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Sa, 11:55 Uhr
05.08.2017
Britische Besatzung statt der Sowjet-Armee

Bad Sachsa zog ein glückliches Los

Bad Sachsa gehörte früher zum Landkreis Grafschaft Hohnstein, seine Mundart ähnelt jener der östlichen Nachbarn. Für die Nordhäuser war es seit jeher ein beliebtes Ausflugsziel (Schmelzteich, Märchengrund). Nach der Teilung Deutschlands das Exil für viele aus der Sowjetzone geflüchtete Nordhäuser. Manfred Neuber erinnert sich...


Großes Glück hatten nach Kriegsende 1945 die Einwohner von Bad Sachsa, als ihr Ort von sowjetischer Besatzung verschont und der britischen Zone zugeschlagen wurde. Beide Siegermächte beschlossen die Korrektur der Demarkationslinie im Südharz in einem am 12. Juli in Braunschweig abgeschlossenen Geheimabkommen. Auch Tettenborn fiel durch diese Regelung an den Westen.

Nach nur leichten Kampfhandlungen waren US-Panzer am 12. April nach Bad Sachsa vorgedrungen. Walkenried wurde kampflos erobert. Gemäß den Vereinbarungen der Alliierten von Jalta zogen die amerikanischen Streitkräfte bis zum 3. Juli aus Mitteldeutschland wieder ab, und die Rote Armee rückte in den geräumten Raum ein.

Die „grüne Grenze“ der Besatzungszeit verwandelte dann die DDR in den Todesstreifen quer durch Deutschland. Eigentlich gehörte Bad Sachsa zum Landkreis Grafschaft Hohnstein im Regierungsbezirk Erfurt und somit zu Thüringen. Der vertrackte Grenzverlauf zwischen den einst braunschweigischen und hannöverschen Gebieten sowie Preußen erforderte jedoch territoriale Korrekturen. Während Bad Sachsa zum Landkreis Osterode kam, bildeten Walkenried, Wieda, Zorge, Hohegeiß und Braunlage den Restkreis Blankenburg.

Blieb Bad Sachsa nach dem Abzug der US-Armee bis zum 23. Juli unbesetzt, so zogen britische Truppen bereits am 2. Juli in Walkenried ein. Im selben Zeitraum rückten die Russen nach Branderode, Neuhof, Tettenborn, Klettenberg und Obersachswerfen vor. Schließlich zogen sie sich aus Neuhof, Tettenborn und dem Vorwerk Wiedigshof bis zum 23. Juli zurück.

Danach erst zeigten die Engländer dort Flagge. Auf Weisung der britischen Militärregierung hat der Oberpräsident der damaligen Provinz Hannover mit Wirkung vom 1. September 1945 Bad Sachsa und Tettenborn in die britische Besatzungszone eingegliedert. Von 1946 an gehörten sie zum neuen Bundesland Niedersachsen. Bad Sachsa erlebte einen starken Zustrom von Bewohnern jenseits der Demarkationslinie, die aus dem sowjetischen Herrschaftsbereich flohen.

In der Nachkriegszeit bis zur Währungsreform 1948 und vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR im folgenden Jahr blühte ein innerdeutscher Schwarzmarkt am Bahnhof Walkenried. Die Hauptgüter waren Textilien aus Sachsen und Salzheringe aus Bremerhaven. Bevor die DM kam, galten amerikanische Zigaretten als harte Währung. Die Kriminalstatistik jener Jahre weist Dutzende Todesfälle/Morde an Grenzgängern auf.
Manfred Neuber
Autor: red

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Kommentare
henry12
06.08.2017, 10:20 Uhr
"Glückliches Los"
Vll. wären Texte dieser Art für Traditionsverbände besser geeignet . Geschichte hatten alle im Unterricht, eine eigene Meinung auf Grund der persönlichen Erfahrungen im eigenen Umfeld auch. Der Russe wäre wohl nie in Ihrem schönen Bad Sachsa gewesen, wenn nicht die deutsche Wehrmacht vorher
in Stalingrad gewesen wäre. Wir hätten auch keinen "Todesstreifen" gehabt und keinen Erich Honecker. Und wir wären heute nicht noch Verlierer der deutschen Einheit .
Das Gemaule über Russen und Zone geht mir voll auf die Nerven, beschweren Sie sich bitte bei Adolf Hitler und den IG Farben.
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