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Di, 17:23 Uhr
14.08.2001

Mythen auf dem Weg nach Rotheshütte

Appenrode/Rotheshütte (nnz) Glauben Sie an Götter? Oder Geister? Finden Sie, dass die Städte der Mayas und Inkas, die Monolithen von Stonehenge, die Pyramiden der Ägypter und andere Kultstätten etwas Übernatürliches an sich haben? Wer denkt, so etwas gibt es bei uns nicht, der kann sich von Manuela Jauer eines Besseren belehren lassen.


Nöck Auf einem huckeligen Weg holpert man das Steinmühlental hinauf. Ein Bächlein plätschert den Weg hinab. An seinem bemoosten Ufer blüht es rot, blau, gelb und violett. Links und rechts erhebt sich oberhalb des Weges ein stattlicher Mischwald. Und zwischen diesen alten Fichten, Buchen und anderen Gehölzen? Man muss schon genau hingucken, bevor man das erkennt, was das Steinmühlental so reizvoll macht: Imposante Felsen scheinen den Weg von Appenrode nach Rotheshütte zu bewachen. Wie reglose Wächter säumen sie die Strecke. Und doch leben sie - in gewisser Weise.

Dieser Ansicht ist zumindest Prof. Dr. Siegfried Hermerding. Er lebt in Hannover und ist Kultstätten-Forscher aus Leidenschaft. Im Frühjahr 1994 besuchte er die Region, um mit einem Forschungstrupp von 28 Leuten die Geheimnisse des Steinmühlentales zu erforschen, wobei besonders die eigentümlichen Felsformationen unter die Lupe genommen wurden. Hermerding erkannte dabei sofort bestimmte Gestalten, Köpfe und Tiere im Stein. Es dauerte nicht lange, dann war man sich einig: Vor 30.000 bis 50.000 Jahren entstand hier eine (über)menschliche Kultstätte, die nach Hermerdings Angaben auf die Hyperboreer zurück geht. Die griechische Mythologie besagt, dass deren Geschlecht im hohen Norden in ewiger Jugend in paradiesischen Verhältnissen gelebt haben soll.

Nach der Meinung des Professors sind sie für die geheimnisvollen Formen in den Steinsäulen verantwortlich. So erkannte Hermerding die Bilder von Göttern, die sowohl mit der nordischen als auch der germanischen Mythologie in Verbindung stehen. Der „Loki“, ein rätselhafter Dämon aus der altnordischen Sagenwelt, die Felsskulptur eines Thursen und „Die Versammlung der Asen“ sind nur einige Beispiele dafür. In der griechischen Mythologie sind die Asen ein Götter-Geschlecht aus dem Asgard, der Lichterwelt über uns. „Thurs“ ist die altnordische Bezeichnung für Riese. Das Geschlecht der Thursen geht angeblich dem des Menschen voraus, sie sind gewissermaßen unsere Vorfahren.

Die Sphinx Für Professor Hermerding ist das Steinmühlental die „Kultstätte der Vollendung des menschlichen Entwicklungsweges auf der Erde“. Neben dem Bodetal und dem Regenstein (hier wird der Ort der Nibelungensage vermutet) zählt er diese Felsskulpturen zu den bedeutendsten im Harz.

An den Steinen selbst hielt er bei seinem Besuch ein Ritual ab, das den Betrachter vielleicht doch etwas skeptisch macht: Er sprach beschwörend auf die Felsen ein und maß mit einem „Schwingstab“ in der Hand die Energie-Ströme, die angeblich aus ihnen zurück kamen. Zudem vertritt er die Meinung, dass das Wasser des Baches, der durch das Tal fließt, eine besonders heilkräftige Wirkung hat. Wer mit seinem seltenen rechtsdrehenden Wasser in Berührung kommt, könne manches Wunder erleben.

Von der Glaubhaftigkeit seiner Ausführungen kann man sich bei einem Spaziergang jederzeit selbst überzeugen. Ein wenig Fantasie sollte man allerdings mit auf den Weg nehmen. Im Laufe der Jahre ist das Gestein zunehmend verwittert, sodass es teilweise schwer ist, die Gestalten zu erkennen. Es empfiehlt, im Frühjahr oder Herbst auf Entdeckungstour zu gehen, da sonst das Laub der Bäume die Felsen verdeckt. Auch wer den Theorien des Professors keinen rechten Glauben schenkt, wird von einem Besuch bei der Eule, dem Löwen, der Sphinx (siehe nnz-Foto), dem Nöck und allen anderen steinernen Gestalten nicht enttäuscht sein. Die Natur dieser Gegend ist mindestens genauso eindrucksvoll wie die Ansichten von Professor Hermerding selbst.
Manuela Jauer
Autor: nnz

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