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Mi, 11:10 Uhr
25.10.2017
Wirtschaftliche Aussichten für THüringen

Kaum Wolken am Konjunkturhimmel

Die Stimmung in den Unternehmen ist hervorragend. Gegenüber dem Frühjahr 2017 hat sich die Einschätzung der Geschäftslage noch einmal deutlich verbessert und erreicht damit einen neuen Rekordwert. Die Erwartungen für die kommenden Monate sind angesichts wachsender Unsicherheiten jedoch nicht mehr ganz so euphorisch...

Grafik (Foto: IHK) Grafik (Foto: IHK)
Im Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unter rund 800 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen sinkt der Geschäftsklimaindex im Vergleich zur vorhergehenden Analyse geringfügig um drei Punkte und bleibt mit 119 von 200 möglichen Prozentpunkten auf einem hohen Niveau.

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„Das Konjunkturbarometer steht in nahezu allen Wirtschaftszweigen auf Schönwetter. Dank einer starken Nachfrage sowohl aus dem In- als auch dem Ausland schätzen branchenübergreifend 92 Prozent der Befragten ihre aktuelle Situation mit gut oder befriedigend ein. Noch nie seit Beginn der Konjunkturumfrage 1991 war der Indikator höher als jetzt“, zeigt sich IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Gerald Grusser erfreut. Die gute Auftragslage, weitgehend ausgelastete Kapazitäten und die auf vollen Touren laufende Produktion hätten sich positiv auf die Erträge der Firmen ausgewirkt. Knapp jeder zweite Unternehmer arbeite mit Gewinn, 39 Prozent würden zumindest noch eine schwarze Null vorweisen.

„Dies eröffnet die notwendigen Spielräume für neue Investitionen“, erklärt der IHK-Chef. So beabsichtigten sogar 20 Prozent der Befragten ihr Budget weiter aufzustocken, 52 Prozent wollten ihre Ausgaben konstant halten. Der Ausbau der betrieblichen Kapazitäten habe als Investitionsmotiv weiter an Bedeutung gewonnen. Rund ein Viertel der investierenden Unternehmen plane in den kommenden Monaten solche Erweiterungen.

„Damit bleiben die Perspektiven für den Arbeitsmarkt vielversprechend“, ist Grusser optimistisch. Der aktuelle Beschäftigungszuwachs dürfte anhalten. 74 Prozent der Firmenchefs wollten ihre Mitarbeiterzahl beibehalten und 14 Prozent sogar zusätzliche Jobs schaffen.

„Der Blick auf die nächsten Monate fällt jedoch nicht mehr ganz so zuversichtlich aus, wie noch im Frühjahr 2017. So haben die etwas vorsichtigeren Erwartungen auch einen weiteren Anstieg der Konjunkturkurve verhindert“, merkt der IHK-Hauptgeschäftsführer an. Zwar würden immer noch 14 Prozent der Unternehmer mit einer günstigeren Entwicklung rechnen, allerdings zeigten sich inzwischen auch wieder 12 Prozent zurückhaltender. Die Wirtschaft sorge sich zunehmend um den konjunkturellen Schwung. Eine teils schwierige innereuropäische Lage, nationalistische und protektionistische Tendenzen sowie zahlreiche Unruheherde weltweit ließen viele exportorientierte Unternehmen nur verhaltene Prognosen stellen. Hinzu kämen innenpolitische Unwägbarkeiten im Zuge der anstehenden Regierungsbildung.

Ergebnisse ausgewählter Branchen

Die positive Grundstimmung geht vorrangig auf das Konto der Industrie. In mehr als der Hälfte der Betriebe (59 Prozent) laufen die Geschäfte gut, ein Drittel der Manager beurteilt die Lage befriedigend. Sowohl der intakte Binnenhandel als auch stabile Exportwerte stützen den gegenwärtigen Trend und sorgen in drei von vier Firmen für nahezu ausgelastete Kapazitäten. Steigende Auftragseingänge lassen auch den Blick auf die nächsten Monate optimistisch ausfallen. 90 Prozent der Befragten erwarten eine günstigere oder gleich bleibend gute Entwicklung.

Eine nach wie vor hohe Schlagzahl weist die Konjunkturentwicklung im Dienstleistungssektor auf. Die überwiegende Mehrzahl der Serviceanbieter ist mit der momentanen Situation zufrieden und arbeitet mit Gewinn oder wenigstens kostendeckend. Mehr als jeder Dritte gibt an, dass seine Umsätze gestiegen sind. Die positive Auftragslage verspricht auch für den restlichen Jahresverlauf gut gehende Geschäfte.

Das Baugewerbe präsentiert sich weiterhin in einer überaus stabilen Verfassung. Insgesamt fällt bei 81 Prozent der Unternehmer die aktuelle Bewertung gut bis befriedigend aus. Erwartungsgemäß trüben sich in der stark witterungsabhängigen Branche die Prognosen für die Wintermonate wieder ein. 15 Prozent blicken optimistisch in die Zukunft, 18 Prozent dagegen rechnen saisonbedingt mit einer Verschlechterung ihrer Situation.

Die Wirtschaft entwickelt sich weiterhin ausgesprochen dynamisch. Die Investitionskurve zeigt zunehmend nach oben, die Arbeitslosenzahl nimmt weiter ab und sowohl die Binnennachfrage als auch der Export liefern wichtige Wachstumsimpulse. Die kommende Bundesregierung startet folglich mit kräftigem konjunkturellen Rückenwind in die neue Legislaturperiode. Das erleichtert die Bewältigung der vor ihr liegenden Aufgaben. Diese Chance gilt es beherzt zu nutzen und konsequent den Bürokratieabbau, eine Steuerreform und die weitere Digitalisierung in Angriff zu nehmen. Dazu ist die schnelle Regierungsbildung eine wichtige Voraussetzung.
Autor: red

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