Mi, 09:59 Uhr
01.12.2004
nnz-doku: Stärken statt schwächen
Nordhausen (nnz). Eine immer höhere Verschuldung im privaten Bereich machen nicht nur Schuldnerberatungen notwendig, auch die Verbraucherberatungsstellen sollten gestärkt werden. Die Realität sieht anders aus. Dazu ein Statement der Thüringer Verbraucherzentrale.
Die Mitgliedsverbände und Mitglieder des Verbraucher-Zentrale Thüringen e.V. haben am 22. November 2004 in Erfurt über die Konsequenzen der vom Land angekündigten Zuwendungskürzungen beraten. Die dramatische Änderung des wirtschaftlichen Umfeldes von Privathaushalten hat in allen jungen Bundesländern, so auch in Thüringen, zu einem Anstieg der Ver- und Überschuldung in den vergangenen Jahren geführt. Hohe Umsatzrückgänge am Markt und die Konsumflaute werden weiter anhalten.
In Zusammenhang damit stehen Änderungen in den sozialen Sicherungssystemen wie die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, die insbesondere beiunsicheren Arbeitsverhältnissen Existenzängste verstärken. Dem entgegen laufen die politischen Leitlinien der Liberalisierung und Privatisierung von Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. In diesem Gesamtumfeld ist die individuelle Informationsvermittlung gegenüber den Bürgern des Landes nötiger denn je, im Bereich der Altersvorsorge ebenso wie im Bereich der Patientenrechte und des individuellen Vertragsrechts.
In dieser von vielen Menschen als bedrohlich empfundenen Situation hat das Land angekündigt, die bestehenden sozialen Netzwerke nicht mehr im bisherigen Umfang zu fördern und Zuschüsse bei freiwilligen Leistungen um 20 Prozent zu kürzen. "Die Beratung zu existenzsichernden Systemen, die zu den Aufgaben von Sozialdiensten, den Schuldnerberatungen und der Verbraucherzentrale gehört, ist zukünftig notwendiger denn je und bedarf einer Stärkung", so der Vorsitzende der Verbraucher-Zentrale Thüringen Ingo Weidenkaff. Die Verbraucherzentrale hat über viele Jahre hinweg effektive Strukturen in Thüringen aufgebaut, um dem zukünftigen Bedarf an qualifizierter Beratung gerecht zu werden.
Die der Verbraucher-Zentrale Thüringen angeschlossenen Mitgliedsverbände fordern die Landesregierung deshalb auf, den Schwerpunkt der Arbeit im Sozialbereich bei der Prävention zu setzen, um die Verschuldung privater Haushalte zu verringern bzw. dieser vorzubeugen. Dazu muss das flächendeckende und qualitativ hochwertige Angebot der Verbraucherberatung im Freistaat aufrechterhalten werden. Die Mitgliedsverbände und Mitglieder wenden sich mit der Bitte an die Landtagsfraktionen, die bestehende Beratungsqualität und solide Struktur der Verbraucherberatung in Thüringen auch zukünftig zu gewährleisten.
Autor: nnzDie Mitgliedsverbände und Mitglieder des Verbraucher-Zentrale Thüringen e.V. haben am 22. November 2004 in Erfurt über die Konsequenzen der vom Land angekündigten Zuwendungskürzungen beraten. Die dramatische Änderung des wirtschaftlichen Umfeldes von Privathaushalten hat in allen jungen Bundesländern, so auch in Thüringen, zu einem Anstieg der Ver- und Überschuldung in den vergangenen Jahren geführt. Hohe Umsatzrückgänge am Markt und die Konsumflaute werden weiter anhalten.
In Zusammenhang damit stehen Änderungen in den sozialen Sicherungssystemen wie die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, die insbesondere beiunsicheren Arbeitsverhältnissen Existenzängste verstärken. Dem entgegen laufen die politischen Leitlinien der Liberalisierung und Privatisierung von Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. In diesem Gesamtumfeld ist die individuelle Informationsvermittlung gegenüber den Bürgern des Landes nötiger denn je, im Bereich der Altersvorsorge ebenso wie im Bereich der Patientenrechte und des individuellen Vertragsrechts.
In dieser von vielen Menschen als bedrohlich empfundenen Situation hat das Land angekündigt, die bestehenden sozialen Netzwerke nicht mehr im bisherigen Umfang zu fördern und Zuschüsse bei freiwilligen Leistungen um 20 Prozent zu kürzen. "Die Beratung zu existenzsichernden Systemen, die zu den Aufgaben von Sozialdiensten, den Schuldnerberatungen und der Verbraucherzentrale gehört, ist zukünftig notwendiger denn je und bedarf einer Stärkung", so der Vorsitzende der Verbraucher-Zentrale Thüringen Ingo Weidenkaff. Die Verbraucherzentrale hat über viele Jahre hinweg effektive Strukturen in Thüringen aufgebaut, um dem zukünftigen Bedarf an qualifizierter Beratung gerecht zu werden.
Die der Verbraucher-Zentrale Thüringen angeschlossenen Mitgliedsverbände fordern die Landesregierung deshalb auf, den Schwerpunkt der Arbeit im Sozialbereich bei der Prävention zu setzen, um die Verschuldung privater Haushalte zu verringern bzw. dieser vorzubeugen. Dazu muss das flächendeckende und qualitativ hochwertige Angebot der Verbraucherberatung im Freistaat aufrechterhalten werden. Die Mitgliedsverbände und Mitglieder wenden sich mit der Bitte an die Landtagsfraktionen, die bestehende Beratungsqualität und solide Struktur der Verbraucherberatung in Thüringen auch zukünftig zu gewährleisten.


