Sa, 14:40 Uhr
26.08.2017
Oberbürgermeisterwahl 2017
Ran an den Wähler
Die erste Runde der OB-Wahl wirft ihre Schatten voraus, die Kandidaten präsentieren sich wo sie nur können. Inge Klaan lud heute wieder zum "Kandidatenfrühstück" in das Café Felix, Michael Mohr zum Stadtspaziergang mit der Jugend. Die nnz hat sich beide Runden einmal angesehen...
Der Frühstückstisch im Felix war gut gefüllt, 23 Gäste konnte Inge Klaan zu ihrem zweiten "Kandidatenfrühstück" heute morgen begrüßen. Der Themen gab es viele: Gebietsreform - die Gefahr sei verschoben aber nicht gebannt, die Jugend müsste sich hier mehr interessieren. Erfurt - vergisst den Norden regelmäßig, für Länderübergreifende Kooperation gebe es keinen Ansatz. Feuerwehr - man müsse in die Zukunft schauen und für die Sicherheit "gemeinsam tun", Schuldzuweisungen hätten die Leute satt, meinte Klaan.
Mobilität in Stadt und Land - wie muss es in der Fläche aussehen das alle partizipieren können? Ein Bürgerticket? Car-Sharing, wie man es bei der SWG gerade ausprobiert? Von letzterem sei sie nach anfänglicher Skepsis inzwischen überzeugt, sagte die CDU Kandidatin, für Ortsteile oder auch Unternehmen seien solche punktgenauen Angebote denkbar, man müsse miteinander reden und das prüfen.
Unter den Gästen war auch einer, den man lange nicht mehr gesehen und gehört hat: Dr. Klaus Zeh, bis vor kurzem Herr im Rathaus. Eine Gebietsreform hätte nicht zu weniger Kosten, sondern im Gegenteil, zu mehr Bürokratie und höheren Kosten geführt. Nordhausen den Kreisstadtstatus zu nehmen wäre "abenteuerlich" gewesen. Und auch die politische Beteiligung hätte gelitten.
Parteifreundin Klaan würde Zeh gerne auf dem OB-Posten sehen, als Staatssekretärin habe sie auch an anderer Stelle Erfahrungen sammeln können, die sie für das Amt qualifizieren würden.
Ausgemacht ist das noch nicht, die anderen Kandidaten haben auch noch ein Wörtchen mitzureden. Michael Mohr, Kandidat der Linken, machte sich heute mit jüngeren Wählern auf einen Rundgang durch die Stadt.
In der Promenade ging es am Nachmittag los. Wie sie die Parks nutzen würden, fragte Mohr sein Publikum und brachte Möglichkeiten ins Spiel, mehr Leben auf Nordhausens Grünflächen zu bekommen, etwa durch die Einrichtung öffentlicher Grillplätze. Weiter vor dem Theater, ob man wisse, wie es um die Theatersanierung stehe? Auf der weiteren Agenda standen: Elektro-Mobilität - hier sei neben Car-sharing auch "Bike-Sharing" eine Möglichkeit, meinte Mohr. Ein Bürgerhaushalt - bei verschiedenen freiwilligen Ausgaben und Pflichtaufgaben sollen die Bürger entscheiden können, etwa wenn es darum geht, welche Straße oder Gehweg saniert werden soll, entsprechende Beispiele kenne er aus Berliner Stadtteilen, so der Kandidat der Linken. Öffentliches WLAN - die Störerhaftung ist gefallen, freier Internet-Zugang auf öffentlichen Plätzen wie vor der Bibliothek oder dem Bahnhof sei kein Problem mehr.
Hierzu verteile die EU gerade Fördermittel in Höhe von 120 Millionen Euro, allerdings nach dem "Windhundprinzip", wer zuerst kommt, mahlt zuerst. In der Stadtverwaltung komme die Fördermittelakquise zu kurz, hier könnte man viel mehr erreichen, meinte Mohr.
Jugendparlament, Bürgerhaushalt, öffentliches WLAN - in der Verwaltung könne mehr getan werden, meinte Mohr (Foto: Angelo Glashagel)
In der gestrigen (nicht repräsentativen) Jugendwahl waren es Klaan und Mohr, die in der Gunst der jungen Wähler am höchsten standen. Ob man auch nach dem ersten Wahlgang am 10. September ein ähnliches Bild sehen wird oder die anderen Anwärter noch nachziehen, bleibt abzuwarten. An Ideen und Vorschlägen zur zukünftigen Stadtentwicklung mangelt es derzeit jedenfalls nicht.
Angelo Glashagel
Autor: redDer Frühstückstisch im Felix war gut gefüllt, 23 Gäste konnte Inge Klaan zu ihrem zweiten "Kandidatenfrühstück" heute morgen begrüßen. Der Themen gab es viele: Gebietsreform - die Gefahr sei verschoben aber nicht gebannt, die Jugend müsste sich hier mehr interessieren. Erfurt - vergisst den Norden regelmäßig, für Länderübergreifende Kooperation gebe es keinen Ansatz. Feuerwehr - man müsse in die Zukunft schauen und für die Sicherheit "gemeinsam tun", Schuldzuweisungen hätten die Leute satt, meinte Klaan.
Mobilität in Stadt und Land - wie muss es in der Fläche aussehen das alle partizipieren können? Ein Bürgerticket? Car-Sharing, wie man es bei der SWG gerade ausprobiert? Von letzterem sei sie nach anfänglicher Skepsis inzwischen überzeugt, sagte die CDU Kandidatin, für Ortsteile oder auch Unternehmen seien solche punktgenauen Angebote denkbar, man müsse miteinander reden und das prüfen.
Unter den Gästen war auch einer, den man lange nicht mehr gesehen und gehört hat: Dr. Klaus Zeh, bis vor kurzem Herr im Rathaus. Eine Gebietsreform hätte nicht zu weniger Kosten, sondern im Gegenteil, zu mehr Bürokratie und höheren Kosten geführt. Nordhausen den Kreisstadtstatus zu nehmen wäre "abenteuerlich" gewesen. Und auch die politische Beteiligung hätte gelitten.
Parteifreundin Klaan würde Zeh gerne auf dem OB-Posten sehen, als Staatssekretärin habe sie auch an anderer Stelle Erfahrungen sammeln können, die sie für das Amt qualifizieren würden.
Ausgemacht ist das noch nicht, die anderen Kandidaten haben auch noch ein Wörtchen mitzureden. Michael Mohr, Kandidat der Linken, machte sich heute mit jüngeren Wählern auf einen Rundgang durch die Stadt.
In der Promenade ging es am Nachmittag los. Wie sie die Parks nutzen würden, fragte Mohr sein Publikum und brachte Möglichkeiten ins Spiel, mehr Leben auf Nordhausens Grünflächen zu bekommen, etwa durch die Einrichtung öffentlicher Grillplätze. Weiter vor dem Theater, ob man wisse, wie es um die Theatersanierung stehe? Auf der weiteren Agenda standen: Elektro-Mobilität - hier sei neben Car-sharing auch "Bike-Sharing" eine Möglichkeit, meinte Mohr. Ein Bürgerhaushalt - bei verschiedenen freiwilligen Ausgaben und Pflichtaufgaben sollen die Bürger entscheiden können, etwa wenn es darum geht, welche Straße oder Gehweg saniert werden soll, entsprechende Beispiele kenne er aus Berliner Stadtteilen, so der Kandidat der Linken. Öffentliches WLAN - die Störerhaftung ist gefallen, freier Internet-Zugang auf öffentlichen Plätzen wie vor der Bibliothek oder dem Bahnhof sei kein Problem mehr.
Hierzu verteile die EU gerade Fördermittel in Höhe von 120 Millionen Euro, allerdings nach dem "Windhundprinzip", wer zuerst kommt, mahlt zuerst. In der Stadtverwaltung komme die Fördermittelakquise zu kurz, hier könnte man viel mehr erreichen, meinte Mohr.
Jugendparlament, Bürgerhaushalt, öffentliches WLAN - in der Verwaltung könne mehr getan werden, meinte Mohr (Foto: Angelo Glashagel)
In der gestrigen (nicht repräsentativen) Jugendwahl waren es Klaan und Mohr, die in der Gunst der jungen Wähler am höchsten standen. Ob man auch nach dem ersten Wahlgang am 10. September ein ähnliches Bild sehen wird oder die anderen Anwärter noch nachziehen, bleibt abzuwarten. An Ideen und Vorschlägen zur zukünftigen Stadtentwicklung mangelt es derzeit jedenfalls nicht.
Angelo Glashagel





