Mi, 21:00 Uhr
25.10.2017
Bleicherode
Aus- und Rückblicke im Stadtrat
In Bleicherode trat am Abend wieder der Stadtrat zusammen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem ein neues soziales Projekt für Bleicherode und Sollstedt, die Entwicklung von Kulturhaus, Kino und Bibliothek, die sich im vergangenen Jahr manchen Herausfordeungen gegenüber sahen und um die Friedhöfe der Gemeinde...
Wie in Bleicherode üblich trat zunächst Bürgermeister Frank Rostek an das Rednerpult um die Stadträte auf den neuesten Stand zu bringen. Zunächst die Baustellen: am Einmündungsbereich der Oberstraße geht es voran. Die Kanalbauarbeiten sind abgeschlossen, an den Gehwegen werden noch Restarbeiten durchgeführt, die Straßenbeleuchtung ist bereits in Betrieb. Am Postweg werden bis Ende des Monats die Hausanschlüsse gelegt, die Nebenanlagen sollen 2018 fertig gestellt werden.
Bei den ehemaligen Harzer Stielwerken hat man die Wasseranschlüsse gelegt, die weitere Erschließung mache Fortschritte. Auch im Kulturhaus sind nur noch Restarbeiten zu erledigen, man habe nun mit Abstand den schönsten Saal zum feiern, meinte Bürgermeister Rostek, er freue sich, dass die Stadt das geschafft habe, trotz der weiter angespannten Haushaltssituation. Für die Restaurierung des Zierbrunnens konnte man Fördermittel akquirieren, die Bauarbeiten werden aber erst 2018 beginnen.
Der Bleicheröder Seniorenbeirat hat sich inzwischen konstituiert, Vorsitzender ist Klaus Schweineberg. Wann die nächsten Sitzungen stattfinden, wird bekannt gegeben. Die Geschäftsordnung müsse noch erarbeitet und durch den Stadtrat bestätigt werden.
Die Grünabfälle sorgen wieder für Unmut, die angefallenen Mengen könnten kaum noch abtransportiert werden, erklärte Rostek. Die Abfälle werden jeden Tag durch die Südharzwerke abgefahren, man überlege einen weiteren Platz für die Grünabfälle zu schaffen, etwa in Obergebra.
Zwei Weinfeste am 28.10 und 4.11. stehen auf dem Festkalender. Beide Veranstaltungen sind bereits so gut wie ausverkauft, es gibt nur noch wenige Restkarten.
Gearbeitet wird vor allem in der Einzelfallhilfe, erklärte Jennifer Pohl, Leiterin des Kreisjugendrings Nordhausen, bei dem das Projekt angesiedelt ist. Es gehe häufig um Probleme wie Wohnungslosigkeit, Schulden oder Arbeitslosigkeit, erzählte Pohl, die das Projekt in Harztor aufgebaut hat, bevor sie die Leitung des Kreisjugendrings übernahm. Manchmal kommen die Menschen aber auch einfach mit Kleinigkeiten des Alltags zu uns, zum Beispiel der Opa der ein Schreiben bekommen hat und es nicht mehr lesen oder verstehen kann.
Zwischen Niedersachswerfen und Ilfeld hat man sich mit dem Projekt aber auch in die Gemeinschaft eingebracht, ein fünftägiges Kindercamp während der Ferien konnte man etablieren, eine Vereinsmeile zum Areefest auf die Beine stellen und einen Multifunktionsplatz einweihen. Immer beliebt auch das Strickprojekt und die regelmäßigen Basteltreffs. Im Schnitt habe man in Harztor 80 Menschen betreut und rund 260 Gespräche in der Einzelfallhilfe geführt, erläuterte Pohl.
ThINKA soll bis Ende 2019 laufen, danach sei eine Verlängerung um zwei jahre möglich. Beschäftigt werden zwei ausgebildete Sozialarbeiter die zwei Anlaufstellen, eine in Sollstedt am Markt und eine in der Bachstraße in Bleicherode, betreuen werden. Finanziert wird das Vorhaben vor allem durch den europäischen Sozialfonds, es gibt aber auch einen Eigenanteil von 20%, der zu großen Teilen vom Landratsamt übernommen wird. Für Bleicherode und Sollstedt bleibt ein Anteil von je 5.000 Euro, kleinere Beträge steuern auch die Wohnungsbaugesellschaften der beiden Kommunen bei.
Wichtig war Pohl das ihre Kollegen auch in die Gemeinde eingebunden werden und an entsprechenden Ausschüssen teilnehmen können um aus ihrer Arbeit zu berichten und Anregungen entgegen zu nehmen. Das ist wichtig für so ein Projekt, es wird ein bisschen Aufbauzeit brauchen, das ist ein Kraftakt aber den haben wir schon einmal geschafft und ich bin mir sicher das uns das jetzt wieder gelingen wird, sagte Frau Pohl.
Unter dem Strich stand am Ende des Jahres ein Minus von rund 1.694 Euro. Kein schlechtes Ergebnis, meinte Brandel, angesichts der Rückschläge und Herausforderungen denen man sich im vergangenen Jahr gegenüber sah.
Die Stadtbibliothek hatte man wieder auf Vollzeit hochfahren wollen, aber es kam anders. Die Bibliothekarin ging abhanden und das Haus musste bis zum Jahresende geschlossen werden, daher auch die gesunkenen Nutzerzahlen. Im Januar soll die Bibliothek wieder eröffnet werden. Wir haben uns hohe Ziele gesetzt und wollen sie auch erreichen, saget Brandel, noch habe man aber einige Defizite. Grund dafür sei zum Einen der verregnete Sommer gewesen, der zu Einbußen bei Standmieten und Veranstaltungseinnahmen führte. Aber auch die Sponsoren hielten sich im vergangenen Jahr zurück und es flossen weniger Fördermittel. Auch die Arbeiten im Kulturhaus führten zu Einbußen, zwei Veranstaltungen mussten gänzlich abgesagt werden. Dennoch freut man sich über den schönen neuen Saal, was lange währt wird endlich gut, sagte Frau Brandel. Im nächsten will man den vollumfänglich nutzen und die Ergebnisse des Regionalmarketings wieder deutlich verbessern, erklärte Brandel und versprach bessere Werbung und mehr Qualität. Man plane im Kulturhaus "gastronomische und kulturelle Vollversorgung" anzubieten.
Für das laufende Jahr stehen noch neun Veranstaltungen auf dem Programm, und die scheinen bisher unter einem besseren Stern zu stehen, als die des Sommers, siehe die exzellenten Kartenverkäufe zu den anstehenden Weinfesten.
Der nächste Stadtrat findet am 23. November statt.
Angelo Glashagel
Autor: redWie in Bleicherode üblich trat zunächst Bürgermeister Frank Rostek an das Rednerpult um die Stadträte auf den neuesten Stand zu bringen. Zunächst die Baustellen: am Einmündungsbereich der Oberstraße geht es voran. Die Kanalbauarbeiten sind abgeschlossen, an den Gehwegen werden noch Restarbeiten durchgeführt, die Straßenbeleuchtung ist bereits in Betrieb. Am Postweg werden bis Ende des Monats die Hausanschlüsse gelegt, die Nebenanlagen sollen 2018 fertig gestellt werden.
Bei den ehemaligen Harzer Stielwerken hat man die Wasseranschlüsse gelegt, die weitere Erschließung mache Fortschritte. Auch im Kulturhaus sind nur noch Restarbeiten zu erledigen, man habe nun mit Abstand den schönsten Saal zum feiern, meinte Bürgermeister Rostek, er freue sich, dass die Stadt das geschafft habe, trotz der weiter angespannten Haushaltssituation. Für die Restaurierung des Zierbrunnens konnte man Fördermittel akquirieren, die Bauarbeiten werden aber erst 2018 beginnen.
Der Bleicheröder Seniorenbeirat hat sich inzwischen konstituiert, Vorsitzender ist Klaus Schweineberg. Wann die nächsten Sitzungen stattfinden, wird bekannt gegeben. Die Geschäftsordnung müsse noch erarbeitet und durch den Stadtrat bestätigt werden.
Die Grünabfälle sorgen wieder für Unmut, die angefallenen Mengen könnten kaum noch abtransportiert werden, erklärte Rostek. Die Abfälle werden jeden Tag durch die Südharzwerke abgefahren, man überlege einen weiteren Platz für die Grünabfälle zu schaffen, etwa in Obergebra.
Zwei Weinfeste am 28.10 und 4.11. stehen auf dem Festkalender. Beide Veranstaltungen sind bereits so gut wie ausverkauft, es gibt nur noch wenige Restkarten.
ThINKA kommt nach Bleicherode und Sollstedt
ThINKA, das steht für Thüringer Initiative für integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung. Das Projekt soll ab 2018 in Bleicherode starten. Ganz neu ist die Idee indes nicht, seit 2013 gibt es "ThINKA" schon in Harztor.Gearbeitet wird vor allem in der Einzelfallhilfe, erklärte Jennifer Pohl, Leiterin des Kreisjugendrings Nordhausen, bei dem das Projekt angesiedelt ist. Es gehe häufig um Probleme wie Wohnungslosigkeit, Schulden oder Arbeitslosigkeit, erzählte Pohl, die das Projekt in Harztor aufgebaut hat, bevor sie die Leitung des Kreisjugendrings übernahm. Manchmal kommen die Menschen aber auch einfach mit Kleinigkeiten des Alltags zu uns, zum Beispiel der Opa der ein Schreiben bekommen hat und es nicht mehr lesen oder verstehen kann.
Zwischen Niedersachswerfen und Ilfeld hat man sich mit dem Projekt aber auch in die Gemeinschaft eingebracht, ein fünftägiges Kindercamp während der Ferien konnte man etablieren, eine Vereinsmeile zum Areefest auf die Beine stellen und einen Multifunktionsplatz einweihen. Immer beliebt auch das Strickprojekt und die regelmäßigen Basteltreffs. Im Schnitt habe man in Harztor 80 Menschen betreut und rund 260 Gespräche in der Einzelfallhilfe geführt, erläuterte Pohl.
ThINKA soll bis Ende 2019 laufen, danach sei eine Verlängerung um zwei jahre möglich. Beschäftigt werden zwei ausgebildete Sozialarbeiter die zwei Anlaufstellen, eine in Sollstedt am Markt und eine in der Bachstraße in Bleicherode, betreuen werden. Finanziert wird das Vorhaben vor allem durch den europäischen Sozialfonds, es gibt aber auch einen Eigenanteil von 20%, der zu großen Teilen vom Landratsamt übernommen wird. Für Bleicherode und Sollstedt bleibt ein Anteil von je 5.000 Euro, kleinere Beträge steuern auch die Wohnungsbaugesellschaften der beiden Kommunen bei.
Wichtig war Pohl das ihre Kollegen auch in die Gemeinde eingebunden werden und an entsprechenden Ausschüssen teilnehmen können um aus ihrer Arbeit zu berichten und Anregungen entgegen zu nehmen. Das ist wichtig für so ein Projekt, es wird ein bisschen Aufbauzeit brauchen, das ist ein Kraftakt aber den haben wir schon einmal geschafft und ich bin mir sicher das uns das jetzt wieder gelingen wird, sagte Frau Pohl.
Schwere Hürden, hohe Ziele
Frau Brandel, die Leiterin des Bleicheröder Regionalmarketings, trat als nächstes nach vorn. Insgesamt habe man gute Zahlen für das vergangene Jahr, 1065 Veranstaltungen und Buchungen habe etwa das zugehörige Restaurant, der Bürgerhof, zu verzeichnen. Für das Kulturhaus zählte man 2016 insgeamt 27.490 Besucher, im Kino waren es 9.992 Gäste, die Bibliothek verzeichnete 4.503 Nutzer.Unter dem Strich stand am Ende des Jahres ein Minus von rund 1.694 Euro. Kein schlechtes Ergebnis, meinte Brandel, angesichts der Rückschläge und Herausforderungen denen man sich im vergangenen Jahr gegenüber sah.
Die Stadtbibliothek hatte man wieder auf Vollzeit hochfahren wollen, aber es kam anders. Die Bibliothekarin ging abhanden und das Haus musste bis zum Jahresende geschlossen werden, daher auch die gesunkenen Nutzerzahlen. Im Januar soll die Bibliothek wieder eröffnet werden. Wir haben uns hohe Ziele gesetzt und wollen sie auch erreichen, saget Brandel, noch habe man aber einige Defizite. Grund dafür sei zum Einen der verregnete Sommer gewesen, der zu Einbußen bei Standmieten und Veranstaltungseinnahmen führte. Aber auch die Sponsoren hielten sich im vergangenen Jahr zurück und es flossen weniger Fördermittel. Auch die Arbeiten im Kulturhaus führten zu Einbußen, zwei Veranstaltungen mussten gänzlich abgesagt werden. Dennoch freut man sich über den schönen neuen Saal, was lange währt wird endlich gut, sagte Frau Brandel. Im nächsten will man den vollumfänglich nutzen und die Ergebnisse des Regionalmarketings wieder deutlich verbessern, erklärte Brandel und versprach bessere Werbung und mehr Qualität. Man plane im Kulturhaus "gastronomische und kulturelle Vollversorgung" anzubieten.
Für das laufende Jahr stehen noch neun Veranstaltungen auf dem Programm, und die scheinen bisher unter einem besseren Stern zu stehen, als die des Sommers, siehe die exzellenten Kartenverkäufe zu den anstehenden Weinfesten.
Auch der Tod ist nicht umsonst
Zu guter Letzt sollte auch der Bleicheröder Gottesacker zur Sprache kommen, man hatte die Friedhofsgebührensatzung unter die Lupe genommen. Die Kalkulation der Kosten für die kommenden Jahre förderten ein erfreuliches Ergebnis zu Tage: die Gebühren müssen nicht erhöht werden, die bisherige Satzung kann beibehalten werden.Der nächste Stadtrat findet am 23. November statt.
Angelo Glashagel


