Mi, 10:22 Uhr
01.12.2004
Demokratische Würfel
Nordhausen (nnz). Heute wird es spannend. Zumindest für einige Zeit im Nordhäuser Stadtrat, denn es wird wieder mal gewählt. Die Beigeordneten sind dran...
Eigentlich sind die Wahlen des hauptamtlichen und der beiden ehrenamtlichen Beigeordneten nur noch Formsache und ein Rechenexempel. Die Würfel hatten in den zurückliegenden Wochen die Fraktionen der SPD und PDS untereinander ausgespielt. Beide zusammen verfügen im Stadtrat über eine satte Mehrheit (20 Stimmen). Hinzu kommt im politischen Ernstfall noch die Stimme von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).
Der Verlierer des Abstimmungsmarathons ist die CDU-Fraktion. Das ist um so tragischer, da sie im Stadtrat die stärkste Fraktion (14) stellt. Für die Christdemokraten bleibt also nur das Gnadenbrot, der zweite ehrenamtliche Beigeordnete, übrig. Das wird Dr. Manfred Schröter sein. Ein Kommunalpolitiker, der nicht nur in seiner Zeit als Nordhäuser Bürgermeister (1990 – 1994) der städtischen Entwicklung entscheidende Impulse verliehen hatte. Dr. Schröter galt auch in der Zeit danach als integer und engagierte sich vor allem für die Belange der Ortsteile. Schröter wird auch deshalb von alle Fraktionen geachtet und geschätzt. Und trotzdem bleibt für ihn nur der Zweite übrig. Er soll sich künftig ehrenamtlich um die Geschäftsbereiche Städtepartnerschaften und Kultur kümmern. Vielleicht kann der CDU-Mann dadurch öfter nach Polen oder Frankreich verreisen, doch um Soziales, Sport und vor allem die Ortsteile wird sich Matthias Mitteldorf (PDS) sorgen müssen.
Beim hauptamtlichen Beigeordneten ist eigentlich alles klar. In den Fraktionssitzungen zu Beginn dieser Woche haben sich SPD und PDS zur Wahl verständigt. Getrennt. Die Würfel aber sind gefallen. Matthias Jendricke (SPD) ist sowohl für die Sozialisten als auch für die Sozialdemkraten wählbar, hieß es heute vormittag.
Also bleibt letztlich nur das Wahlergebnis interessant und die Frage danach: Ist Jendricke vielleicht auch von CDU-Fraktionären gewählt worden? Freilich, die Beantwortung dieser Frage bleibt hypothetisch, schließlich könnten Jendricke auch Sozialdemokraten einen Denkzettel verpassen. Das aber würde nicht auffallen, wenn CDU-ler den Namen Jendricke ankreuzen. Ob die christdemokratische Fraktion mittlerweile den Frontalangriff der SPD (siehe nnz-Archiv) verkraftet hat, bleibt abzuwarten. Auch der Umstand, daß es nach dem Vorpreschen der Sozis keine Reaktion seitens der CDU gegeben hat, ist eigentlich bezeichnend für den derzeitigen inneren Zustand der Fraktion. Oder auch der Partei?
Autor: nnzEigentlich sind die Wahlen des hauptamtlichen und der beiden ehrenamtlichen Beigeordneten nur noch Formsache und ein Rechenexempel. Die Würfel hatten in den zurückliegenden Wochen die Fraktionen der SPD und PDS untereinander ausgespielt. Beide zusammen verfügen im Stadtrat über eine satte Mehrheit (20 Stimmen). Hinzu kommt im politischen Ernstfall noch die Stimme von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).
Der Verlierer des Abstimmungsmarathons ist die CDU-Fraktion. Das ist um so tragischer, da sie im Stadtrat die stärkste Fraktion (14) stellt. Für die Christdemokraten bleibt also nur das Gnadenbrot, der zweite ehrenamtliche Beigeordnete, übrig. Das wird Dr. Manfred Schröter sein. Ein Kommunalpolitiker, der nicht nur in seiner Zeit als Nordhäuser Bürgermeister (1990 – 1994) der städtischen Entwicklung entscheidende Impulse verliehen hatte. Dr. Schröter galt auch in der Zeit danach als integer und engagierte sich vor allem für die Belange der Ortsteile. Schröter wird auch deshalb von alle Fraktionen geachtet und geschätzt. Und trotzdem bleibt für ihn nur der Zweite übrig. Er soll sich künftig ehrenamtlich um die Geschäftsbereiche Städtepartnerschaften und Kultur kümmern. Vielleicht kann der CDU-Mann dadurch öfter nach Polen oder Frankreich verreisen, doch um Soziales, Sport und vor allem die Ortsteile wird sich Matthias Mitteldorf (PDS) sorgen müssen.
Beim hauptamtlichen Beigeordneten ist eigentlich alles klar. In den Fraktionssitzungen zu Beginn dieser Woche haben sich SPD und PDS zur Wahl verständigt. Getrennt. Die Würfel aber sind gefallen. Matthias Jendricke (SPD) ist sowohl für die Sozialisten als auch für die Sozialdemkraten wählbar, hieß es heute vormittag.
Also bleibt letztlich nur das Wahlergebnis interessant und die Frage danach: Ist Jendricke vielleicht auch von CDU-Fraktionären gewählt worden? Freilich, die Beantwortung dieser Frage bleibt hypothetisch, schließlich könnten Jendricke auch Sozialdemokraten einen Denkzettel verpassen. Das aber würde nicht auffallen, wenn CDU-ler den Namen Jendricke ankreuzen. Ob die christdemokratische Fraktion mittlerweile den Frontalangriff der SPD (siehe nnz-Archiv) verkraftet hat, bleibt abzuwarten. Auch der Umstand, daß es nach dem Vorpreschen der Sozis keine Reaktion seitens der CDU gegeben hat, ist eigentlich bezeichnend für den derzeitigen inneren Zustand der Fraktion. Oder auch der Partei?

