eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 14:04 Uhr
25.10.2004

nnz-Bücherkiste: Tausendjährige Heldin?

Nordhausen(nnz). Was hat die Burg Lohra mit der Klosterruine in Walkenried gemein? Wer war die sagenumwobene Adelheid von Lohra? Fragen, denen die Autorin Simone Knodel in ihrem ersten Roman nachgeht.


In den Wäldern an der Wipper wird von einer Gruppe Berittener ein schrecklicher Mord begangen. Die einzige Zeugin ist ein stummes Mädchen. Wenig später verheiratet der Graf Beringer seine Tochter Adelheid gegen ihren Willen mit dem Ritter Dietmar vom Straußberg. Ihr junges Leben droht eine einzige Katastrophe zu werden, als der Vater in einem Hinterhalt von den plündernden Mühlhusern getötet wird.

Wir tauchen tief ein in die Zeit des finstersten Mittelalters, wenn wir uns Simone Knodels Debut-Roman „Adelheid von Lare“ zur Hand nehmen, der dieser Tage im amicus-Verlag erschienen ist. Einen Südharzer Heimatroman mit kitschiger Liebesgeschichte à la Hedwig Courths-Mahler braucht der Leser absolut nicht zu befürchten. Die heimische Landschaft spielt allerdings eine große Rolle, denn es geht um eine sagenumwobene Burgfrau im 11. Jahrhundert. Das deutsche Reich ist noch instabil. Könige, Fürsten und Päpste ringen erbittert um die Macht. In diesen Kontext stellt Simone Knodel ihre Handlung und die Autorin nimmt sich einiges vor: die wenigen überlieferten historischen Fakten will sie mit einer fiktiven, aber glaubhaften Geschichte verbinden, die das Leben der Adelheid von Lohra, der Stifterin des Zisterzienserklosters in Walkenried beleuchtet und eine historische Möglichkeit aufzeigt.

Beides gelingt der Autorin prächtig und obendrein ist das ganze Buch von der ersten Seite an äußerst spannend und lesenswert. Mit einem feinen Gespür für Details erzählt Knodel locker und leicht ein aufregendes Frauenschicksal, ohne weinerliche Sentimentalitäten und voller gut recherchiertem Hintergrund.

Auf knapp 350 Seiten steht nichts Überflüssiges. Der Leser wird gut unterhalten, umfassend über Geschichte informiert und lernt interessante Dinge hinzu. „Adelheid von Lare“ ist ein empfehlenswerter Lesestoff für alle, die einen guten historischen Roman lesen wollen.

Olaf Schulze
Autor: osch

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)