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So, 15:11 Uhr
18.03.2018
Frühjahrstagung der Kreissynode des Kirchenkreises Südharz

Auf in die Zukunft aber wie und wohin genau?

Intensive, sehr persönliche Gespräche prägten die Frühjahrstagung der Kreissynode des Kirchenkreises am Samstag. Nicht Beschlüsse standen dieses Mal bei der Tagung des evangelischen Kirchenparlaments im Vordergrund, sondern die Beschäftigung mit der Zukunft der Gemeinden...


Bereits zum Stellenplan 2016 hatte Superintendent Andreas Schwarze die Zukunftswerkstatt angekündigt. Der bislang eher nebulöse Begriff wurde dieses Wochenende erstmals greifbar. Die in der Nordthüringer Lebenshilfe Versammelten diskutierten lange miteinander.

Angeleitet von Dr. Michael Funke von Die Beraterwerkstatt, Leipzig. Er wird den Prozess in den Regionen in den nächsten Monaten begleiten und sollte die Synodalen auf die Zukunftswerkstätten neugierig machen. Und das ist ihm zweifelsfrei gelungen. Er stimmte seine Zuhörer ein mit Sätzen wie: „Gönnen Sie sich ein fröhliches Raufen. Den Weg in die Zukunft bekommen wir nicht billig.“

Betrachte man den neuen Stellenplan mit seinen Personalkürzungen schiene die Decke immer zu kurz, egal, an welcher Seite man ziehe, stellte Funke klar heraus. Doch was werde man verlieren mit jedem Menschen, der nicht mehr in den Gottesdienst kommt, mit jedem ausgefallenen Gottesdienst, weil keiner mehr predigt? Was hier verschwindet, sind die Beziehungen der Menschen zueinander, das sich Kümmern, das sich Treffen über alle Generationen hinweg, referierte Funke. Das zunächst stille Nicken der Synodalen wurde immer deutlicher.

„Ist es nicht die Aufgabe der Kirche, den Menschen zu dienen mit dem was ihnen gut tut?“, fragte er weiter. Jedoch nicht ein Mehr von allem sei die Lösung, so Funke. Er empfahl die Menschen zu fragen was sie bräuchten: „Geht raus und redet mit ihnen in einer Sprache, die sie verstehen. Besucht sie und fragt nach ihren guten Erfahrungen mit der Kirche.“ Und genau das tat er dann mit den Synodalen.

In kleinen Arbeitsgruppen erzählte man sich gegenseitig seine schönen Erlebnisse mit Kirche. Alle waren begeistert, wie fröhlich sie schon diese kleine Aufgabe stimmte, denn jeder konnte reichlich berichten. Die nächste Frage wurde dann schon intimer: Welche Veränderungen habe ich persönlich erlebt? Wie habe ich diese Veränderungen durchgestanden? Zunächst schluckten viele, doch dann sprudelten die Geschichten.

In der anschließenden großen Runde zeigte sich die Unterschiedlichkeit der Veränderungen, manche waren gewollt, andere wurden einem übergestülpt, doch die meisten haben den Betroffenen letztlich als Menschen gestärkt. Andere waren sehr schmerzlich und doch musste es ein Danach geben. Einmal inne zu halten, sich diese persönlichen Veränderungen bewusst zu machen, das tat den Anwesenden sichtlich gut.


Was all das für die Zukunftswerkstätten bedeutet zeigte sich in der letzten Runde. Was ist unsere Aufgabe als Kirche? Die schwierigste aller Fragen, wenn man nicht ganz allgemein antworten soll. Funkes Rat auf dem Weg zu einem Ergebnis lautete: Beteiligen Sie die Betroffenen, nehmen Sie ihre Sorgen und Ängste ernst, gehen Sie gemeinsam weiter. Erzählen Sie von Ihren guten Erfahrungen mit Kirche. Anstecken, infizieren, begeistern, das sollte das Ziel der Werkstätten sein.

So könne man gemeinsam die Aufgaben der Kirche vor Ort herausfinden, denn keine Gemeinde gleicht der anderen. Keine Lösung könne für alle gültig sein. Nun gilt es das Interesse an den Zukunftswerkstätten in die Gemeinden zu tragen. Die Synodalen sind dazu seit Samstag zumindest gedanklich bereits unterwegs.
Zu diesem Thema gibt es auch eine Handreichung, die ab nächster Woche von der Homepage des Kirchenkreises heruntergeladen werden kann www.ev-kirchenkreis-suedharz.de. Dort ist dann der Button Zukunftswerkstatt zu finden.
Lassen Sie sich einladen zu den Zukunftswerkstätten in Ihrer Region:
  • 5. Mai im Schützenhaus in Großbodungen, von 9.30 Uhr 16.00 Uhr. Für die Pfarrbereiche: Großbodungen, Silkerode und Trebra.
  • 25. Mai in der Festhalle in Urbach, von 9.30 Uhr 16.00 Uhr. Für die Pfarrbereiche: Heringen, Nordhausen St. Blasii-Altendorf, Nordhausen St. Jacobi-Frauenberg und Urbach
  • 2. Juni in der Evangelischen Grundschule Nordhausen, von 9.30 Uhr 16.00 Uhr. Für die Pfarrbereiche Ellrich, Großwechsungen, Ilfeld und Nordhausen St. Laurentius
  • 23. Juni im St. Marien-Hospital Bleicherode, von 9.30 Uhr 16.00 Uhr. Für die Pfarrbereiche Bleicherode, Niedergebra, Sollstedt und Wipperdorf
Regina Englert
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