Mo, 06:49 Uhr
02.10.2017
Der Geschichte nachspüren
Was hat ein Petschaft mit einem Suizid zu tun?
Manchmal erfährt man bei Recherchen zu einem Fundstuck eine Geschichte, die unter die Haut geht, besonders, wenn sich ein junger Mensch das Leben nimmt. Der auf einem ehemaligen Fäkalienacker in Nordhausen gefundene Siegelstempel gehörte dem jüdischen Kommissionär und Warenmakler Isaak Joseph Goldschmidt, der von 1845 bis 1872 in Nordhausen lebte und wirkte...
Gäste bei einer Führung im Juli 2017 (Foto: Marie-Luis Zahradnik)
Aus der Ehe mit Julie geb. Baer gingen fünf Kinder hervor. Die Familie traf ein schweres Schicksal. Im Sterberegister von 1830 bis 1877 der jüdischen Gemeinde in Nordhausen geht hervor, dass sich die jüngste Tochter Goldschmidts ertränkte. Ihr Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof.
Zwar war es in dieser Zeit der einzige Eintrag im Sterberegister, doch war Suizid im 19. Jahrhundert kein Einzelfall mehr. Viele Autoren aus Bereichen wie Soziologie, Religion und Statistik befassten sich mit dem Aufkommen des Suizids und hielten fest, dass dies ein Resultat von Kriegen, wirtschaftlicher Krisen, aber mehr noch eines chronischen Krankheitszustands einer modernen Gesellschaft sei. Mit dem Suizid konfrontiert, musste nun auch eine Lösung gefunden werden, wie man Suizid vorbeugt oder auch mit Selbstmördern in der Religion umgeht, ob hiernach die Trauer- und Bestattungsriten anwendet werden oder nicht.
Ein Aufsatz zu diesem Thema soll in den Nordhäuser Nachrichten 2018 erscheinen. Wer sich gern vorab über das Thema informieren möchte, ist herzlich zu den öffentlichen kulturgeschichtlichen Führungen des Geschichts- und Altertumsvereins über den jüdischen Friedhof in Nordhausen eingeladen.
Die Führungen finden am 7. Oktober 2017 und am 14.10.2017 jeweils um 18.00 Uhr statt. Die im Programmheft genannte Führung am 21.10.2017 entfällt. Treffpunkt ist an der Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg. Die Führung ist unentgeltlich, doch würde sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein über eine kleine Spende zur Unterstützung seiner Vereinsaktivitäten sehr freuen.
Ein Veranstaltungshinweis vorab: Am 14. November 2017 um 19.30 Uhr findet im Tabakspeicher Nordhausen ein Vortragsabend über die Forschungsarbeit zur Integration der Juden in Nordhausen im 19. Jahrhundert statt. Dabei referiert die Historikerin Marie-Luis Zahradnik über wissenswerte Erkenntnisse zur Ein- und Ausgrenzung der jüdischen Minderheit und über ihre demografische und wirtschaftliche Entwicklung.
Autor: red
Gäste bei einer Führung im Juli 2017 (Foto: Marie-Luis Zahradnik)
Aus der Ehe mit Julie geb. Baer gingen fünf Kinder hervor. Die Familie traf ein schweres Schicksal. Im Sterberegister von 1830 bis 1877 der jüdischen Gemeinde in Nordhausen geht hervor, dass sich die jüngste Tochter Goldschmidts ertränkte. Ihr Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof.
Zwar war es in dieser Zeit der einzige Eintrag im Sterberegister, doch war Suizid im 19. Jahrhundert kein Einzelfall mehr. Viele Autoren aus Bereichen wie Soziologie, Religion und Statistik befassten sich mit dem Aufkommen des Suizids und hielten fest, dass dies ein Resultat von Kriegen, wirtschaftlicher Krisen, aber mehr noch eines chronischen Krankheitszustands einer modernen Gesellschaft sei. Mit dem Suizid konfrontiert, musste nun auch eine Lösung gefunden werden, wie man Suizid vorbeugt oder auch mit Selbstmördern in der Religion umgeht, ob hiernach die Trauer- und Bestattungsriten anwendet werden oder nicht.
Ein Aufsatz zu diesem Thema soll in den Nordhäuser Nachrichten 2018 erscheinen. Wer sich gern vorab über das Thema informieren möchte, ist herzlich zu den öffentlichen kulturgeschichtlichen Führungen des Geschichts- und Altertumsvereins über den jüdischen Friedhof in Nordhausen eingeladen.
Die Führungen finden am 7. Oktober 2017 und am 14.10.2017 jeweils um 18.00 Uhr statt. Die im Programmheft genannte Führung am 21.10.2017 entfällt. Treffpunkt ist an der Ecke Dr.-Silberborth-Straße/Ammerberg. Die Führung ist unentgeltlich, doch würde sich der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein über eine kleine Spende zur Unterstützung seiner Vereinsaktivitäten sehr freuen.
Ein Veranstaltungshinweis vorab: Am 14. November 2017 um 19.30 Uhr findet im Tabakspeicher Nordhausen ein Vortragsabend über die Forschungsarbeit zur Integration der Juden in Nordhausen im 19. Jahrhundert statt. Dabei referiert die Historikerin Marie-Luis Zahradnik über wissenswerte Erkenntnisse zur Ein- und Ausgrenzung der jüdischen Minderheit und über ihre demografische und wirtschaftliche Entwicklung.

