischen Gebirgen, dem Harz und dem Kyffhäuser, besitzt trotz der Bombardierung 1945 eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten, z. B. das Neptundenkmal, das von einem der großen Bildhauer Deutschlands stammt, von Ernst Rietschel. Dieser wurde am 15.12.1804 in der Lebkuchenstadt Pulsnitz in Sachsen geboren, also begeht man 2004 in zahlreichen Städten, wie z. B. in Bautzen, Braunschweig, Dresden, Kamenz, Lauchhammer, Weimar und Worms ein Rietscheljahr, weil er für diese Orte bedeutende Standbilder schuf. Die Schirmherrschaft übernahm der Bundespräsident. Auch dadurch wird die Stellung dieses Künstlers gewürdigt. Als Ehrung für Rietschel findet noch bis in den Januar 2005 hinein im Albertinum in Dresden eine Kunstausstellung statt, zu der auch ein umfassender Katalog erschienen ist.

Am 14.12.2004, einen Tag vor seinem 200. Geburtstag, wird in Nordhausen um 19.30 Uhr im Geschichts- und Altertumsverein im Vereinshaus „Thomas Mann“ in der Wilhelm-Nebelung-Str. 39 in einem Vortrag von Heidelore Kneffel an den neben Schadow, Rauch und Schinckel berühmtesten deutschen Bildhauer des 19. Jahrhunderts erinnert. Gäste sind willkommen.

Die Stadt am Südharz besitzt insofern eine Sonderstellung, weil die 2,67 m große Brunnenfigur eines Neptuns Rietschels Erstlingswerk ist und somit am Anfang eines dann folgenden großen Aufstiegs stand. Aber, bis es soweit war, musste der junge Rietschel manches Lehrgeld bezahlen. Wir wissen von seiner frühen Zeit, da er in späten Jahren seine „Jugenderinnerungen“ verfasste, die 2002 in 4. erweiterter Auflage unter ISBN 3-374-01530-1 in Leipzig erschienen. Darin erfahren wir auch detailliert, welche Schwierigkeiten sich für den noch ungeübten Bildhauer in einem Pavillon des Dresdener Zwingers auftaten, als er den Neptun für Nordhausen schaffen sollte.

Rietschel, der nach der Beendigung des Wassergottes Schüler des berühmten Bildhauers Christian Daniel Rauch in Berlin wurde, schuf dann bekannte Skulpturen, wie z. B. das Lessing-Denkmal in Braunschweig, das Doppeldenkmal für Goethe und Schiller in Weimar, wohl seine populärste Arbeit, die Dresdener Statue Carl Maria von Webers, das Wormser Reformationsdenkmal mit Martin Luther, zahlreiche Porträtbüsten berühmter Persönlichkeiten, u.a.m.

Den Auftrag für die Nordhäuser Neptunstatue bekam er 1825, am 2. Juli 1828 wurde sie im Kornmarktbrunnen aufgestellt. Seit 1935 steht der Brunnen in der Promenade. Übrigens, dass originale Gipsmodell des Neptuns überstand in Dresden die Schrecken des 2. Weltkrieges und steht im Schaudepot im Albertinum, das seit Mai 2000 wieder für Besucher offen steht.
Autor: nnz

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