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Fr, 09:58 Uhr
15.12.2017
Linksverteidiger Mounir Chaftar im Interview

"Wir können selbstbewusst auftreten"

In der Hinrunde kam Mounir Chaftar auf bisher sechs Einsätze im blau-weißen Wacker-Trikot. Nach dreimonatiger Verletzungspause meldete sich der Linksverteidiger eindrucksvoll zurück. Auf der linken Verteidigerposition liefert er sich mit Tim Häußler einen heißen Kampf um den Platz in der Startelf. Wie der 31-jährige Deutsch-Tunesier den Konkurrenzkampf sieht, bei welchen Leckereien er schwach wird und weshalb der Traum von der 1. Bundesliga nur ein kurzer war, das verriet er Sandra Arm im Interview...

Chaftar im Spiel gegen Halberstadt (Foto: Bernd Peter) Chaftar im Spiel gegen Halberstadt (Foto: Bernd Peter)
Mounir, Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit. Weihnachtsmärkte locken gegenwärtig mit gebrannten Mandeln, kandierten Äpfeln und deftiger Bratwurst. Als Fußballer eine schwierige Zeit, oder?

Mounir Chaftar: Für mich eigentlich nicht, da ich selten von meinen Essgewohnheiten abweiche. Ich ernähre mich sehr gesund, esse reichlich Obst und Gemüse und versuche viel Kohlenhydrate aufzunehmen.

Ihr müsst sehr auf die Ernährung achten. Bei welcher Leckerei kannst du einfach nicht widerstehen und musst naschen?

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Mounir Chaftar: Bei gebrannten Mandeln und Schoko-Popcorn.

Welches Ritual ist an Weihnachten besonders wichtig für dich?

Mounir Chaftar: In die Sonne fliegen. Im vergangenen Jahr war ich in Dubai und Thailand, in diesem Jahr wird es vielleicht nur Dubai werden.

Wer oder was hat deine Leidenschaft für den Fußball geweckt?

Mounir Chaftar: Mein Vorbild aus der Kindheit waren Jay-Jay Okocha, Ronaldo und Roberto Carlos. Man konnte in jedem Spiel ihren Spaß am Fußball, deren technischen Fähigkeiten und Power sehen.

Du hast die Kaderschmiede von Eintracht Frankfurt durchlaufen, warst für den MSV Duisburg, Kickers Offenbach, Wacker Burghausen, VfL Bochum und 1. FC Saarbrücken im Einsatz. Welche Station hat dich am meisten geprägt?

Mounir Chaftar: Bei allen Stationen habe ich meine Erfahrungen mitgenommen, aber die Zeit bei Eintracht Frankfurt hat mich am meisten geprägt. Ich musste mich vom Jugend-Fußball auf Männerhärte ein- beziehungsweise umstellen.

Bei Eintracht Frankfurt bist du auf neun Kurzeinsätze im Profiteam (1. Bundesliga) gekommen. Warum hat es nicht zu mehr gereicht?

Mounir Chaftar: Von den drei Jahren war ich leider etwa 1,5 Jahre verletzt. Ich habe mir nach meinem 1. Bundesligaspiel das vordere Kreuzband und den Innenmeniskus bei einem Hallenturnier in Köln gerissen. Zudem hatte ich mit Christoph Spycher (damaliger Schweizer-Nationalspieler) starke Konkurrenz.

Für die Junioren-Auswahl des DFB (U17 bis U21) hast du 15 Länderspiele bestritten. Was hat für den Sprung nach ganz oben noch gefehlt?

Mounir Chaftar: Ich hatte mit vielen Verletzungen unter anderem einem Kreuzbandriss und einem Faserriss zu kämpfen.

Bist du ein guter Sprinter?

Mounir Chaftar: Ich denke, dass ich noch im grünen Bereich bin. (lacht)

Als Linksverteidiger musst du ohne Pause Druck machen. Tempo und Schnelligkeit sind auf dieser Position unerlässlich. Was reizt dich an der Position des Linksverteidigers?

Mounir Chaftar: Diese Position ist ein Bindeglied zwischen Defensive und Offensive. Da ich beide Spielphasen mag, reizt sie mich sehr.

Die Position des Linksverteidigers gilt im modernen Fußball als besonders anspruchsvoll. Warum ist diese Aufgabe so schwierig?

Mounir Chaftar: In der Grundordnung und in der Defensive ist man Abwehrspieler. In der Offensive agiert man wie ein versteckter Spielmacher und ist zugleich auch Torvorbereiter. Man braucht ein gutes Passspiel, Auge, Power, Ausdauer und Zweikampfstärke.

Wer ist für dich der beste Linksverteidiger?

Mounir Chaftar: Marcelo von Real Madrid.

Du konkurrierst auf der linken Seite mit Tim Häußler. Wie gehst du mit der Situation um?

Mounir Chaftar: Konkurrenz belebt das Geschäft. Auf dem Platz sind wir Konkurrenten, abseits des Platzes verstehen wir uns richtig gut.

Zum Saisonauftakt gegen Halberstadt standest du noch in der Startelf. Daraufhin folgte eine dreimonatige Pause ohne Kadereinsatz. Woraus resultierte die lange Pause?

Mounir Chaftar: Ich litt an einer Fersenbeinprellung im linken Fuß. Die hatte ich mir wenige Tage vor dem Saisonstart im Training zugezogen. Trotz Verletzung bin ich aufgelaufen und hatte nach dem Spiel starke Schmerzen. Es folgte eine kurze Pause. Im zweiten Heimspiel gegen den BAK stand ich noch im Kader (Anmerk. d. Red. Auswechselspieler). Auf Grund einer Fehlbelastung kam ein Faserriss in der rechten Wade hinzu.

Wie hast du dich wieder zurückgekämpft?

Mounir Chaftar: Indem ich meine Reha ordnungsgemäß durchgezogen habe und mich Stück für Stück im Training wieder an meine alte Form zurückgekämpft habe.

Das Kämpfen hat sich gelohnt. Volkan Uluc schenkte dir im Auswärtsspiel in Neustrelitz das volle Vertrauen. Du standest in der Startelf und hast den Siegtreffer vorbereitet. Was ging dir in diesem Moment durch den Kopf?

Mounir Chaftar: Ich hatte mich für uns gefreut, weil wir zu diesem Zeitpunkt schon mit einem Mann weniger gespielt hatten.

In Halberstadt gab es zuletzt ein 0:0. Ihr punktet mit einer sehr starken Abwehr und habt ihn 18 Punktspielen nur zehn Gegentreffer kassiert. Nur eine Mannschaft hat noch weniger Gegentore hinnehmen müssen - Spitzenteam Energie Cottbus (5). Worauf lässt sich die gute Abwehrarbeit zurückführen?

Mounir Chaftar: Durch viele Trainingsformen zum Beispiel in denen wir die Überzahlmannschaft ständig auf 4 bis 6 Verteidiger spielen lassen.
Autor: red

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