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Di, 06:37 Uhr
30.11.2004

nnz-Forum: Zufälle?

Nordhausen (nnz). In Nordhausen wurde gestern der diesjährige Innovationspreis vergeben. Am Vormittag hielt Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) ein Referat zur wirtschaftlichen Entwicklung in Nordthüringen. Dazu ein Statement eines Zuhörers im nnz-Forum.


Die Bilanz der wirtschaftlichen Entwicklung in Nordthüringen ist sehr gemischt. Mit dieser Aussage verwies der Thüringer Wirtschaftsminister auf dem gestrigen Wirtschaftsforum im BIC Nordhausen auf die differenzierte Entwicklung unter den Landkreisen in Nordthüringen. Im Vergleich zu den anderen Landkreisen bleiben insbesondere die Landkreise Nordhausen und der Kyffhäuserkreis zurück. Deshalb sind Aktivitäten und Initiativen, die auf die Veränderung der Situation zielen und neue Impulse der Region geben sollen, wie sie zum Wirtschaftsforum vorgestellt wurden, mehr als lobenswert.

Natürlich ist auch die wirtschaftliche Entwicklung von gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig, für die die Bundesregierung aber auch die Landesregierung Verantwortung tragen. In Kenntnis wirtschaftlicher Entwicklungsdaten und insbesondere der Ergebnisse einer Unternehmerbefragung der IHK zur Standortzufriedenheit müssen unternehmerische Innovationsinitiativen vor allem in den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuserkreis durch eine zielgerichtete Entwicklung lokaler Standortfaktoren begleitet sein. Es ist doch kein Zufall, dass die unterdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung in den beiden genannten Landkreisen mit einer überdurchschnittlichen Unzufriedenheit der Unternehmer gegenüber den lokalen Standortfaktoren zusammenfällt.

Bekanntlich bescheinigen die Unternehmer der beiden Landkreise, dass ihre Zufriedenheit über die Höhe der Kosten, wie z.B. der Gewerbe- und Grundsteuern, der Wasser- und Abwasser- sowie der Müllgebühren, der Grundstückskosten sowie der Gewerbemieten erheblich unter dem jeweils ermittelten „Zufriedenheitsdurchschnitt“ im Kammerbezirk Erfurt der IHK liegt. Geringere Zufriedenheit herrscht auch im Bereich Infrastruktur, wie z.B. der regionalen und überregionalen Verkehrsanbindung und der Verfügbarkeit freier Gewerbeflächen. Schlechte Noten für beide Landkreise auch bezüglich der Verfügbarkeit unternehmensnaher Dienstleistungen, der Bereitstellung qualifizierter Arbeitskräfte sowie der Weiterbildungsangebote.

Die schlechtesten Noten bescheinigen die Unternehmer dem wirtschaftspolitischen Klima am Standort und dem Service der regionalen Verwaltung in beiden Landkreisen. Probleme also, über die man sich mit Betroffenen verständigen und schnellsten Abhilfe schaffen sollte, damit die lokalen Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Entwicklung und selbstredend für Innovation spürbar verbessert werden. Aber, so hört man, noch nicht einmal dem Wirtschaftsausschuss des Kreistages Nordhausen scheinen die Aussagen der regionalen Unternehmer zu interessieren, jedenfalls kam es bisher zu keiner Diskussion über diese Fragen.
Werner Buse, Landtagsabgeordneter der PDS
Autor: nnz

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