So, 09:51 Uhr
03.12.2017
Zahlen zur Tourismusentwicklung
Versagen auf ganzer Linie
Ich hoffe, dass möglichst viele potenzielle Südharztouristen die Beiträge zur aktuellen Entwicklung im Südharz finden. Denn der Landkreis und die Stadt Nordhausen setzten statt auf den sanften Tourismus auf eine weitere Sedierung und Aushöhlung des naturgegebenen Potentials und sie sind viel zu wenig in der Lage, die Erhaltung dieses Potenzials sicherzustellen...
Man muss sich das einmal überlegen: Wir leben in einer der schönsten mitteleuropäischen Regionen, ja in einer einmaligen Karstlandschaft, mit Fast-Steppenregionen im Zechsteingürtel bis hin zu naturnahen, montanen Wäldern im Raum Rothesütte. Und die von Steuergeldern bezahlten Tourismusverantwortlichen schaffen es nicht, aus den Puschen zu kommen.
Vor nicht allzu langer Zeit drohte die damalige Landrätin Keller mit der Aufkündigung der Förderung für die HSB; das allein ist schon Ausdruck für das Denken hier in der Region und für die zu wenig vorhandene Identifizierung der lokalen Würdenträger mit ihrer Heimatlandschaft.
Stellt man dann noch Bilder vom zugewachsenen oder mit Stammholz zugelagerten, angeblich zertifizierten Karstwanderweg, von wackeligen Infotafeln und fehlenden Wegmarkierungen im Südharz hinzu, und jene von einer nach immer neuen Abbauflächen frohlockenden Gipswirtschaft, dann weiß jeder wovon ich hier schreibe. Ein Luxushotel im einzigen verbliebenen Original-Siesmayer-Park Hohenrode wäre dann noch der I-Punkt. Man könnte ihn dann noch mit der Bemerkung des Karstwanderwegsfördervereinsvorsitzenden in einem Kommentar garnieren, wir sollten doch für die Sanierung von Karstwanderwegsinfotafeln mit dem Klingelbeutel losziehen.
Die Verantwortlichen sind nicht in der Lage, aus dem naturgegebenen Potenzial unserer Landschaft etwas zu machen, es sei denn Profit durch Versiegelung mit weiteren Straßen und neuen Gewerbeflächen. Wie ein Kommentator zum gestrigen Beitrag zu den Touristikzahlen richtig schrieb, sollte so mancher seine Skepsis gegenüber einem Biosphärenreservat vielleicht einmal überprüfen. Zumal die meisten Ängste der Skeptiker wiederlegbar sind.
Ordentlich vermarktet, könnte ein Biosphärenreservat hier im Gebiet, vielleicht übergreifend mit Sachsen-Anhalt, die Touristenzahlen in die Höhe schnellen lassen. Ein Biosphärenreservat bedeutet Entwicklung und nicht Stillstand. Auch andere Wirtschaftszweige könnten von mehr Touristen in einer intakten und vor allem gewollten Landschaft profitieren, zum Beispiel durch den Bau von Hotels und Pensionen, wohlgemerkt unter dem Primat der viel gepriesenen Nachhaltigkeit, und durch eine größere Bekanntheit unserer Region. Den Willen und Einsatz so mancher Touristiker und der gewählten Volksvertreter setzt das natürlich voraus. Und den Blick vom eigenen Nabel hinaus in die Landschaft mit ihren vielen nicht angegangenen Möglichkeiten natürlich auch.
Auch die Kleinstaaterei in so manchem Kopf müsste überwunden werden. Der Harz als landschaftliche Einheit ist dank des nicht immer dankbaren Föderalismus dreigeteilt. Wir sollten den Südharz viel stärker als bisher an den sanften sachsen-anhaltischen und niedersächsischen Tourismus entlang des Grenzweges und des Hexenstieges bis hin zum Brocken anbinden. Das wäre eine echte Chance.
Ausgerechnet ein Unternehmer, den ich einst für meine Menschenbilderbücher interviewte, meinte tatsächlich, (und ich habe es mir gut gemerkt), "Es kommt doch sowieso niemand hierher." Na toll, liebe Heimat.
Bodo Schwarzberg
Autor: redMan muss sich das einmal überlegen: Wir leben in einer der schönsten mitteleuropäischen Regionen, ja in einer einmaligen Karstlandschaft, mit Fast-Steppenregionen im Zechsteingürtel bis hin zu naturnahen, montanen Wäldern im Raum Rothesütte. Und die von Steuergeldern bezahlten Tourismusverantwortlichen schaffen es nicht, aus den Puschen zu kommen.
Vor nicht allzu langer Zeit drohte die damalige Landrätin Keller mit der Aufkündigung der Förderung für die HSB; das allein ist schon Ausdruck für das Denken hier in der Region und für die zu wenig vorhandene Identifizierung der lokalen Würdenträger mit ihrer Heimatlandschaft.
Stellt man dann noch Bilder vom zugewachsenen oder mit Stammholz zugelagerten, angeblich zertifizierten Karstwanderweg, von wackeligen Infotafeln und fehlenden Wegmarkierungen im Südharz hinzu, und jene von einer nach immer neuen Abbauflächen frohlockenden Gipswirtschaft, dann weiß jeder wovon ich hier schreibe. Ein Luxushotel im einzigen verbliebenen Original-Siesmayer-Park Hohenrode wäre dann noch der I-Punkt. Man könnte ihn dann noch mit der Bemerkung des Karstwanderwegsfördervereinsvorsitzenden in einem Kommentar garnieren, wir sollten doch für die Sanierung von Karstwanderwegsinfotafeln mit dem Klingelbeutel losziehen.
Die Verantwortlichen sind nicht in der Lage, aus dem naturgegebenen Potenzial unserer Landschaft etwas zu machen, es sei denn Profit durch Versiegelung mit weiteren Straßen und neuen Gewerbeflächen. Wie ein Kommentator zum gestrigen Beitrag zu den Touristikzahlen richtig schrieb, sollte so mancher seine Skepsis gegenüber einem Biosphärenreservat vielleicht einmal überprüfen. Zumal die meisten Ängste der Skeptiker wiederlegbar sind.
Ordentlich vermarktet, könnte ein Biosphärenreservat hier im Gebiet, vielleicht übergreifend mit Sachsen-Anhalt, die Touristenzahlen in die Höhe schnellen lassen. Ein Biosphärenreservat bedeutet Entwicklung und nicht Stillstand. Auch andere Wirtschaftszweige könnten von mehr Touristen in einer intakten und vor allem gewollten Landschaft profitieren, zum Beispiel durch den Bau von Hotels und Pensionen, wohlgemerkt unter dem Primat der viel gepriesenen Nachhaltigkeit, und durch eine größere Bekanntheit unserer Region. Den Willen und Einsatz so mancher Touristiker und der gewählten Volksvertreter setzt das natürlich voraus. Und den Blick vom eigenen Nabel hinaus in die Landschaft mit ihren vielen nicht angegangenen Möglichkeiten natürlich auch.
Auch die Kleinstaaterei in so manchem Kopf müsste überwunden werden. Der Harz als landschaftliche Einheit ist dank des nicht immer dankbaren Föderalismus dreigeteilt. Wir sollten den Südharz viel stärker als bisher an den sanften sachsen-anhaltischen und niedersächsischen Tourismus entlang des Grenzweges und des Hexenstieges bis hin zum Brocken anbinden. Das wäre eine echte Chance.
Ausgerechnet ein Unternehmer, den ich einst für meine Menschenbilderbücher interviewte, meinte tatsächlich, (und ich habe es mir gut gemerkt), "Es kommt doch sowieso niemand hierher." Na toll, liebe Heimat.
Bodo Schwarzberg

