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Di, 19:48 Uhr
14.08.2001

"Spaßtermine" in Nordthüringen

Nordhausen/Sondershausen (nnz). Die Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt, reiste heute durch Nordthüringen. Station machte sie dabei in Nord- und in Sondershausen. nnz fragte nach.


„Ich ziehe einmal im Jahr solch eine Sommeraktion in Thüringen durch“, meinte die einzige Thüringer Bundesabgeordnete der Bündnisgrünen am Abend in Nordhausen. Man merkte ihr an, die Termine hatten ihr so richtig Spaß gemacht, denn überall traf sie „engagierte Leute“, die etwas bewegt haben. Und vor allem, so der Eindruck von Göring-Eckardt, gebe es hier oben im Norden des Freistaates eben jene Art von Menschen, die auch unabhängig von jeglichem Parteiengezänk etwas unternehmen.

Mit Landrat Joachim Claus sprach die Politikerin über Umweltpolitik, Tourismus und Abfälle. Sie werde sich vehement für das Entsorgungskonzept des Landkreises Nordhausen einsetzen, das im Zweckverband Abfallwirtschaft Nordthüringen bislang nicht auf den erwartete Gegenliebe gestoßen sei. Hier werde sie bei Minister Trittin vorsprechen. In Nordhausen wird man ein derartiges Handeln gern vernehmen, in Mühlhausen und Heiligenstadt wohl eher kaum (siehe dazu auch nnz von gestern).

In Fragen des Tourismus plädierte die Bündnisgrüne für einen sanften Tourismus, bemerkte jedoch auch, dass es im Landkreis Nordhausen noch „einige freie Kapazitäten“ in dieser Richtung - sowohl in den Hotels als auch im Handeln der Verantwortlichen - gebe. Die Einschätzung soll noch positiv verstanden sein. Katrin Göring-Eckardt begrüßte die Initiative des Landkreises Nordhausen, bei der Anhörung im Thüringer Landtag klar gegen einen weiteren Gipsabbau im Landkreis vorzugehen.

Ein Termin ganz besonderer Art - ein „Spaßtermin“ - war der Besuch der Käthe-Kollwitz-Schule in Nordhausen. Hier registrierte die Thüringerin neben dem Engagement der gesamten Schule in Sachen Umwelt vor allem die Thüringer Bildungsmisere. Die Schulen in Thüringen hätten einen schlechten Ruf. Es sei an der Zeit, diesen weichen Standortfaktor nun genauso zu fördern, wie das in den zurückliegenden Jahren im Bereich der Infrastruktur gewesen sei.

Schließlich wurde in Nordhausen auch noch der Scheunenhof besucht. In den zwei Jahren seines Bestehens habe der Scheunenhof bereits in vorbildhafter Weise umgesetzt, was grüne Landwirtschaftspolitik im Bund eigentlich erreichen wolle. Direktvermarktung, ökologische Produktionsweise werde im Scheunenhof nicht nur vorgeführt, sondern unter den Bedingungen der Marktwirtschaft erfolgreich durchgezogen. Alles in allem absolvierte Göring-Eckardt heute ein Mammutprogramm. Weitere werden in anderen Thüringer Teilen folgen. Als einzige Bundestagsabgeordnete aus Thüringen hat man es nicht leicht, wenn man sich um seine Heimat kümmern muß. Aber wenn die örtlichen „Organisationsbüros“ der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen immer solche Bonbons aus der politischen und wirtschaftlichen Landschaft der jeweiligen Region herauspicken, dann sind auch solche Rundreisen ganz einfach nur Spaßtermine.
Autor: nnz

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