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Mo, 13:29 Uhr
02.10.2017
DIE ANTWORT AUF: „WER IST DER „KILLER?“

Der Täter war ein „Mann“

Wer ist der „Killer“? So überschrieb nnz einen Artikel, in dem in Bildern zu sehen war, dass ein Greifvogel Beute machte. Aber welcher war es? Die zahlreichen Lesermeinungen schwankten zwischen Sperber, Habicht und Wanderfalken. Nun kommt ein Experte zu Wort...

Der Täter war ein Mann (Foto: privat) Der Täter war ein Mann (Foto: privat)
Nordhausen. Joachim Klapproth leitet den bekannten Falkenhof in Bad Sachsa. Er ist anerkannter Vogelexperte, der sich mit Greifen besonders gut auskennt. Er begutachtete die Bilder und schreibt: „Bei dem Greifvogel handelt es sich um einen männlichen Habicht (Habichtsterzel).“

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Einige Leser lagen mit ihren Antworten richtig. So auch ein „Andreas 66“. „Ich plädiere für einen Habicht. Er ist ein Ansitzjäger, gelernt bei der Prüfung zum Jagdschein“, schrieb er. Gut beobachtet hatte auch jener (leider unter Nickname), der meinte: „Wird ein Habicht sein. Für einen Sperber wirkt er zu groß“. Ein anderer („Hanniball“), der zuerst auf einen Wanderfalken tippte, korrigierte sich: „Nach genauer Betrachtung des Gefieders halte ich ihn doch eher für einen Habicht (Accipiter gentilis)“.

Unter den Zuschriften befand sich auch die von Herrn Bodo Schwarzberg. Ein Mann, der sich vehement für den Naturschutz einsetzt. Das untermauern seine Beiträge, die in dieser Zeitung zu lesen sind. Jetzt erneut: „Und egal, wer der hübsche Geselle ist: Er ist kein Mörder oder Killer, auch nicht in Anführungszeichen“, schreibt er. Und fügt an: „Es gibt kein gut und böse in der Natur. Diese Bezeichnungen sind subjektive, rein menschliche Produkte.“ Bodo Schwarzberg hat Recht, ist ihm doch daran gelegen, mit solchen Begriffen Greifvögel nicht in Verruf zu bringen. Das wollen auch wir nicht und unterstreichen: Sie verdienen unseren Schutz!

Menschen töten aus unterschiedlichen Motiven: Machtzuwachs oder -erhalt, aus religiösem Fanatismus, Gier oder Eifersucht. Oder aus purer Lust. Greifvogel töten, um zu überleben. Auch der Wolf, der gerade in diesen Tagen Schlagzeilen macht, weil er Schafe riss. Dennoch sind Bezeichnungen wie „Killer“, „Räuber“ und „Mörder“ heutzutage auch im Tierreich in allen Medien zu finden oder zu hören, Sie wurden umgangssprachlich, ob wir das wollen oder nicht.

Erst kürzlich war in einer Naturdokumentation im Fernsehen von Orcas, auch Schwertwale genannt, die Rede. Als kluge Tiere beschrieben, aber auch als Killer und Mörderwale – sie hetzten und zerlegten ein frisch geborenes Waljunges - bezeichnet. Hyänen zerfleischten eine Antilope bei lebendigem Leibe. Als eine mordgierige Bande wurden sie hingestellt. Es sind schon Bilder, die Mitleid mit den Opfern erregen und bei schwachen Gemütern zu Tränen rühren. Killer, Mörder, Räuber – gesagt oder geschrieben sind diese Worte dann schnell.

Medienwirksam wurde dieser Vorfall bekannt: Ein Taubenzüchter tötete einen Wanderfalken, obwohl der ein Lederbändchen am Bein trug und als abgerichtet zu erkennen war, weil der sein bestes Tier geschlagen hatte. Der Falke konnte nicht zwischen Brief -und Ringeltaube unterscheiden. Pro und Kontra für oder gegen Züchter bzw. Falkner. Natürlich ist auch der Vogelfreund traurig, wenn von seinem Vogelhäuschen weg der Sperber gerade Meise oder Fink fängt. Verfluchen sollte man keinen Greif, auch dann nicht, wenn er mal eine Taube oder ein Huhn holt. Es sind weder Killer noch Mörder oder Räuber.

Einst galt alles, was einen krummen Schnabel hatte, als schädlich. Erbarmungslos gejagt, gelangten Uhu und Co. an den Rand der Ausrottung. Diese Zeiten, Gott sei dank, sind vorbei. Nicht aber jene, die in unseren Tagen große und seltene Greifvögel in Gefahr bringen: Windräder dürfen nicht in Gebieten aufgestellt werden, wo seltene Arten wie Seeadler oder Rotmilan nisten. Um diese Gebiete von unliebsamen Bewohnern zu befreien, wird zu Gift oder der Flinte gegriffen. Wiederholt ist darüber in jüngster Zeit geschrieben oder im Fernsehen berichtet worden. Profit geht über alles. Gestern wie heute.

Selbst der Nordhäuser Landtagsabgeordnete Egon Primas (CDU) will statt Windkraft künftig Bioenergiedörfer. Dafür gebe es in Thüringen schon einige gute Beispiele. Von Windparks hingegen hält Primas, der auch Jäger ist, nichts. Hier verdienten nur die Landverpächter und die Investoren, machte er seine Meinung öffentlich.
Kurt Frank
Autor: red

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