Mo, 20:00 Uhr
11.09.2017
AUF SCHNUPPERKURS IM LAND DER TROLLE
Einsam und allein auf Bergeshöhe
Wasser, Berge, Wasserfälle, Fjorde und Bergunterführungen ohne Ende. Schafe über Schafe. Begrünte Dächer, auf denen Ziegen weiden. Mythen über Trolle. Obstplantagen an Südhängen der Berge, beeindruckende Landschaften – all das ist Norwegen. Eine Reisegruppe, dominiert von den Landsenioren, aus dem Südharz, war auf Schnupperkurs in dem nordischen Land...
Nordhausen/Norwegen. Einsam steht das Häuschen hoch droben bei Kyeaasen auf dem Berg. Eine Frau (Bild) tritt aus der Tür. 87 Jahre alt sei sie. Aber noch rüstig. Seit 50 Jahren wohne sie hier. Ringsum Natur pur. Alle anderen Leute, die einst in den anderen Holzhäusern wohnten, verschwanden. Ihre Gäste seien jetzt Meisen und andere Vögel, die sie füttere. Im Hochsommer kämen Leute für kurze Zeit in die Hütte nebenan, um sich zu entspannen.
Die alte Frau versorgt sich so gut es geht selbst. Ein kleiner Garten am Hang. Bestückt mit Kartoffeln, Gemüse, Erdbeeren, Zwiebeln. Entbehrungsreich war für die Bergbewohner das Leben hier. Als Björk, 37jährig, das Häuschen bezog, gab es weder Strom noch Wasser. Heute steht ein Fernseher im Haus. Es hinterlässt einen aufgeräumten Eindruck.
Wenn Besorgungen anstehen, rufe sie ein Taxi. Um es aber zu erreichen, muss die Frau erst einen schmalen Pfad zurücklegen, um auf die Anhöhe zu gelangen, wo das Taxi wartet. Vor Einbruch des Winters hole sie der Neffe aber nach Oslo ab. Über ein Tonband, das er selbst besprach, hörten die staunenden Gäste die historische und abenteuerliche Geschichte der einstigen Bergbewohner. Auf Dauer wollte kein Südharzer hier Wurzeln schlagen, als Stätte der Erholung und Entspannung für einige Wochen schon.
Vor diesem Erlebnis stand die Überfahrt mit der MS Stavangerfjord. Vom dänischen Fährhafen Hirtshals aus über Stavanger nach Bergen. Nach Bergen erfolgte das schönste Teilstück von Fjordnorwegen: die Fahrt ins Gebirge Richtung Lofthus zum Hotel Ullensvang und tags darauf in das Hochgebirge der Hardanger Vidda. Hier befindet sich Norwegens größter Nationalpark. Mit 3422 Quadratkilometern nimmt er knapp die Hälfte der Hochebene – durchschnittliche Höhe 1300 Meter – ein.
Die MS Stavangerfjord ist eine Klasse an sich: ein schwimmendes Hotel, das 1500 Personen Platz bietet. 170 Meter lang, kann das Fährschiff 600 kleinere und größere Fahrzeuge aufnehmen. Die Kabinen, 306 an der Zahl, von Standard bis Komfort, mit Fernseher, WC mit Dusche, Klimaanlage und Belüftung ausgestattet, halten jeder Kritik stand. Wer ein Bullauge in seiner Kabine hatte, konnte einen romantischen Blick auf das nächtliche Stavanger (Bild) werfen.
Das Commander Büfett auf Deck 7 ist mit seinen 250 Sitzplätzen das größte Restaurant an Bord. Kulinarische Genüsse aller Art. Die gab es auch im Hotel. Das veranlasste manchen Südharzer, zuzulangen, als ob er tagelang gehungert hätte. MS Bergenfjord und MS Stavangerfjord sind derzeit die größten baugleichen Kreuzfahrt-Fähren der Welt. Mit Flüssiggas betrieben, auch die umweltfreundlichsten.
Fünf Tage Norwegen. Organisiert vom Omnibusbetrieb Keitel aus Hainrode mit der Reiseleitung Solveig und Rüdiger Mohrhof aus Flensburg waren sie zwar kurz, aber intensiv. Stadtrundfahrt mit Führung in Bergen, Markttreiben in Odda. Tunnels mit einem Kreisel und mehreren Abzweigungen in verschiedene Richtungen mitten im Berg. Während Rüdiger, mit feiner Stimme ein musikalisches Talent, zwischenzeitlich Lieder anstimmte, deren Texte er vordem verteilte, wurde Solveig nicht müde, eine um die andere Geschichte über Trolle zu erzählen.
An Bord des Busses waren diesmal neben den Landsenioren auch sieben ehemalige Bahn-Betriebswerker. Das hatte Dieter Altmann organisiert, womit der Wagen mit insgesamt 45 Personen wieder voll beladen war. Altmann, der sich beim wertherschen Karneval einen Namen machte, bewies seinen Humor, erzählte Witze. Und warb für die Bahn-Sozialwerker für Kur-Reisen nach Tschechien und Fahrten in nordische Länder, klärte auf, wie das mit seinem Arzt und der Krankenkasse zu klären sei.
Am Ende waren (vielleicht) alle zufrieden: die Landsenioren mit Herbert Weschcke als den Vorsitzenden der Vereinigung, die Bahn-Sozialwerker und Jochen Keitel, Fahrer und Chef des gleichnamigen Reiseunternehmens. Er meisterte die Fahrt mit Bravour, erfüllte seine Rolle als Steward für den Imbiss zwischendurch ebenfalls ohne Fehl und Tadel.
Kurt Frank
Autor: redNordhausen/Norwegen. Einsam steht das Häuschen hoch droben bei Kyeaasen auf dem Berg. Eine Frau (Bild) tritt aus der Tür. 87 Jahre alt sei sie. Aber noch rüstig. Seit 50 Jahren wohne sie hier. Ringsum Natur pur. Alle anderen Leute, die einst in den anderen Holzhäusern wohnten, verschwanden. Ihre Gäste seien jetzt Meisen und andere Vögel, die sie füttere. Im Hochsommer kämen Leute für kurze Zeit in die Hütte nebenan, um sich zu entspannen.
Die alte Frau versorgt sich so gut es geht selbst. Ein kleiner Garten am Hang. Bestückt mit Kartoffeln, Gemüse, Erdbeeren, Zwiebeln. Entbehrungsreich war für die Bergbewohner das Leben hier. Als Björk, 37jährig, das Häuschen bezog, gab es weder Strom noch Wasser. Heute steht ein Fernseher im Haus. Es hinterlässt einen aufgeräumten Eindruck.
Wenn Besorgungen anstehen, rufe sie ein Taxi. Um es aber zu erreichen, muss die Frau erst einen schmalen Pfad zurücklegen, um auf die Anhöhe zu gelangen, wo das Taxi wartet. Vor Einbruch des Winters hole sie der Neffe aber nach Oslo ab. Über ein Tonband, das er selbst besprach, hörten die staunenden Gäste die historische und abenteuerliche Geschichte der einstigen Bergbewohner. Auf Dauer wollte kein Südharzer hier Wurzeln schlagen, als Stätte der Erholung und Entspannung für einige Wochen schon.
Vor diesem Erlebnis stand die Überfahrt mit der MS Stavangerfjord. Vom dänischen Fährhafen Hirtshals aus über Stavanger nach Bergen. Nach Bergen erfolgte das schönste Teilstück von Fjordnorwegen: die Fahrt ins Gebirge Richtung Lofthus zum Hotel Ullensvang und tags darauf in das Hochgebirge der Hardanger Vidda. Hier befindet sich Norwegens größter Nationalpark. Mit 3422 Quadratkilometern nimmt er knapp die Hälfte der Hochebene – durchschnittliche Höhe 1300 Meter – ein.
Die MS Stavangerfjord ist eine Klasse an sich: ein schwimmendes Hotel, das 1500 Personen Platz bietet. 170 Meter lang, kann das Fährschiff 600 kleinere und größere Fahrzeuge aufnehmen. Die Kabinen, 306 an der Zahl, von Standard bis Komfort, mit Fernseher, WC mit Dusche, Klimaanlage und Belüftung ausgestattet, halten jeder Kritik stand. Wer ein Bullauge in seiner Kabine hatte, konnte einen romantischen Blick auf das nächtliche Stavanger (Bild) werfen.
Das Commander Büfett auf Deck 7 ist mit seinen 250 Sitzplätzen das größte Restaurant an Bord. Kulinarische Genüsse aller Art. Die gab es auch im Hotel. Das veranlasste manchen Südharzer, zuzulangen, als ob er tagelang gehungert hätte. MS Bergenfjord und MS Stavangerfjord sind derzeit die größten baugleichen Kreuzfahrt-Fähren der Welt. Mit Flüssiggas betrieben, auch die umweltfreundlichsten.
Fünf Tage Norwegen. Organisiert vom Omnibusbetrieb Keitel aus Hainrode mit der Reiseleitung Solveig und Rüdiger Mohrhof aus Flensburg waren sie zwar kurz, aber intensiv. Stadtrundfahrt mit Führung in Bergen, Markttreiben in Odda. Tunnels mit einem Kreisel und mehreren Abzweigungen in verschiedene Richtungen mitten im Berg. Während Rüdiger, mit feiner Stimme ein musikalisches Talent, zwischenzeitlich Lieder anstimmte, deren Texte er vordem verteilte, wurde Solveig nicht müde, eine um die andere Geschichte über Trolle zu erzählen.
An Bord des Busses waren diesmal neben den Landsenioren auch sieben ehemalige Bahn-Betriebswerker. Das hatte Dieter Altmann organisiert, womit der Wagen mit insgesamt 45 Personen wieder voll beladen war. Altmann, der sich beim wertherschen Karneval einen Namen machte, bewies seinen Humor, erzählte Witze. Und warb für die Bahn-Sozialwerker für Kur-Reisen nach Tschechien und Fahrten in nordische Länder, klärte auf, wie das mit seinem Arzt und der Krankenkasse zu klären sei.
Am Ende waren (vielleicht) alle zufrieden: die Landsenioren mit Herbert Weschcke als den Vorsitzenden der Vereinigung, die Bahn-Sozialwerker und Jochen Keitel, Fahrer und Chef des gleichnamigen Reiseunternehmens. Er meisterte die Fahrt mit Bravour, erfüllte seine Rolle als Steward für den Imbiss zwischendurch ebenfalls ohne Fehl und Tadel.
Kurt Frank












































