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Do, 09:01 Uhr
09.12.2004

Kleine Tore, halbe Freude

Kleine Tore, halbe Freude (Foto: nnz) Kleine Tore, halbe Freude (Foto: nnz) Nordhausen (nnz). Die Wende im Jahre 1989 hat den Deutschen vielerlei Freuden und Freiheiten bereitet. Das Vergnügen am Kinderkriegen gehörte definitiv nicht dazu. Leidtragende dieser Entwicklung sind heute die regionalen Fußballvereine, die aus den Jungen der Jahrgänge 1990/91 eine schlagkräftige Elf formen wollen.


Im Frühjahr dieses Jahres kamen nur noch sieben oder acht Jungs zum Training der C-Junioren bei Wacker. Die Vereinsführung musste notgedrungen für die Kleinfeld-Kreisliga melden und die gute Position der Vorgängermannschaft aufgeben. Die hatte als Tabellendritter auf Bezirksebene den Ton angegeben und wäre noch erfolgreicher gewesen, wenn nicht schon einige Spieler in der höhere Altersklasse mitgekickt hätten. Kleinfeld-Kreisligen sind derzeit weit verbreitet in den ostdeutschen Ländern, wo es im dünnbesiedelten ländlichen Bereich immer schwieriger wird, den Spielbetrieb der C-Junioren aufrecht zu erhalten.

Alexander Anbinder, Kevin Boksch, Christopher Gumbrecht, Oliver Krone, Christoph Kühlewind, Lucas Rieck, Nils Sebastian und Marco Wallasch nahmen unter der Leitung von Trainer Jürgen Franz die Kleinfeldsaison in Angriff. Wenig später erweiterte sich der Kader des Teams auf derzeit17 Spieler. Die FSG Salza löste ihre C-Juniorenmannschaft auf und einige Spieler wechselten zu Wacker. Ältere Wacker-Spieler brachten ihre Geschwister mit, schon abgemeldete Jungs kamen wieder zurück zum Traditionsverein.

David Braun, Marcus Busch, Ricardo Drescher, Andre Galeano, Björn Lehmann, Kevin Ludwig, Steve Müller, Christoph Müller-Luh und Philipp Stritzel verstärken jetzt die Mannschaft. Wackers Vize-Präsident Roland Pohl ärgert sich, dass die C-Junioren im Sommer aus der Bezirksliga zurückgezogen werden mussten und sich nun im Kleinfeldbereich gegenseitig auf den Füßen stehen. Das Team hat bisher fünf Punktspiele bestritten und vier davon gewonnen. Jetzt werden Testspielgegner für das Großfeld gesucht. Die besonders begabten Spieler Kühlewind, Müller-Luh und Braun helfen schon bei den B-Junioren aus, für die anderen heißt es, sich immer wieder beim Trainer anbieten, um in die Startaufstellung zu kommen oder vorzeitig den Sprung in die B-Junioren zu schaffen. Das Spielen auf dem Kleinfeld ist unter den 14/15-Jährigen nicht sehr beliebt und sie drängen darauf, endlich aufs Großfeld zu kommen. Weil die Tore hier viel größer sind, kann man sie auch besser treffen, mutmaßen die Jungs.

Eine Möglichkeit, den personellen Mangel im Nachwuchs zu kompensieren und die Kleinfeldvariante zu vermeiden, ist die Gründung von Spielgemeinschaften aus mehreren Vereinen. Das hat Vor- und Nachteile, weiß Roland Pohl. „Solange die Spielgemeinschaften erfolgreich spielen, ist alles gut. Wenn es aber mal nicht so läuft, kommt es schnell zu gegenseitigen Schuldzuweisungen. Einer der zusammengeschlossenen Vereine muss letztlich der bestimmende sein und sich bei disziplinarischen oder organisatorischen Dingen verantwortlich fühlen. Daran scheiden sich dann bald die Geister.“ Sinnvoller wäre es, die Vereine würden schon im Vorfeld der nächsten Saison miteinander sprechen und die eigene Identität bewahren. Pohl schwebt dabei ein interessantes System vor. „Die Vereine, die in einer bestimmten Altersklasse keine Mannschaft mehr zusammen bekommen, könnten ihre Talente zu anderen Vereinen geben und unter deren Namen spielen lassen. Wenn dann wieder eine eigene Mannschaft gebildet werden kann oder die Spieler in den nächsten Juniorenbereich aufrücken, gehen die Jungs zu ihren Stammvereinen zurück“, sagt er und fügt an, dass man eine solche Praxis auch vertraglich fixieren kann. Bei Wacker 90 stehen die Türen für solche Varianten offen. Die jungen Kicker aus der Region würden gut ausgebildet, in den höherklassigen Spielbetrieb integriert, durch halb Thüringen gefahren und könnten nach jeder Saison zu ihrem Heimatverein zurückkehren. Für Wacker schließt es das Präsidium aus, dass Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen gebildet werden. Die Verantwortlichen vertrauen auf den guten Ruf des Traditionsclubs und auf die bewährten Strukturen, dass Wacker-Nachwuchsspieler andere Jungs anwerben, entweder aus der Familie oder aus dem Freundeskreis, erläutert der Vizepräsident. Roland Pohl weiß, wovon er spricht. Schließlich ist sein ältester Sohn Lars der Goalgetter der 1. Männermannschaft und sein jüngerer Benni Führungsspieler bei den B-Junioren. Wacker ist eben doch ein Familienverein.
Olaf Schulze
Autor: osch

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